Das Nördliche Seitenschiff

Nach Durchlaufen der Chöre, die durch den Lettner von den Kirchenschiffen abgetrennt sind, verlassen wir den Elisabethchor nach links hinaus und gehen am Kreuzaltar vorbei zum südlichen Seitenschiff. Dort treffen wir zu Anfang auf einen Ort der Andacht und Stille, der durch einen Kerzenleuchter in Form einer Weltkugel gekennzeichnet ist.

Die Glocken der Elisabethkirche

700 Jahre Glockengeschichte in den Türmen der Kirche der heiligen Elisabeth Seit 1965 hat die Elisabethkirche wieder ein Großgeläute von neun Glocken, wie es im 16. und 17. Jahrhundert schon einmal vorhanden war. Vier Glocken - zuletzt 1917 und 1965 - sind seitdem verloren gegangen: gesprungen oder im Krieg eingeschmolzen. Die Klangfolge war unharmonisch unterbrochen, bis sie 1965/66 endlich vervollständigt wurde mit vier Glocken aus der traditionsreichen Glockengießerei Rincker, die in Sinn im Lahn-Dill-Kreis ansässig ist.

Dachstuhl der Elisabethkirche

Ein besonderer Schatz der Elisabethkirche ist für den normalen Besucher nicht sichtbar. Er versteckt sich jenseits der Gewölbe und Gerippe: der Dachstuhl. Siehe Video rechts.

Der Dachstuhl der Elisabethkirche hat im Laufe der Jahrhunderte erstaunlicherweise keinen Schaden durch Brände oder andere Naturgewalten genommen. Er wird zu den ältesten Dachstühlen in ganz Europa gezählt.

Ab 1243 wurde er in verschiedenen Phasen über die fertiggestellten Mauern und Säulen der Chöre und des Langhauses gebaut. Erst wenn der Dachstuhl und damit der Schutz vor Witterung über einem Bauabschnitt fertiggestellt war, konnte man mit dem anspruchsvollen Bau der Gewölbe beginnen. Für den Bau des Dachstuhls wurden etwa 1000 Eichen benötigt, die zum Zeitpunkt der Fällung schon mindestens 200 Jahre alt sein mussten. Sie wurden vermutlich von weit her angeschafft.

Geschichte des Dachstuhls

Der älteste Teil des Dachstuhls befindet sich über dem Langhaus und ist etwa 750 Jahre alt. Der Dachstuhl über den drei Chören wurde bei Renovierungen um 1660 erneuert, denn vermutlich war der Dachreiter zu hoch und schwer (er trug damals 5 Glocken), sodass die Stabilität nicht mehr gewährleistet war. Dabei wurde auch die Anzahl der Seitendächer über dem Langhaus von ursprünglich 5 (wie man immer noch an den Wasserspeiern erkennen kann) auf die heutigen 3 verringert. Finanziert wurden diese Renovierungsarbeiten kurioserweise durch den Verkauf der Bleibedachung. Seitdem ist die Elisabethkirche mit Schieferplatten bedeckt.

Die Dachbalken über dem Mittelschiff sind 9,70m lang und liegen auf den Mauern über den Säulenreihen auf. Sie brechen nur deshalb nicht durch, weil sie von den Mittelsäulen, die im Giebel mit den Dachsparren verbunden und in der Mitte in die Dachbalken eingelassen sind, entlastet werden. Es handelt sich um eine Hängekonstruktion.

Die letzte Renovierung wurde in den 1990er Jahren begonnen und war 2005 abgeschlossen. Dabei wurden zahlreiche Beschädigungen an den Balken beseitigt und in der ursprünglichen Bauweise ersetzt. So wurde ein wichtiger Schritt getan, um dieses einzigartige Zeugnis mittelalterlicher Bau- und Handwerkskunst auch für die kommenden Generationen zu erhalten.

Öffentlich zugänglich war der Dachstuhl der Elisabethkirche bislang nicht. Erst seit Anfang 2010 ist es möglich, ihn im Rahmen einer Führung zu besichtigen. Nähere Informationen zu den Dachstuhlführungen finden Sie hier.

Kurzer Einblick in den Dachstuhl der Elisabethkirche

Die Antependien für den Kreuzaltar

Neben den "alten" Antependien (Altarbehängen) für den Kreuzaltar, die wir Ihnen auf dieser Seite vorstellen werden, möchten wir Sie vor allem zunächst mit den Entwürfen für die neuen Antependien vertraut machen.

Margarethe Keith: Paramentengestaltung für die Elisabethkirche in Marburg

Entwurfserläuterung
Das Kruzifix dominiert den gotischen Lettner. Mich beeindruckt die große Spannung in der Klarheit der Formen. Die Kraft des Kreuzquerbalkens: zwei konvexe Linien treffen sich in der Scheitelmitte - eine viele Zeichen gebende Gebärde. 

Die Achatdruse

Mein Entwurf für die Altarantependien sieht eine Konstante vor, Kristalle aus einer Achatdruse. Das Kristallgebilde befindet sich hinter einer Tuchaussparung, die bei der Altarvorderkante beginnt. Diese ist 15 cm breit (wie der senkrechte Kreuzbalken) und 45 cm lang. Den für das Objekt erforderlichen Raum bietet der Überstand, das Profil des Altarblocks, welcher an dieser Stelle sichtbar bleibt. Das Objekt selbst steht geringfügig vor. Die Haltevorrichtung für den Kristall ist eine Metallkonstruktion. Eine Grundplatte mit einer Stele trägt unverrückbar in entsprechender Höhe das Gebilde. Die Konstruktion wird insgesamt vom Altartuch abgedeckt. Mit dem Kristall verbinde ich Ursprung und Entwicklung, Einmaligkeit und Geheimnis.

Größe und Technik

Die Breiten der Altarantependien sind unterschiedlich: Violett 90 cm, Rot 100 cm, Grün 120 cm, weiß 150 cm (siehe Blatt 5). Die Höhen sind jeweils 100 cm, die Tiefen, wie die Mensa, 143 cm. Die Kanzelantependien sind, dem Pult entsprechend, 40 cm breit und 65-70 cm lang. Material: Leinen in einer Panamabindung (Tuch) Leinen als Stickgarn (Motive) Technik: Näh- und Stickarbeit mit Nonnenstich sowie ein Kristallgebilde aus einer Achatdruse.

Die Farben

Die Farben des Entwurfs sind noch nicht der Elisabethkirche angepasst. Sie berücksichtigen nur die Notwendigkeit eines hohen Farbkontrastes, der besonders für die Fernwirkung wichtig ist. Violett Altar: Eine schützende, tröstende, auch Einhalt gebietende Gebärde schafft die Kontur der Kreuzform.  Im Advent, der Passionszeit und zum Buß- und Bettag erscheint das Kreuz abgesenkt.

Kanzel: Das Rankwerk des Kanzelkorbreliefs aufnehmend, wird dieses hervorgehoben, um sich dem  Gesamteindruck wieder einzufügen. Rot Altar: Der Querbalken des Kreuzes erscheint jetzt gespiegelt, wird zum Sprechen gebracht. Am Pfingstfest, zur Konfirmation, am Reformationstag und der Kirchweih hat das Wort ein besonderes Gewicht.

Kanzel: Eine standfeste Form ist auf dem Kanzeltuch zu sehen, die Proportionen sind dem Korb angepasst.   Grün

Altar: der geschwungene Kreuzbalken wird zum Buch, plastisch wiederholt und so vielfältig erscheinend. Die liturgische Farbe Grün liegt am häufigsten und längsten auf. Kenntnis und Verbreitung der Botschaft ist hier das Motiv.

Kanzel: Aufgeschlagene Bücher, hier die vier Evangelien, korrespondieren mit dem Altartuch. Weiss

Altar: Hauptsächlich zu Weihnachten und Ostern wird die Farbe Weiß zum Zeichen der Geburt, der Erlösung, der Auferstehung und des Versprechens. Der konvexe Kreuzquerbalken wird zur konkaven Willkommensgebärde, mit der Senkrechten die Assoziation "Mensch" bildend. Das Tuch ist besonders breit, der Tisch durch optische Doppelung hervorgehoben. Die Seitenpartien werden entsprechend den Konturen und der Farbe des Altarblocks bestickt.

Kanzel: Eine schlichte gotische Form, dem Kanzelkorb festlich angepasst.

Margarethe Keith, im August 2013.

Herkunft und Beschreibung der Achatdruse

Kristallines Gebilde aus einer Achatdruse hinter dem Altarantependium in der Marburger Elisabethkirche. Das ausgesuchte Exemplar ist Teil einer Achatdruse. Die Druse ist, ganz allgemein, ein mit mehr oder weniger Kristallen ausgekleideter Hohlraum im Gestein.

"Mein" Edelsteinhändler und -Schleifer hat vor etwa 20 Jahren in Brasilien persönlich einen ca. 700kg schweren Achat gekauft. Dieser kam mit dem Schiff bis Rotterdam, per LKW nach Idar- Oberstein und wurde dort geöffnet. Der feinkörnige, gebänderte Achat ist wegen seiner Zähigkeit und Farben sehr begehrt für alle Formen der Steinschneidekunst.

In durch vulkanische Prozesse im Gestein entstandene Hohlräume sickert stark mineralhaltiges Wasser ein, welches im Laufe der Zeit (mehrere Millionen Jahre) zur Bildung von Kristallen führt.

Das ausgesuchte Stück dieses Achatinneren gleicht in seiner Umform einem Solitär. Der glatte Rücken macht das Objekt zum Relief. Die Situation am Altar der Elisabethkirche wird meiner Vorstellung von einem Raum hinter dem Raum gerecht - wunderbar.

Das Elisabethfenster

Das wohl bekannteste Farbglasfenster des Ostchors ist das Elisabethfenster (spätromanisch, vor 1250). Es zeigt Szenen aus Elisabeths Leben.

Auf der linken Bahn wird Elisabeths Leben aus der Perspektive des Gleichnisses vom Weltenrichter (Zum Gleichnistext Mt 25,31ff) betrachtet. Elisabeth ist eine der dort erwähnten "Gesegneten des Herrn", die in das Reich Gottes eingehen.

Rundgang durch das Elisabethfenster

Linke Bahn

(7) Oben im Rundpass die Krönung Elisabeths (rechts) und des Franziskus (links)durch Christus und Maria; d.h. beide traten in die Nachfolge des Christus, der sich selbst erniedrigte und zum Bruder der Geringsten machte und werden nun beim Eintritt in das himmlische Reich mit der Krone des Lebens bekrönt.


(6) Elisabeth besucht Gefangene,



(5) Elisabeth pflegt Kranke,



(4) Elisabeth nimmt Fremde auf,



(3) Elisabeth kleidet Nackte,



(2) Elisabeth gibt Durstigen zu Trinken und wäscht einem Elenden die Füße



(1) Elisabeth speist Hungrige

Elisabethfenster

Rechte Bahn

(6) Elisabeth auf dem Totenbett,



(5) Elisabeth verteilt Almosen,



(4) Elisabeth zieht das Kleid der Schwestern in der Welt an,



(3) Elisabeth  erhält die Nachricht vom Tod Ludwigs,



(2) Elisabeth nimmt Abschied von Ludwigs



(1) Geburt Jesu im Stall von Bethlehem

Liste der Artikel zur Geschichte der Elisabethkirche

18.01.2014

Der Elisabethschrein und seine Geschichte

Vortrag von Dr. Margret Lemberg mit dem Titel: Verehrt, missachtet, wieder hergestellt. Der Elisabethschrein - vom Objekt religiöser Verehrung und…
16.12.2011

Johannes Friedrich Lange zum 200. Geburtstag

Vortrag von Renate Lührmann anlässlich des 200. Geburtstages von Johannes Friedrich Lange
27.10.2011

Pflanzen und Tiere in der Elisabeth-Kirche zu Marburg

Die Elisabeth-Kirche als Wunder der Architektur zu sehen, sind wir gewohnt. Wie häufig von Kunsthistorikern bis in Einzelheiten beschrieben und auch…
07.10.2011

Das durch staatliche Entscheidung vor der Einschmelzung bewahrte Barlachkreuz

In keiner Geschichte über die Elisabethkirche und das Kruzifix von Ernst Barlach fehlt eine Bemerkung über den mutigen Baurat Schwedes, der unter…
21.09.2011

Sensationeller Fund bei Ausgrabungen östlich der Elisabethkirche

Äußerst überrascht waren die Archäologen, die seit 2006 auf dem Gelände rund um die Elisabethkirche graben, als im September diesen Jahres plötzlich…

Einführung des Kirchenvorstandes September 2013

Previous Next

Der Kirchenvorstand

"Die Mitglieder des Kirchenvorstandes leiten in gemeinsamer Verantwortung mit den Pfarrern die Gemeinde.  Sie sollen in der Teilnahme am kirchlichen Leben, in der Mitarbeit an den Aufgaben der Gemeinde und in ihrer eigenen Lebensführung den Gemeindegliedern ein Vorbild sein, sie zu lebendiger und tatkräftiger Mitarbeit führen und für neue Aufgaben zurüsten." Grundordnung EKKW, Artikel 33 Der Kirchenvorstand ist das von den Mitgliedern der Kirchengemeinde gewählte Leitungsorgan. Er wird alle 6 Jahre neu gewählt. Die letzte Wahl fand Ende September 2019 statt.

Der Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde besteht aus 13 Mitgliedern, von denen 10 direkt gewählt und 3 berufen wurden. Die Pfarrer an der Elisabethkirche gehören nach der Grundordnung unserer Kirche qua Amt zum Kirchenvorstand.

Zum Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde gehören in alphabetischer Reihenfolge:

Anne Kuppe Vorsitzende des Kirchenvorstandes

Mail: anne.kuppe@gmx.de

Anne Wollenteit Kirchenvorsteherin

Ernst-Lemmer-Str. 10
35041 Marburg Tel.: 06421-9332830
Mail: annewollenteit@web.de

Barbara Hesse Kirchenvorsteherin

Georg Voigt Str. 49
35039 Marburg Tel.: 06421-307391
Mail: brct@gmx.de

Gerson Kraft Kirchenvorsteher

Schwanallee 49
35037 Marburg Tel.: ‭06421 26478‬
Mail: gerson.kraft@icloud.com

Prof.Dr.Harald Renz Kirchenvorsteher

Moischterstraße 15
35043 Marburg Tel.: 06421-24414
Mail: renz.harald@gmx.de

Inge Reifenberg Kirchenvorsteherin

Steinweg 30
35037 Marburg Tel.: 06421-617204
Mail: inge.reifenberg@gmx.de

Jutta Kaletsch Kirchenvorsteherin

Waidmannsweg12
35039 Marburg Tel.: 06421-65569

Lars Wiechmann Kirchenvorsteher

Goethestr. 17
35043 Marburg Tel.: 06421-683314
Mail: lars.wiechmann@gmx.de

Marie-Luise Brinkman Kirchenvorsteherin

Andrestraße 15
35039 Marburg Tel.: 06421 34319‬
Mail: marieluisebrinkman@yahoo.de

Moritz von Harling Kirchenvorsteher

Am Grassenberg 3
35037 Marburg Tel.: 0173 5319388

Nicola Sandner Kirchenvorsteherin

Schützenstr. 50
35039 Marburg Tel.: 06421-899090

Nils Hahman-Düringer Kirchenvorsteher

Am Römerhof 16
35287 Amöneburg
Mail: nhahmann@me.com

Ruth Knüppel Kirchenvorsteherin

Am Buchholz 10
35094 Lahntal Tel.: 06421-24414
ruth.knueppel@gmx.de

Als Pfarrer gehören qua Amt zum Kirchenvorstand:

Pfr. Achim Ludwig Pfarrer

Stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstandes
und: Geschäftsführender Pfarrer Pfarramt I

Uferstraße 5
35037 Marburg Tel.: 06421-66262
ludwig@Elisabethkirche.de

Pfr. Bernhard Dietrich Pfarrer

Pfarramt II
Schützenstraße 39
35039 Marburg Tel.: 06421-65683
dietrich@Elisabethkirche.de

Pfrin. Dr. Anna Karena Müller Besucherpfarrerin

Besucherbüro


Elisabethstraße 6
35037 Marburg Tel.: 06421-65497
mueller@Elisabethkirche.de

Pfr. Ralf Hartmann Pfarrer

 
Pfarramt III


Waidmannsweg 5
35039 Marburg Tel.: 06421-62245
hartmann@Elisabethkirche.de

Helmut Wöllenstein Propst





Georg-Voigt-Str. 70
35039 Marburg Tel.: 06421-22981
helmut.woellenstein@ekkw.de

Kontakt zum Kirchenvorstand aufnehmen

Wenn Sie sich an den Kirchenvorstand wenden wollen mit Anregungen oder Kritik, können Sie sich an die Vorsitzende  des KV, Anne Kuppe oder an den Stellvertretenden Vorsitzenden, Pfr. Achim Ludwig wenden. Sie können auch einzelne Mitglieder des Kirchenvorstandes ansprechen.

In der Elisabethkirche, nach dem Gottesdienst oder beim Kirchencafé oder per Telefon oder Email sind wir für Sie da.

Die Kirchenältesten der Elisabethkirchengemeinde

"Der Kirchenvorstand kann gemeinsam mit den Kirchenältesten durch einmütigen Beschluss im kirchlichen Leben besonders bewährte Gemeindeglieder auf Dauer in das Amt des Kirchenältesten berufen.

Die Kirchenältesten haben die Aufgabe, die Pfarrer in der Wahrung der kirchlichen Lebensordnung, im Gottesdienst und in der Seelsorge zu unterstützen und ihnen in ihrem geistlichen Amt durch Gebet, Trost und Mahnung beizustehen." (Grundordnung der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck)

Erhart Dettmering Kirchenältester

Heinrich-Heine-Straße 7b
35037 Marburg
Erhart@Dettmering.org

Christa Hauptmeier Kirchenälteste

Im Gefälle 7a
35037 Marburg Tel.: 06421 66538
hauptmeier@online.de

Gesine Krukenberg Kirchenälteste

Am Schlag 7
35037 Marburg GKrukenberg@web.de

Das Team der Pfarrer und der Pfarrerin an der Elisabethkirche

Das Team der Pfarrerin und der Pfarrer an der Elisabethkirche heißt Sie herzlich willkommen auf diesen Seiten. Wir stellen uns Ihnen hier in Kurzform vor, damit Sie sich mit Ihrem Anliegen direkt an uns wenden können. Detailierte Auskunft finden Sie unter Kontakte und unter Mitarbeiter im Bereich Gemeinde.

Pfr. Achim Ludwig Bezirk I

Pfr. Ludwig ist z.Z. geschäftsführender Pfarrer der Elisabethkirchengemeinde. Sein Schwerpunkt ist die Abeit mit Kindern in den KiTas. Er leitet das Michelchen - Team, das den Familiengottesdienst trägt. Außerdem kümmert es sich zusammen mit Pfr. Dietrich um die Konfirmanden. Profil

Pfrin. Dr. Anna-Karena Müller Besucherpfarrerin

Pfrin. Müller ist die Besucherpfarrerin mit einer 1/2 Stelle. Sie betreut das Besucher- und Wiedereintrittsbüro, ist zuständig für auswärtige Hochzeiten und Taufen und kümmert sich zusammen mit einem großen Team um Kirchenführungen und um Kirchenraumpädagogik. Profil

Pfr. Bernhard Dietrich Bezirk II

Pfr. Dietrich ist z.Z. Vorsitzender des Kirchenvorstandes. Er ist beauftragt von der Geschäftsführung für die Begleitung der Innensanierung und die Öffentlichkeitsarbeit. Daher ist er zuständig für diese Webseiten. Meditative Gottesdienste mit Liedern aus Taizé und das Pilgern auf Elisabethpfaden sind seine Schwerpunkte. Profil

Pfr. Ralf Hartmann Bezirk III

Pfr. Hartmann begleitet die Umgestaltung des Umfeldes der Elisabethkirche. Er kümmert sich um einen sozialen Brennpunkt in der Gemeinde und ist der Vorsitzende des Gesamtverbandes. Profil

Pfrin. Anna Elisabeth Scholz Pfarrerin (Verfügungsstelle EKKW)

Anna Scholz unterstützt mit einer Pfarrstelle des Kirchenkreises das Team an der Elisabethkirche bezirksübergreifend. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Besuchen, Gottesdiensten und dem Schnittpunkt von Kirche und gesellschaftlicher Öffentlichkeit. Profil

Die Küster der Elisabethkirchengemeinde

Da die Elisabethkirche eine von jährlich etwa 100000 Gästen besuchte Kirche ist, braucht es Küster. Sie haben die Aufgabe, die Kirche offen zu halten, die Kunstschätze zu schützen, die Kirche zu reinigen und für die Gottesdienst und Konzerte vorzubereiten. 

Die 2 1/2 hauptamtlichen Küster

Herbert Wiegand Hauptküster Elisabethkirche

Elisabethstraße 3
35037 Marburg Telefon: 06421-65573
Kuesterstube@Elisabethkirche.de

Wilhelm Lichtenfels Hauptküster Elisabethkirche

Elisabethstraße 3
35037 Marburg Telefon: 06421-65573
Kuesterstube@Elisabethkirche.de

Andrea Schmidt Hauptküsterin Elisabethkirche

Elisabethstraße 3
35037 Marburg Telefon: 06421-65573
Kuesterstube@Elisabethkirche.de

Kirchenführer und -führerinnen

Die Führungen in der Elisabethkirche werden von einem großen Team von Kirchenführern und Kirchenführerinnen durchgeführt. Besucherpfarrerin Dr. Anna Müller betreut die Aus- und Fortbildung. Regelmäßig finden Kurse auch für Jugendliche statt, die sich auf diese Weise zu Kirchenführern ausbilden lassen können.

Nach Abschluss der Ausbildung werden sie in einem Gottesdienst feierlich eingeführt.

Einführung neuer KirchenführerInnen

Hier bekommen die neuen Kirchenführerinnen beim Einführungsgottesdienst im Juni 2013 ihr Zertifikat ausgestellt.

Der Gemeindesekretär

Als Gemeindesekretär arbeitet seit Mai 2018 für die 4 Pfarrämter:

Matthias Steiner

Er ist erreichbar im: Gemeindebüro
Schützenstraße 39
Mo 9 -15 Uhr und Mi - Fr jeweils von 9 bis ca. 13.00 Uhr
Telefonnummer: 06421 - 6200825


Pfarramt I
Uferstraße 5
alle 14 Tage Mi von 9 bis 13.00 Uhr
Telefon: 06421 - 66262

Die Mitarbeitende des Treffpunkt Kirchenkiosk

Es sind über 30 Mitarbiterinnen und Mitarbeiter, die sich für den Treffpunkt Kirchenkiosk in unserer Gemeinde engagieren. Sie treffen sich regelmäßig, um sich fortzubilden und gemeinsame Fragen zu besprechen. 

Bedeutung der Taufe

Durch Israel fließt seit Urzeiten ein Fluß: der Jordan.

Als das Volk Israel aus der Wüste kam, war dieser Fluß die Grenze. Jenseits des Wassers lag das verheißene Land.
Als viele Jahrhunderte später Johannes der Täufer die Menschen zur Buße rief, da war das Wasser des Jordan die Grenze, aber auch ein Durchgang für Menschen, die ihr Leben ändern wollten und nicht alles so lassen wollten, wie es war.

Heute ist der Fluß die Grenze zwischen Israel und seinen Nachbarn. Eine Grenze, die schützt und die das Wasser bringt, ohne das keiner leben kann.
Das Wasser des Jordan erinnert uns an die vielfältigen Deutungen, die sich im Laufe der Jahrhunderte mit der christlichen Taufe verbunden haben.
Die Taufe ist eine Grenze, hinter der sich ein weites, verheißungsvolles Land eröffnet: es ist das Reich Gottes, das sich dort auftut. Ein Land, in dem das Leben in seiner Fülle vorhanden ist - für alle, die sich der Liebe Gottes öffnen wollen.

In der Taufe wird auch ein Unterschied gemacht. Wer getauft wird, oder wer sich ganz bewußt taufen läßt, hat danach andere Vorzeichen vor seinem Leben. Er wird durch das Wort der Bibel, durch Gottesdienste, durch Beten und durch das Zusammenleben mit anderen Christen geprägt. Und er wird immer wieder an die befreiende Botschaft Jesu erinnert: daß der Vater im Himmel mich liebt und ich ein geliebtes Kind Gottes bin.

Schließlich wird in der Taufe eine lebenspendende Kraft freigesetzt. Nicht allein durch das Wasser, sondern dadurch daß dieses Wasser bei jeder Taufe mit dem Wort Gottes verbunden wird.

Was sich in alledem ereignet, welchen tiefen geistlichen Sinn das haben kann, darüber wollen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Elisabethkirche in Marburg und aus unserer Partnergemeinde in Großrodensleben auf diesem Seiten weiter nachdenken.

Bernhard Dietrich     Eberhard Leppin
Harald Goeze           Gesine E. Remy
Ralf Hartmann          Elisabeth Schoenborn
Felicitas Haupt
Und es begab sich zu der Zeit, daß Jesus aus Nazareth in Galiläa kam und ließ sich taufen von Johannes im Jordan. Und alsbald, als er aus dem Wasser stieg, sah er, daß sich der Himmel auftat und der Geist wie eine Taube herabkam auf ihn. Und da geschah eine Stimme vom Himmel: Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.

(Markusevangelium 1,9-10)

Die Taufe Jesu wurde von Ludwig Juppe geschnitzt. Dieser Altar (siehe auch Elisabethkirche, Landgrafenchor) zeigt an der Taufe Jesu etwas von dem, was bei jedem Christen in der Taufe geschieht. Schauen wir einmal näher hin. Die Stimme aus dem Himmel läßt sich nicht darstellen. Auch ist der "offene Himmel" nicht gut zu schnitzen. Und doch kann man entdecken, wie das angedeutet ist:

Die Landschaft hinter Jesus ist offen. Die Hügelfalten laufen trichterförmig auf ihn zu. Himmel und Berge sind wie ein Fingerzeig. Es ist, als wollte der Künstler zeigen: Diesen Weg hat Gottes Stimme genommen. So erreicht sie den Menschen in der Taufe. Gott spricht ihn an, ganz persönlich: "Du bist mein Kind."

So kommt Gottes Wort zu dem Menschen, der gerade getauft wird. So hat Gott auch zu mir in meiner Taufe gesprochen. Darauf will ich vertrauen. Zum Volk Israel hat Gott gesagt: "Ich bin der Herr, dein Gott." In der Taufe sagt Gott das zu jedem Menschen. Gott und Mensch werden durch die Taufe wie Vater und Kind. Das ist der Grund, warum wir beten können: Vater unser im Himmel ...

Lieber himmlischer Vater, ich danke DIR, von Anfang an zeigst DU mir DEINE Liebe. Ich bin froh, Du stellst keine Bedingungen. DU erwartest keine Vorleistung, bevor Du mich anschaust. Von Anfang an hast DU Wohlgefallen an mir, reichst mir DEINE Vaterhand und gehst mit mir. Darauf will ich vertrauen, wo immer mein Weg auch hinführt. Amen
Die Taufe ist nicht allein schlicht Wasser, sondern sie ist das Wasser in Gottes Gebot gefaßt und mit Gottes Wort verbunden.

(Viertes Hauptstück, zum ersten, 1.Teil)

Auf einem Berg in Galiäa
erscheint Jesus seinen Jüngern
als der auferstandene Herr.

Er nimmt Abschied von ihnen,
indem er sie aussendet und segnet.
Sein Auftrag reicht weit über ihr persönliches Leben hinaus.
Es ist die Berufung
in eine weltumspannende Jüngerschaft
an allen Orten
und zu allen Zeiten
unter allen Völkern.
Und Er wir bei ihnen sein alle Tage, bis ans Ende der Welt.

Er wird bei allen Menschen sein
bis ans Ende der Welt.
Das sollen sie ihnen sagen
Allen sollen sie es sagen:
ER wird bei ihnen sein
und sie gehören zu ihm:

Gehet hin in alle Welt
und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie
auf den Namen des Vaters
und des Sohnes
und des Heiligen Geistes.

(Viertes Hauptstück, zum ersten, 2.Teil)
Dieser Mensch soll, darf leben im Namen Gottes.

„Ich bin getauft auf Deinen Namen".
Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.
Gott ist mein Vater.
Er hat mich geschaffen.
Er hat mich gewollt.
Er will, daß ich lebe.

Gott ist der Sohn.
Mein Bruder ist ER geworden in Jesus Christus.
ER läßt mich nicht fallen.
Er wendet mir Gottes Angesicht zu.

Und Gott ist Heiliger Geist.
SEINE Gegenwart läßt mich aufatmen,
führt mich ins Weite
und erfüllt mich mit Liebe zu allen Geschöpfen.

„Ich bin getauft auf Deinen Namen."
Ich lebe in der großen Familie Gottes:
Ich, das Kind meiner Eltern,
ich, mit meiner persönlichen Lebensgeschichte,
zugehörig zu einem Volk,
bin durch die Taufe eingetaucht
in den Strom der Liebe Gottes.
Sie verwandelt mich,
sie läßt mich im Anderen Schwester und Bruder sehen.

„Ich bin getauft auf Deinen Namen."
Nun bin ich nicht mehr in erster Linie
Frau oder Mann, weiß oder schwarz,
geachtet oder vergessen.
Nicht meine Nationalität ist entscheidend,
auch nicht zu welcher Kirche ich gehöre.
Über alle Unterschiede hinweg
verbindet mich die Taufe
mit der ganzen weltweiten Christenheit, der Ökumene.
In der Taufe Christus anziehen

Auf dem Johannesaltar in der Elisabethkirche ist links neben Jesus ein Engel zu sehen. Er hält ein neues Kleid für den Täufling bereit, während unten das alte Kleid zu sehen ist, das gerade im Wasser untergeht. Von einem Engel, der das Kleid Jesu hält, wird im Evangelium nichts erzählt. Und doch hat diese Darstellung eine tiefe Bedeutung:

Wie jemand, der sich im Bad vom Schmutz des Tages gereinigt hat, neue Kleider anzieht,..... Wie jemand, der auf ein Fest gehen will, sich badet, um dann schöne festliche Kleider anzuziehen, ... Wie nach einem guten alten Brauch der Täufling ein weißes Kleid anzieht, ...

so geschieht es auch in meiner Taufe:
ich bekomme ein neues Kleid für mein Leben.

Der Apostel Paulus schreibt im Brief an die Galater:
„Ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid,
habt Christus angezogen."

Wie mich ein Kleid schützt und wärmt, wenn es kalt ist, so wärmt und schützt mich der Glaube an Jesus Christus.
Wenn es in meinem Leben kalt wird vor Einsamkeit, wenn die Angst mir bis in die Knochen fährt:
Christus umhüllt mich wie ein warmer Mantel.
Er hält von mir ab, was ich in nackter Verlorenheit nicht aushalten könnte. Er bewahrt mich vor dem Erfrieren, wo keine Liebe und keine Hoffnung mehr ist.

Und noch etwas: Weil ich Christus angezogen habe in der Taufe, sieht mich Gott mit anderen Augen an. Er sieht nicht mehr mein nacktes Unvermögen an, mein Versagen, meinen Kleinglauben, meine Schuld. Sondern er sieht Christus an, der mich kleidet. Sein Lieben und Leiden, sein Sterben und Leben sind das Festkleid für mich, mit dem ich vor Gott und mit den Menschen fröhlich leben kann.
Mit der Taufe wird im Namen Gottes feierlich festgestellt: Dieser Mensch, der jetzt getauft wird, ist nicht mehr auf Gedeih und Verderb den Bedingungen der Natur unterworfen, sondern er ist befreit zum Leben in Gottes Gnade. Ihm wird das göttliche Leben neu geschenkt, in dem er geschaffen wurde und das er doch nicht hat.

Erschaffen ist der Mensch, damit er in Gott und mit ihm lebt, unmittelbar aus seiner Liebe als sein Geschöpf, in einem uneingeschränkten, freien, vollkommenen Leben ohne Angst und Sorge, wie es Gott entspricht.

Aber kein Mensch lebt so. Statt von Gott alles Gute zu erwarten, hält jeder das für sicherer, was er selbst erreichen und festhalten kann. So verschließt er sich dem geschenkten Leben und muß sterben, wenn die eigene Kraft zu Ende geht. Dagegen wehrt er sich. Er kämpft um sein Dasein, will sich durchsetzen, auch auf Kosten anderer. Und im Kampf ums Dasein verfällt er der Macht des Bösen. Kampf, nicht Liebe bestimmt sein Leben.

So ist er den Mächten des Verderbens verfallen:
  • der Sünde, mehr von sich selbst zu erwarten als von Gott;
  • dem Tode, weil er das Leben Gottes gar nicht haben will;
  • dem Teufel, der die unheimliche Macht des Bösen ist, die
aus Liebe Haß werden läßt und die einen um so eher ums Leben bringt, je gieriger man danach greift.

Aus diesem Verderben hat Jesus alle Menschen erlöst. Er nimmt sie auf in sein Leben mit Gott, ins Reich Gottes. Dies unendliche Glück - die ewige Seligkeit - wird jedem Menschen einzeln zugeeignet in seiner Taufe.

Luther sagt darum von der Taufe:

    Sie wirkt Vergebung der Sünden,
    erlöst vom Tode und Teufel
    und gibt die ewige Seligkeit allen, die es glauben.


(4. Hauptstück, zum zweiten)
Wer braucht Wasser um seinen Durst zu stillen? Wer braucht das Licht der Sonne um leben zu können? Wer braucht saubere, klare Luft um Atem zu holen?
Ob einer noch ein winzig kleiner Mensch ist, ganz am Anfang seines Lebens, oder schon erwachsen, das macht da keinen Unterschied. So ist es auch mit der Taufe: Was sie ist, das ist sie für beide - Kleine wie Große.

Da kann es sein, daß einer durch die Begegnung mit Menschen oder durch andere Erfahrungen etwas spürt von der Liebe Gottes und auf Jesus aufmerksam wird. Daraufhin will er sich taufen lassen. Andere leben schon viele Jahre als Christen. Sie wollen ihren Glauben auch an ihr Kind weitergeben. Wieder andere wollen ihr Kind unter den Schutz Gottes stellen. Darum lassen sie es taufen. Es ist die gleiche Taufe, um die es bei allen geht. Und doch wird man jeweils auf unterschiedliche Dinge achten.

Bei der Erwachsenentaufe steht der Entschluß des Täuflings gewichtig im Raum. Deshalb sollten wir uns gerade dann daran erinnern, wie sehr menschliche Entscheidungen von Gott abhängig sind und wie sehr gerade der Wunsch getauft zu werden wesentlich durch den Geist Gottes bewirkt wird.

Anders ist es bei der Säuglingstaufe. Da müssen sich Eltern und Paten ihrer großen Verantwortung bewußt sein. Denn wenn es bei der Taufe allein bleibt - ohne vorgelebtes Christsein, ohne Kindergottesdienst oder Unterricht -, wie sollen dann Kinder und Jugendliche den Weg zu ihrem eigenen Leben mit Christus finden?

So bleibt nur, uns selbst - Kinder wie Erwachsene - immer wieder zu erinnern an das, was uns mit der Taufe zugesagt wird:

Du, Mensch, bist wert geachtet in den Augen Gottes.

Dein Leben hat einen Sinn:
Du bist Gottes Kind, aus Liebe geschaffen und zur Liebe fähig.

Heute ruft dich Gott bei deinem Namen.
Wenn deine Zeit kommt, kannst du ihm antworten,
kannst ihn fragen und um Hilfe bitten
kannst zu ihm schreien und weinen.

Kannst aber auch ihm zulachen, Danke sagen, deine Freude vor ihm ausbreiten.

Denn er hat dich lieb,du bist ihm kostbar.

Du, Mensch, bist wert geachtet in den Augen Gottes.
Wasser tut´s freilich nicht, sondern das Wort Gottes, das mit und bei dem Wasser ist, und der Glaube, der solchem Worte Gottes im Wasser traut.
Denn ohne Gottes Wort ist das Wasser schlicht Wasser und keine Taufe; aber mit dem gnadenreichen Worte Gottes ist´s eine Taufe, das ist ein gandereiches Wasser des Lebens und ein Bad der neuen Geburt im Heiligen Geist; ...


(Viertes Hauptstück, zum dritten, 1.Teil)

Gottes Wort macht aus dem schlichten Wasser eine Taufe.

Welch wunderhare Kraft hat Gottes Wort, daß es diese Verwandlung bewirkt!
Was ist das für ein Wort?

Worte werden gesprochen, geschriehen, bezeichnen Dinge; gehen hin und her zwischen Redendem und Hörendem.

Sie sind Mittler zwischen Geist, Körper und Seele des einen Menschen hin zum anderen.

Doch die Bibel sagt noch mehr über das Wort:

"Im Anfang war das Wort. Das Wort war bei Gott und Gott war das Wort ...
In ihm war das Leben."
(Johannes 1,1 und 4)

Durch das Wort ist Leben im Wasser. Das Wort macht die Taufe zum “gnadenreichen Wasser des Lebens."

Was in unserer Sprache ein sachlicher Ausdruck zur Bezeichnung der Dinge ist, "das Wort". das heißt im Griechischen "Logos" und bedeutet viel mehr:

Geist, Helligkeit, Klarheit,
lebensschaffende und verwandelnde Kraft
und auch der sich offenbarende Gott.

Im Wort, das die Taufe zur Taufe macht offenbart sich Gott selbst.
Er ist es, der wirkt bei der Taufe.
Er nimmt den Menschen an:
"Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. du bist mein!"
Gott macht uns selig durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Heiland, damit wir, durch dessen Gnade gerecht geworden, Erben des ewigen Lebens würden nach unsrer Hoffnung. Das ist gewißlich wahr.

(Viertes Hauptstück, zum dritten, 2.Teil)

Bedacht auf unsere Sicherheiten,
stolz auf unsere Grundsätze,
auf den Schienen unserer Gewohnheiten
verbringen wir unsere Jahre und Tage
oft mühsam, oft wie erstarrt:
Freude welkt, Hoffnung verdorrt...

Und dann tauchst DU uns ein
in DEINE LIEBE
so tief, grenzenlos,
daß wir erschrecken,
loslassen, woran wir uns klammern
was uns von DIR trennt.

Hilf uns erkennen,
daß DU uns umgibst, BARMHERZIGER,
daß DU uns hältst - und trägst - und uns erfüllst.

DU rufst uns bei unserem Namen
DU schaffst uns neu:
machst uns lebendig.
DU unser HEILAND
richtest uns auf DICH aus, tränkst uns mit LEBEN
läßt die Ewigkeit beginnen - immer wieder - auch jetzt.

DU machst uns verlorene Menschen zu DEINEN Söhnen, zu DEINEN Töchtern, die DIR gefallen, DU machst uns selig: wir hoffen auf DICH HALLELUJA
"Was hast du, was du nicht empfangen hättest?" sagt ein Apostel zu Menschen, die sich selbst überschätzen. Er erinnert daran, daß alles Wesentliche im Leben Geschenk ist. In drei äußerst knappen Aussagen umschreibt er dieses Geschenk: "Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.

"Ein Herr: Das Leben der Menschen untereinander ist geprägt von Unterschieden. Da gibt es sehr unterschiedliche Begabungen. Da sind hochgesteckte Erwartungen an das Leben und sehr bescheidene. Da gibt es tief von einander abweichende Lebensplanungen und ganz verschiedene Lebenserfahrungen. Aber in allen Unterschieden bleibt ein allen zukommendes Geschenk: ein Herr:

Nicht einer Vielzahl von Ansprüchen und Zwängen unterliegen wir, sondern wir haben einen Herrn. Und der ist nicht eine grausame und undurchschaubare Schicksalsmacht, sondern der Herr, der es unendlich gut mit uns meint.

Gott hält uns hinein in das Leben. Ein lebendiger Gott, dessen allertiefster Wille ist, daß jeder von uns seine Liebe erfährt und sein Leben lang in der Liebe bleibt.

Ein Glaube: Gottes Liebe erfahren wir im Glauben, in einem Vertrauen, das immer wieder in unserem Inneren erneuert wird und das uns an Gott festhalten läßt auch in Zeiten von Zweifel und Not. Es ist ein Vertrauen, das standhält, auch wenn viele Erfahrungen behaupten, Gott ist nicht!

Glauben heißt von einer Gewißheit erfaßt werden, die unbeirrbar ist.

Eine Taufe: Wir erfassen die Wirklichkeit Gottes nicht ohne eigene Anteilnahme. Wir erfassen sie nicht ohne Glauben. Aber so sehr es auf unseren persönlichen Glauben ankommt, ist auch wahr: Wir sind nicht allein auf uns angewiesen. Wir sind hineingetauft worden in eine große Schar von Menschen, die sich um ihre Mitte zusammenfinden.

Diese Mitte ist die Zusage Jesu Christi "Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Mehr als Gemeinschaftsgeist oder guter Wille hält diese Zusage die Menschen zusammen und bringt sie zur Erfahrung der Nähe Gottes.

Überall auf der ganzen Welt, wo immer wir uns aufhalten mögen, finden wir treue Glaubenshelfer. Es mögen Menschen anderer Sprache, Kultur oder Rasse sein. Es mögen Menschen mit einem ganz anderen Bildungsstand sein. Aber überall auf der Erde finden wir Menschen, die unverzagt, geduldig und fröhlich dem jeweiligen Zeitgeist widersprechen.

Überall finden wir Menschen, die wie wir getauft sind. Wenn wir das Geschenk der Taufe aus unseren Augen zu verlieren drohen, helfen uns solche Menschen, bei der Mitte zu bleiben.
Es bedeutet daß der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße soll ersäuft werden und sterben mit allen Sünden und bösen Lüsten; und wiederum täglich herauskommen und auferstehen ein neuer Mensch, der in Gerechtigkeit und Reinheit vor Gott ewiglich lebe.

Wo steht das geschrieben?

Der Apostel Paulus spricht zu den Römern im 6. Kapitel: Wir sind mit Christus begraben durch die Taufe in den Tod, damit wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

(4. Hauptstück, zum vierten)

Früher wurde der Täufling ganz im Wasser untergetaucht. Daran wurde sichtbar: Mit dem Menschen, der sich selbst für das Höchste hält, soll es nun wirklich aus sein. Er ist untergegangen. Und wir erwarten alles von Gott.

Im Laufe unseres Lebens soll das, was dies Untertauchen bedeutet, nun auch wirklich geschehen:

Der alte selbstsüchtige Mensch in uns soll absterben, damit wir in Gott aufleben. Mit eigenen Anstrengungen kann man das nicht bewirken. Gott selber wird es tun durch alles, was er uns widerfahren läßt, und wir sind dazu bereit, wie es das Auftauchen zeigt.

An zwei Beispielen wollen wir uns vor Augen halten, wie wir so etwas erfahren können.

Ich bin von jemandem schwer enttäuscht. Statt mich verächtlich von ihm abzuwenden, besinne ich mich auf Gottes Güte und denke an meine eigene Undankbarkeit. Vielleicht fällt mir auch ein, wie sehr ich selbst vor kurzem jemanden enttäuscht habe. Da geht in mir etwas unter von meinem aufgeblähten Ich. Zugleich merke ich, daß ich von einer Güte lebe, die unendlich viel mehr ist als meine Selbstgerechtigkeit.

Oder ich merke, wie ich im Alter auf fremde Hilfe angewiesen bin, sogar bis in die kleinsten Dinge hinein. Statt mich durch meine Hilflosigkeit gedemütigt zu fühlen, spüre ich in der Fürsorge anderer für mich etwas von Gottes Liebe und lasse bereitwillig meine Selbständigkeit hinter mir. Immer mehr wachse ich hinein in das Wirken seiner Liebe. 
Mehr als früher fühlen sich Eltern und Paten heute mitverantwortlich für die Gestaltung der Tauffeier: Eltern suchen vorher aus der Bibel den Taufspruch für ihr Kind aus und schlagen Lieder vor. Paten bringen ausgesuchte oder selbst vorbereitete Gebete mit, die sie bei der Tauffeier beten. Manchmal wird die Taufe eingebettet in einen Kindergottesdienst oder in einem Familiengottesdienst gefeiert. Dazu kommen dann Kinder mit ihren Eltern aus benachbarten Kindergärten; der ganze Gottesdienst bietet mitunter ein fröhliches und buntes Bild.

Die Grundelemente aber, die von altersher zur Taufe gehören, sind immer gleich geblieben:

Nach einem ersten Lob- und Danklied wird der Taufspruch des Kindes gesagt und darüber vom Pfarrer (bzw. Pfarrerin) eine kurze Predigt gehalten. Danach wird von allen das Glaubensbekenntnis gesprochen, dessen Wortlaut im Gesangbuch steht.

Eltern und Paten werden daraufhin gefragt, ob sie bereit sind, das Kind in diesem Glauben aufwachsen zu lassen. Nach dem "Ja" treten sie zum Taufbecken, natürlich auch die Geschwister des Täuflings.

Es folgen nun die Worte aus dem Neuen Testament, mit denen Jesus zur Taufe auffordert: "Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes...."

Verlesen wird auch die Geschichte, in der Jesus die Kinder segnet: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht."

Mancherorts ist es üblich, daß nun dem Täufling an Stirn und Brust ein Kreuzeszeichen gemacht wird.

Nun hält einer der Paten das Kind mit dem Kopf über das Taufbecken.

Der Täufer nennt den Namen des Kindes und gießt aus dem Taufbecken dreimal Wasser über seinen Kopf und sagt dabei: "Ich taufe dich auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes."

Nach einem Tauflied versammeln sich nun zum Schluß alle am Altar. Die Eltern mit ihrem Kind treten ganz nahe heran und es wird für sie ein Fürbittengebet gebetet, an das sich das gemeinsam gesprochene Vaterunser anschließt.

Eine schöne Sitte, die in manchen Gemeinden geübt wird, ist das Entzünden der Taufkerze an den Altarkerzen oder an einem Osterleuchter.

Die Taufkerze ist oft ein von Paten liebevoll vorbereitetes Taufgeschenk.

Der Taufgottesdienst endet mit dem Segen der Tauffamilie: Den Eltern, dem Täufling und seinen Geschwistern wird die Hand aufgelegt mit den Worten des Segens: "Der Herr segne dich und behüte dich, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig..."
Die auf dieser Seite wiedergegebenen Texte und Bilder entstammen der Broschüre "Ich bin getauft auf DEINEN Namen". Sie ist u.a. in der Elisabethkirche erhältlich und wurde vom Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde 1995 herausgegeben.

Regelungen

Taufen finden in den sonntäglichen Gemeindegottesdiensten statt. Ab dem neuen Kirchenjahr, das ab dem 1. Advent 2019 beginnt, bieten wir über das Jahr hin 6 Taufsonntage an, die von den verschiendenen Pfarrern und der Pfarrerin unserer Gemeinde gehalten werden. In der Gottesdienstübersicht können Sie sehen, welcher der Pfarrer/Pfarrerin der Elisabethkirche den entsprechenden Gottesdienst am ausgewählten Taufsonntag hält. Für die Vorbereitung der Taufe und das Taufgespräch sprechen Sie bitte "Ihren" Gemeindepfarrer/in an, sprich den, der für Ihren Gemeindebezirk als Seelsorger zuständig ist. Die Taufsonntage für das Kirchenjahr 2019/2020 sind:

Taufsonntage in der Eliabethkirche

Darüberhinaus bieten wir regelmäßig Taufsamstage an, die jeweils um 12 Uhr stattfinden, entweder in der Elisabethkirche oder, wenn der Wunsch besteht, auch im Michelchen.

Taufsamstage: Elisabethkirche oder Michelchen

  • 25. Juli 2020 12 Uhr Elisabethkirche oder Michelchen (Pfr. Ludwig): fraglich
  • 31. Oktober 2020 12 Uhr Elisabethkirche oder Michelchen (Pfr. Hartmann): wahrscheinlich

Natürlich werden auch mehrere Taufen in einem Taufgottesdienst gemeinsam gefeiert, wenn es sich ergibt.

Während der Gottesdienste kann und soll die Elisabethkirche nicht besichtigt werden, während der Amtshandlungen ist dies nur bis zum Lettner gestattet.

Für alle Taufen aus unserer Gemeinde und aus dem Kooperationsraum fallen keine Gebühren an, auch nicht für die Taufen an den 6 Taufsonntagen oder 3 Taufsamstagen.

Auswärtige Taufen, die über das Besucherpfarramt anfragen und die nicht an einem der eingerichteten Tasufsonntage oder -samstage stattfinden sondern in einem extra vorbereiteten Gottesdienst zahlen eine Gebühr von 100,-€  bei den Küstern.

Der Grund dafür ist, dass es  insgesamt einen hohen Aufwand dafür braucht, um für die Musik, die Sauberhaltung, und den Schmuck der Kirche zu sorgen. Wir bitten um ihr Verständnis.

Für eine/n Organisten/in sorgt bei Amtshandlungen in der Elisabethkirche und im Michelchen die Elisabethkirchengemeinde. Wir haben qualifizierte Musiker "unter Vertrag", die je nach Dienstplan für die Trauungen oder Taufen an einem Tag jeweils Dienst tun. Der Orgeldienst wird also von der Gemeinde für Alle vorgehalten und andererseits haben die beauftragten OrganistInnen durch diesen Dienst auch ihr Ein- und Auskommen. Daher ist es in der Regel nicht möglich, eigene OrganistInnen "mitzubringen".

Um aus besonders wichtigen Gründen von dieser Regel eine Ausnahme zu ermöglichen, sind zwei Dinge nötig:
 

  • Mindestens die C-Prüfung
  • Ein Gespräch mit dem/der PfarrerIn aus dem Team der Elisabethkirchengemeinde, die/der die Amtshandlung durchführt. Oder - wenn kein/e PfarrerIn der Gemeinde beteiligt ist - ein Gespräch mit dem Kantor der Elisabethgemeinde.

Amtshandlungen werden grundsätzlich von den Pfarrern gehalten, in dessen Bezirk die Gemeindemitglieder wohnen. Wenn Sie von außerhalb kommen, bringen Sie ruhig Ihren Gemeindepfarrer in die Elisabethkirche mit.

Wenn das in einzelnen Ausnahmefällen nicht möglich ist, kann die Amtshandlung von dem/der Besucherpfarrer/in übernommen werden. Notfalls kann auch eine/er der Kollegen/innen der Elisabethkirchengemeinde einspringen. In jedem Fall ist ein Dimissoriale (Überweisungsschein) des/der Heimatpfarrers/in vorzulegen.

In jedem Fall müssen Amtshandlungen, die in der Elisabethkirche oder im Michelchen gehalten werden, im Kirchenbuch der Elisabethkirche mit Nummer eingetragen werden, da sonst ein späterer Nachweis der Amtshandlungen nicht möglich ist. Bitte hinterlassen Sie, wenn ein auswärtiger Pfarrer die Amtshandlung durchführt, bei unseren Küstern die erforderlichen Angaben sowie eine Kopie der Geburtsurkunde. Formulare für die erforderlichen Angaben liegen in der Küsterstube oder hier als Taufanmeldeformular zum Runterladen bereit.

Sie müssen in jedem Fall die Kontaktdaten der beteiligten Personen und des/der Pfarrer/in (Adresse mit Telefonnummer) enthalten, die die Amtshandlung durchführen.

Bitte teilen Sie den Küstern/innen mit, mit wieviel Teilneh­mern Sie etwa rechnen, damit die erforderliche Anzahl von Stühlen aufgestellt wird. Auch über Parkmöglichkeiten können die Küster Auskunft geben. Normalerweise sind die Parkplätze hinter der Kirche, die Sie über den Firmaneiplatz erreichen können, geöffnet.

Auf den Altären stehen ständig Blumensträuße. Wenn Sie einen festlicheren Blumenschmuck haben möchten, wenden Sie sich am besten an unsere Küsterstube: (Küsterstube Tel. 06421/65573) Im Winterhalbjahr von 10.00 bis 16.00 Uhr, im Sommer von 9.00 bis 17.00 Uhr besetzt. Zu diesen Zeiten treffen Sie die Küster also in der Elisabethkirche an.

Die Küster können Sie gerne beraten und dafür sorgen, dass unser Blumenteam in Ihrem Auftrag den Altar festlich schmückt, bzw. die von Ihnen beauftragte Gärtnerei den Blumenschmuck bereitstellen kann. Da andere Amtshandlungen der ihren vorausgehen oder nachfolgen können, besteht meist Abstimmungsbedarf mit anderen Brautleuten oder Taufeltern.

Bei jeder Amtshandlung wird bei einem Umzug um den Altar oder am Ausgang eine Kollekte eingesammelt. Sie verbleibt in der Elisabethgemeinde und ist in der Küsterstube abzugeben.

Die Bestimmung des Kollektenzwecks obliegt nach der Ordnung unserer Landeskirche dem Kirchenvorstand der Gemeinde, in der die Amtshandlung stattfindet.

Der Kirchenvorstand der Elisabethgemeinde hat den Kollektenzweck für alle Amtshandlungen im Michelchen und in der Elisabethkirche bestimmt:
 

  • für die diakonischen Aufgaben in unserer Gemeinde (Unterstützung Bedürftiger iim sozialen Brennpunkt der Gemeinde mit Lebensmitteln). Wir bitten Sie bei den Kollektenabkündigungen darauf hinzuweisen.

Küsterstube der Elisabethkirche
Elisabethstraße 0
35037 Marburg
Tel.: 06421-65573
Kuesterstube@Elisabethkirche.de

Besucherpfarramt der Elisabethkirche
Elisabethstr. 6
35037 Marburg
Tel.: 06421-65497
Besucherbuero@Elisabethkirche.de

Kantor der Elisabethgemeinde
Tel.: 06421-5907639
Kirchenmusik@Elisabethkirche.de

Eine sich an die Taufe anschließende Feier ist vor Ort nicht möglich! Sie können sich aber entsprechende Räumlichkeiten innerhalb Marburgs reservieren lassen. Informationen zu Gaststätten und Restaurants, die diesen Service anbieten, erhalten Sie von der:

Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH
Erwin-Piscator-Haus | Biegenstraße 15 |
35037 Marburg
Tel. 06421-9912-0
Fax. 06421-9912-12

E-Mail: info@marburg-tourismus.de
Internet: https://www.marburg-tourismus.de

Fragen rund um das Patenamt

Der Begriff "Pate" kommt vom lateinischen "pater" = Vater. Ein Pate - und genauso eine Patin - übernimmt also gewissermaßen eine "elterliche" Funktion in der Begleitung des Patenkindes auf seinem Weg mit dem Glauben.

Zusammen mit den Eltern versprechen die Paten bei der Taufe, die Aufgabe der christlichen Erziehung mitzutragen und "dem Täufling durch ihr Wort und Beispiel zu helfen Gott und die Menschen zu lieben".

Das Patenamt ist darum ein kirchliches Amt. Es dient dazu, der Verantwortung gerecht werden zu können, die sich mit der Taufe kleiner Kinder verbindet, die noch kein eigenes Ja sagen können. Es soll dem Täufling neben den Eltern Begleiter/innen an die Seite stellen und zum eigenen "Ja" ermutigen.

Sicher haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wer für Ihr Kind das Patenamt übernehmen soll. Die Entscheidung ist nicht immer leicht. Einerseits ist es ein Zeichen des Vertrauens, jemanden zu bitten in dieser besonderen Weise für Ihr Kind dazusein, andererseits möchten Sie sicher niemanden zu dieser Aufgabe drängen. Die folgenden Überlegungen möchten Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen.
Die Paten geben die Zusage, sich in besonderer Weise zusammen mit Ihnen als Eltern um ihr Kind zu kümmern und so zu begleiten, dass es später in eigener Verantwortung auf die Taufe antworten kann.
Dazu ist es gut, wenn Paten frühzeitig einen eigenen Kontakt zu Ihrem Kind aufbauen und pflegen. Geschenke zu Weihnachten oder zum Geburtstag können ein Ausdruck dieser Beziehung sein.
Wichtiger sind aber sicher das persönliche Wahrnehmen des Patenkindes, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Umgang, Zuwendung und Zeit zum Spielen oder zum Zuhören und Sprechen über die Fragen, die uns Menschen im Innersten bewegen. So öffnen auch die Paten Zugänge zu Gott und können in manchen Phasen zu wichtigen Gesprächspartnern ihres Patenkindes werden.
Auch Gebet und Fürbitte für das Patenkind gehören sicher zu den wesentlichen Bestandteilen des Patenamtes.
Mit der Absicht, ihr Kind taufen zu lassen, bezeugen Sie Ihr Zutrauen, dass der christliche Glaube für das Leben Ihres Kindes besondere Bedeutung haben kann und haben möge. Die Paten sollen es auf diesem Weg begleiten. Darum versteht es sich von selbst, dass die Paten selbst auf diesem Weg sind und dem christlichen Glauben zugehören.

Das Patenamt kann übernehmen, wer selbst getauft und konfirmiert wurde und auch heute noch einer christlichen Kirche angehört. Dazu zählen neben der evangelischen und der katholischen Kirche auch alle Mitgliedskirchen der (ACK) Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen.
Paten müssen sich durch einen Patenschein ausweisen. Dieser Patenschein belegt, dass die Paten sowohl getauft als auch konfirmiert und Mitglied einer christlichen Kirche sind. Sie erhalten den Patenschein beim zuständigen Gemeindepfarramt ihres Wohnortes.
Notwendig ist mindestens ein Pate, der der evangelischen Kirche angehört. Möglich sind aber mehr. Oft sind es zwei Paten, in vielen Fällen auch drei oder vier.
In besonderen Ausnahmefällen ist es schon vorgekommen dass ein Pate - aus vertretbaren Gründen und auf eigenen Wunsch - von der Patenschaft entbunden wurde. Diese "Streichung" wird dann durch einen Nachtrag im Taufbuch vermerkt.
In gleicher Weise ist es schon vorgekommen, dass - nach der Taufe - noch weitere Personen als Paten bestellt wurden. Nachträglich bestellte Paten werden in vergleichbarer Weise verpflichtet und in das Taufbuch nachgetragen.
Eine Streichung gegen den Willen des Paten ist nicht möglich. Im konkreten Einzelfall suchen sie doch bitte das Gespräch mit dem Paten, um den Konflikt gemeinsam zu klären oder das Einverständnis des Paten zur Aufhebung der Patenschaft einzuholen. Sie können die Gemeindepfarrerin / den Gemeindepfarrer zu einem klärenden Gespräch dazu bitten.
In Fällen, in denen kein Gespräch mehr möglich ist, kann ein Vermerk in das Taufbuch übernommen werden, der die Schwierigkeit festhält.
Normalerweise endet die Patenschaft mit der Konfirmation. Bei der Konfirmation, soll der Täufling ja seinen Glauben in die eigene Verantwortung nehmen und - so vorläufig, wie das "auf dem Weg" immer nur möglich ist - sein eigenes "Ja" sagen, das damals Eltern und Paten stellvertretend für ihn gesagt hatten.
Allerdings, die Begleitung des jungen Menschen ist natürlich auch weiterhin möglich und oft auch geradezu erwünscht.