Die Hauptorgel von Klais

Die Klais-Orgel der Elisabethkirche wurde am 5. November 2006 feierlich eingeweiht. Sie wurde von der Bonner Orgelbauwerkstatt Klais in 2 1/2 jähriger Bauzeit gefertigt, und ist nach dem Urteil vieler Fachleute nunmehr eine der bedeutendsten Orgeln der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck.

"Stilistisch orientiert sich die Orgel an den romantischen Orgeln aus Deutschland und Frankreich. Viele tiefe und grundtönige Register geben die Basis für einen weichen, vollen Klang ...", so beginnt Kantor Nils Kuppe die Beschreibung des Klangkonzeptes und der Disposition der neuen Orgel.

Die Vorgängerorgel (1963- 2005) wurde Mitte Juni 2005 ausgebaut (Bericht vom Orgelabbau). Das Gewölbe wurde untersucht, gereinigt und gefestigt. Das Meistermannfenster neu verfugt und die Tragfähigkeit der Empore wurde für die neue Orgel durch Eisenträger erhöht. Das Meistermannfenster hinter der Orgel, das das Thema "Ausgießung des Heiligen Geistes" hat, war während der Bauarbeiten für eine kurze Zeit frei sichtbar. Für die Farbgebung und Gestaltung des neuen Prospektes war es maßgebend: da die Orgel das Fenster zu eine gewissen Teil verdeckt, werden dessen Farben und Formen auf dem Orgelprospekt weitergeführt.

I Hauptwerk C-a'''

Praestant 16`
Bourdon 16`
Octave 8`
Gedeckt 8`
Flûte harmonique 8`
Gambe 8`
Octave 4`
Spitzflöte 4`
Quinte 2 2/3`
Octave 2`
Cornet V
Mixtur V
Trompete 16`
Trompete 8`

IV Pedal C-g'

Untersatz 32`
Contrabass 16`
Violon 16`
Subbass 16`
Quintbass 10 2/3`
Octavbass 8`
Flötenbass 8`
Cello 8`
Octave 4`
Rauschpfeife IV
Posaune 16`
Fagott 16`
Trompete 8`
Clarine 4`

II Positiv schwellbar C-a'''

Quintatön 16`
Principal 8`
Holzgedackt 8`
Salicional 8`
Octave 4`
Rohrflöte 4`
Sesquialtera II 2`
Octave 1 1/3`
Larigot
Mixtur III
Cromorne 8`
Klarinette 8`

Tremulant

Koppeln

II-I
III-I , elektrisch, Super, Sub
III-II, elektrisch, Super, Sub
III-III Super, Sub
I-P
II-P
III-P, Super

III Schwellwerk C-a'''

Stillgedackt 16`
Geigenprincipal 8`
Hohlflöte 8`
Lieblich Gedackt 8`
Aeoline 8`
Vox coelestis 8`
Octave 4`
Traversflöte 4`
Violine 4`
Nasard 2 2/3
Flautino 2`
Tierce 1 3/5`
Harmonia aetheria IV
Basson 16`
Trompette harmonique 8`
Hautbois 8`
Voix humaine 8`

Tremulant

Zahlen und Fakten

57 Register
3 Manuale
3719 Pfeifen
2 Tremulanten
5 Koppeln

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„Die Berührung zwischen Gott und der Seele ist Musik.“

Bettina von Arnim

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Wegen Coronavirus-Epidemie: Keine Konzerte und Proben

In Anlehnung an die Empfehlungen der Bundesregierung und des Robert-Koch-Instituts in Bezug auf den Corona-Virus hat die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Dr. Beate Hofmann, dazu geraten, Gottesdienste und andere kirchliche Veranstaltungen auszusetzen.

Wir möchten Solidarität mit besonders gefährdeten Menschen zeigen, Ansteckungsrisiken minimieren und kommen deshalb diesem Aufruf nach:

Alle Konzerte und alle Proben von Kantorei, Kinderchor und Posaunenchor falles bis auf weiteres aus.

Kantorei der Elisabethkirche

Liebe Freunde der Chormusik, die Kantorei der Elisabethgemeinde und damit etwa 100 Sängerinnen und Sänger haben es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen mit ihrem Gesang Freude zu bereiten, sondern haben auch selbst jede Menge Spaß an der Musik. Jeden Dienstagabend treffen sich unsere Kantorei-Mitglieder – von jungen Studierenden bis hin zu älteren Sängerinnen und Sängern, um gemeinsam zu singen und sich zwei bis dreimal jährlich auf größere Konzerte vorzubereiten. Auch Probenwochenenden und Chorreisen sind fester Bestandteil unseres Kantorei-Kalenders. Sie möchten bei uns mitsingen? Bässe und besonders Tenöre sind bei uns immer willkommen. Sopranistinnen und Altistinnen können wir aufgrund der derzeitigen Altersstruktur unseres Chores nur noch bis zu einem Alter von 50 Jahren aufnehmen. Wir freuen uns, Sie kennenzulernen! Ihr
Nils Kuppe

Probenplan

Sie möchten in unserer Kantorei mitsingen oder sind bereits Kantoreimitglied und möchten sich über unsere nächsten Termine und Chorreisen informieren?
In unserem Probenplan erfahren Sie mehr! Probenplan ansehen 

Halbjahresflyer "Kirchenmusik"

Unsere Konzerte und Veranstaltungen im 1. Halbjahr
März bis Juli 2020

Flyer ansehen 

No news available.

Berichte aus der Kirchenmusik

28 . Jun 2020

Neues Orgelregister für die Klaisorgel jetzt spielbereit

Bezirksakantor zieht alle Register. Bisher 57. Jetzt 58. Mit drei Kurzkonzerten am 28. Juni um 11.15, um 13.15 und um 16.15 Uhr stellt er es vor. Es…

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08 . Apr 2019

Matthäus-Passion fasziniert das Publikum

Gleich zweimal ist die Matthäus-Passion (BWV 244) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) am Wochenende zum Passionssonntag in der Elisabethkirche…

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17 . Dez 2018

Adventliche Bläsermusik ertönt im Kerzenschein

Besinnliche, festliche, volkstümliche und swingende Bläsermusik erklang am Vorabend zum dritten Advent in der proppenvollen Elisabethkirche.

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14 . Dez 2018

Weihnachtsoratorium erklingt kindgerecht

Ein besonderes familiäres Konzerterlebnis stellte am zweiten Adventssonntag die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium für Kinder…

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10 . Mär 2018

Eli, Eli ... lama sabachtani

Mit diesem für die Passionszeit so zentralen Ausruf, den Jesus am Kreuz tut, endete am Samstag, den 10. März 2018 das Benefizkonzert der Kantorei der…

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07 . Nov 2016

Musikgottesdienst feiert 10 jähriges Orgeljubiläum.

Am 6.11.2016 feierte die Elisabethgemeinde das 10 jährige Jubiläum ihrer Orgel mit einem besonderen musikalisch geprägten Gottesdienst.

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06 . Nov 2016

Te deum laudamus...!

Am 5.11. um 18 Uhr fand aus Anlass des 10 jährigen Orgeljubiläums ein besonderes Konzert der Kantorei zusamm mit der Klais-Orgel statt.

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15 . Jun 2016

Organistenfortbildung in der Elisabethkirche

Am 3. Juni fand eine Organistenfortbildung mit dem Kernthema „Reger und sein Orgelwerk“ in der Elisabethkirche statt.

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30 . Nov 2015

Weihnachtsoratorium von Kindern für Kinder - Zurück zu Wurzeln der Weihnachtszeit

Am Samstag vor dem 1. Advent erklang Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium von Kindern für Kinder in der proppenvollen Elisabethkirche. Kein…

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09 . Nov 2015

Händels Messias in der Elisabethkirche: "Der Chor als Garant für Glücksgefühle"

Am 7. und 8. November führten die Kantorei der Elisabethkirche und die Kurrende des Marburger Kinderchores „The Messiah“ von Händel auf. - Jeweils…

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Berichte aus der Kirchenmusik

28 . Jun 2020

Neues Orgelregister für die Klaisorgel jetzt spielbereit

Bezirksakantor zieht alle Register. Bisher 57. Jetzt 58. Mit drei Kurzkonzerten am 28. Juni um 11.15, um 13.15 und um 16.15 Uhr stellt er es vor. Es…

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08 . Apr 2019

Matthäus-Passion fasziniert das Publikum

Gleich zweimal ist die Matthäus-Passion (BWV 244) von Johann Sebastian Bach (1685-1750) am Wochenende zum Passionssonntag in der Elisabethkirche…

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Adventliche Bläsermusik ertönt im Kerzenschein

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14 . Dez 2018

Weihnachtsoratorium erklingt kindgerecht

Ein besonderes familiäres Konzerterlebnis stellte am zweiten Adventssonntag die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium für Kinder…

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10 . Mär 2018

Eli, Eli ... lama sabachtani

Mit diesem für die Passionszeit so zentralen Ausruf, den Jesus am Kreuz tut, endete am Samstag, den 10. März 2018 das Benefizkonzert der Kantorei der…

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07 . Nov 2016

Musikgottesdienst feiert 10 jähriges Orgeljubiläum.

Am 6.11.2016 feierte die Elisabethgemeinde das 10 jährige Jubiläum ihrer Orgel mit einem besonderen musikalisch geprägten Gottesdienst.

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06 . Nov 2016

Te deum laudamus...!

Am 5.11. um 18 Uhr fand aus Anlass des 10 jährigen Orgeljubiläums ein besonderes Konzert der Kantorei zusamm mit der Klais-Orgel statt.

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15 . Jun 2016

Organistenfortbildung in der Elisabethkirche

Am 3. Juni fand eine Organistenfortbildung mit dem Kernthema „Reger und sein Orgelwerk“ in der Elisabethkirche statt.

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30 . Nov 2015

Weihnachtsoratorium von Kindern für Kinder - Zurück zu Wurzeln der Weihnachtszeit

Am Samstag vor dem 1. Advent erklang Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium von Kindern für Kinder in der proppenvollen Elisabethkirche. Kein…

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09 . Nov 2015

Händels Messias in der Elisabethkirche: "Der Chor als Garant für Glücksgefühle"

Am 7. und 8. November führten die Kantorei der Elisabethkirche und die Kurrende des Marburger Kinderchores „The Messiah“ von Händel auf. - Jeweils…

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Kontakt Kantorei

Für allgemeine Anfragen und Mitsingen: info@kantorei.elisabethkirche.de Kirchenmusikbüro der Elisabethkirche im Martin-Luther-Haus Bezirkskantor Nils Kuppe Johannes-Müller-Str. 1
35037 Marburg Tel: 06421/5907639
Email: kirchenmusik@elisabethkirche.de

Ein Chor stellt sich vor

Die Kantorei der Elisabethgemeinde besteht seit über vierzig Jahren. Zurzeit singen etwa  100 Sängerinnen und Sängern in dem Chor. Es sind Studierende, Sängerinnen und Sänger mittleren Alters, aber auch Ältere, die sich jeden Dienstagabend zur Probe treffen. Es werden jährlich zwei bis drei größere Konzerte mit oratorischen Werken veranstaltet, die über einen längeren Zeitraum hin geprobt wurden.

Auf dem Programm der letzten Jahre standen die  Matthäuspassion und die Johannespassion sowie die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, das Requiem von Giuseppe Verdi, das Stabat Mater von Antonin Dvořak, das Oratorium Elias von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die Oratorien  Messiah und Solomon von Georg Friedrich Händel und das Deutsche Requiem von  Johannes Brahms sowie jährlich am zweiten Advent das Weihnachtsoratorium von J.S. Bach.

Die Kantorei wirkt regelmäßig in Gottesdiensten, beim Weihnachtsliedersingen oder anderen Anlässen innerhalb und außerhalb der Elisabethkirche mit.  Probenwochenenden und Chorreisen mit Konzerten, zuletzt im Herbst 2019 an den Bodensee, fördern die Gemeinschaft der Sängerinnen und Sänger.

Mitsingen

Grundsätzlich sind wir immer offen für interessierte Neue. Da wir im Sopran und im Alt nahezu überbesetzt sind und auch um die gemischte Altersstruktur des Chores zu erhalten, nehmen wir Sopranistinnen und Altistinnen nur noch bis zu einem Alter von 50 Jahren auf.
Für die Männerstimmen gilt diese Regelung nicht – Bässe und besonders Tenöre sind immer willkommen! Immer zu Projektbeginn sind neue Sängerinnen und Sänger herzlich willkommen. Bitte melden Sie sich unter info@kantorei.elisabethkirche.de und stellen sich vor der ersten Probe kurz bei Kantor Nils Kuppe vor. Die Proben finden derzeit im Hans-von-Soden-Haus bei der ESG bzw. dem RPI in der Rudolf-Bultmann-Str. 4 statt.

Karten kaufen

Karten sind in der Küsterstube der Elisabethkirche ab ca. 4 Wochen vor den Konzerten erhältlich. Küsterstube in der Elisabethkirche
Elisabethstraße 3
35037 Marburg Telefon: 06421-65573 kuesterstube@elisabethkirche.de

Kirchenmusiker

Nils Kuppe Chorleiter, Bezirkskantor

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Orchester

Seit vielen Jahren begleiten uns Solamente Naturali und das Marburger Kammerorchester. Mehr...

Bezirkskantor Nils Kuppe

Nils Kuppe, Bezirkskantor und Leiter der Elisabethkantorei, wurde 1972 auf der Insel Pellworm im Nordfriesischen Wattenmeer geboren. Seine Kindheit verbrachte er auf Nordstrandischmoor, einer kleinen Hallig mit nur fünf Häusern. Nach Abitur und Zivildienst studierte er  Schul- und Kirchenmusik, u.a. bei Martin Haselböck, an der Musikhochschule Lübeck. Erste Berufserfahrungen sammelte er als Assistent am Lübecker Dom. Noch vor Beendigung seines Studiums wurde er als Kantor an die St.-Remberti-Gemeinde in Bremen berufen. Seit Februar 2005 ist er als Bezirkskantor für den Kirchenkreis Marburg und als Kantor und Organist an der Elisabethkirche tätig. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt neben der Chorarbeit mit Erwachsenen in der Förderung des Nachwuchses. Das zeigt sich sowohl mit dem Marburger Kinderchor als auch mit jungen Organisten. Er ist auch Dozent an der Kirchenmusikalischen Fortbildungsstätte in Schlüchtern und leitet den Universitätschor Marburg. Konzerte führten in  viele Länder Europas und in die USA und zuletzt nach Russland.

Fotos und Presse

Neuere Bilder und andere mediale Einblicke in die Arbeit der Kantorei

Liebe Nutzer und Interessierte, hier zeigen wir Ihnen und Euch einen etwas tieferen Blick in die Arbeit der Kantorei. Er soll die Lust und die Freude weitertragen, die wir beim Singen empfangen.  Lassen auch Sie sich einfach berühren. Und wenn der Funke übergesprungen ist, dann kommen Sie und machen mit.

Bildergalerie von den Proben

Weihnachtsoratorium 2017

Ein deutsches Requiem

Thomas Emanuel Cornelius in der Elisabethkirche

Thomas Emanuel Cornelius war im Februar 2018 zu Gast in der Elisabethkirche. Auf der Klais-Orgel spielte er seine Kompostion: Schöpfung- Introduktion von 2018

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Probenplan

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Ausgabe Nr 7: Frühling 2017

Liebe Leserin, lieber Leser

„Männer & Frauen passen einfach nicht zusammen“, meint Loriot, und wenn man in die Kirchengeschichte schaut, dann dachten das anscheinend auch nicht wenige. Aber zumindest die Schöpfungsgeschichten im Alten Testament, auch mancher Satz im Neuen sehen das anders.

In der Geschichte der Kirche blieb man, nach ungewöhnlichen Anfängen in der Urgemeinde, schnell und lang bei einem hierarchischen Verhältnis zwischen Männern und Frauen. Die Reformatoren haben sich hier auch nur wenig von den Haltungen ihrer Zeit gelöst. Die erste Gemeinschaft in der Jesus-Nachfolge hat es jedoch mit der Gleichwertigkeit der Menschen ernster genommen als spätere Generationen. Entgegen den gesellschaftlichen Gepflogenheiten, nach denen nur Männer als glaubwürdige Zeugen angesehen wurden, waren es Frauen, die als erste das leere Grab sehen und davon berichten und die dem auferstandenen Jesus begegnen – und ihr Zeugnis gilt.

Wie ist es aber dann zur Abwertung von Frauen im Christentum gekommen? Eine Ursache war: Man hat sich an die Verhältnisse in den damaligen Zeiten angepasst! Aber Anpassung an die Verhältnisse ist keine biblische Tugend!

Biblisch (und ein Erbe der Reformation) ist eine Freiheit, die uns von überkommenen Mustern wegführt: Als Gottes Ebenbild (Gen 1) hat jeder Mensch eine besondere Würde - als Frau und als Mann. Diese Grundbestimmung zu suchen und in immer neuen Versuchen auch umzusetzen, ist bis heute die Herausforderung, auch in den Kirchen der Reformation.

mit herzlichem Gruß,
Ihr Team Öffentlichkeitsarbeit

Ausstellung „Spuren der Reformation in der Marburger Elisabethkirche“

Heiligenfiguren, Schnitzaltäre, Reliquienschrein – auf den ersten Blick fällt es schwer zu glauben, dass die Elisabethkirche heute protestantisch ist, ja, dass hier sogar schon seit Ende der 1520er Jahre fast durchgängig evangelischer Gottesdienst gefeiert wird. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Wie ging man von protestantischer Seite aus mit dem reichen mittelalterlichen, „katholischen“ Erbe der Kirche um? Was wurde aus den Reliquien der heiligen Elisabeth? Diesen und weiteren Fragen möchte sich eine Ausstellung der Kirchengemeinde, die vom 17. Mai bis 31. Oktober im Seitenschiff der Elisabethkirche zu sehen sein wird, widmen. Anhand der zahlreichen, nicht gerade immer offensichtlichen Spuren, die die Reformation in der Elisabethkirche hinterlassen hat, sollen Themen wie etwa „lutherische Begräbniskultur“, „Bildersturm“ und „Simultaneum“, während dessen 1811-1827 Protestanten wie Katholiken gleichermaßen den Kirchenraum nutzten, veranschaulicht werden. „Welche Spuren könnten damit gemeint sein?“, werden Sie sich nun vielleicht fragen. Ein Beispiel: An der östlichen Wand des Landgrafenchors steht das Grabmal Annas von Mecklenburg, der Mutter Landgraf Philipps. Anders als ihr Sohn blieb Anna bis zu ihrem Tod 1525 der Papstkirche treu. Auf der Inschrift ihres Grabsteins wird der „Trauer und Schrecken“ gedacht, die die „verschiedenen Unruhen über die Religion und die Bauernkriege in ihrer Seele“ ausgelöst hatten. Auf gleiche Weise erzählt auch manch anderes Kunstwerk in der Kirche von den Veränderungen und Folgen der Reformationszeit, etwa die seit dem calvinistischen Bildersturm leeren Lettnernischen oder Reste einer Opferbüchse, die die Katholiken während des Simultaneums angebracht hatten. Von weiteren Zeugnissen, wie z.B. den einst zahlreichen Grabsteinen, die nach der Reformation in Mittelschiff und Chören aufgestellt wurden, haben sich nur minimale Reste erhalten. Und vieles über die einstigen Verhältnisse in unserer Kirche wissen wir nur noch, weil Archivakten davon berichten: War Ihnen etwa bekannt, dass die Gottesdienstbesucher im 18. Jahrhundert hier Kirchenbänke mieten mussten? Diesen Spuren  mit  und  durch  die Ausstellung zu folgen, sind Sie herzlich eingeladen!

Ausstellungseröffnung

Eröffnet wird die Ausstellung am 17. Mai 2017 um 19.30 Uhr mit einem Festvortrag des Kirchenhistorikers Prof. Dr. Volker Leppin aus Tübingen mit dem Thema „Luther: Mystik und Reformation - eine Botschaft für die Leistungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts“.

Führungen zur Ausstellung

  • jeden 1. Sonntag im Monat um 15 Uhr
  • So, 21.5. 16 Uhr, Der 18. Mai 1539: Demonstration der Reformation in der Elisabethkirche
  • So, 20.8. 16 Uhr, Das Simultaneum 1811-1827: Als evangelische und katholische Christen sich die Kirche teilen mussten.
  • So, 17.9. 16 Uhr, Die Elisabethkirche als Bestattungsplatz in nachreformatorischer Zeit
  • So, 22.10. 16 Uhr, Führung zur Finissage: Frömmigkeit im Wandel der Zeiten. Von Ablässen und Heiligenkult zum Evangelium „lauter und rein“ - eine Spurensuche in der Elisabethkirche
Weitere Informationen finden Sie auf unserem Ausstellungsflyer oder unter: www.elisabethkirche.de/spuren.

Fahnen an der Elisabethkirche „Aufbrüche - Reformation 2017“

Unter dem Thema „Aufbrüche“ gestalteten zehn Marburger Künstlerinnen und Künstler im Auftrag des Fachdienstes Kultur der Stadt Marburg Fahnen, die in diesem Jahr im ganzen Stadtgebiet verteilt, die Bürgerinnen und Bürger, Besucherinnen und Besucher inspirieren sollen. An der Elisabethkirche sind an der Südseite zwei Fahnen der Künstlerin Christine Dahrendorf zu sehen. Mit dem folgenden Text beschreibt Christine Dahrendorf ihre Gedanken zu den beiden Werken.
„Martin Luther kennzeichnete seine Schriften mit der sogenannten Lutherrose. Alle Reformatoren benutzten ähnliche wirkmächtige Symbolbilder. Luther sah seine Handlungsmaxime der überpersönlichen Alchemie der weißen Rose mit rotem Herz und schwarzem Kreuz, eingebettet in goldumrahmtes Himmelsblau, verbunden. In der Abgeschiedenheit seines Turmzimmers ringend mit Gott erfuhr er sein wichtigstes Einweihungserlebnis. Dies war der unverrückbare Grundstein seines Wirkens. Der Entwurf: Die fünfblättrige Rose trägt in sich das Pentagramm: Das Zeichen des Menschen. Die weiße Blüte meint den nach Lauterkeit Strebenden. Das Herz als Agape, die göttliche Liebe, jetzt in der Farbe Purpur, die Religio, die Rückverbindung zum Überpersönlich-Göttlichen. Die Transformation des schwarzen zum ergrünten Kreuz, das nun zum frischen Spross wurde, ist das Zeichen der Auferstehung Christi, der den Tod überwand. Der goldene Ring wurde zum gelben Schein und kündigt wie eine Glorie den Beginn des immateriellen Leuchtens an, in dem der Materialismus vom kulturell-kreativen Bewusstsein abgelöst ist: Jeder Mensch, als schöpferisches Wesen, hat das Potential zum Aufbruch. Als freies Wesen kann er sich jenseits von jeglicher Religion und politischer Meinung mit der absolut neuen evolutiv wirksamen Auferstehungskraft verbinden.“

Du, meine Seele, singe… Die Kantorei der Elisabethkirche besteht seit 40 Jahren

Die Kantorei gehört fast mein halbes Leben dazu, die Freude bei den Proben, das Hochgefühl bei großen Aufführungen und die Dankbarkeit, Gottesdienste mit zu verschönern. Ich kann mir mein Leben ohne Singen nicht vorstellen.“ sagt Christa Hauptmeier. Sie ist von Anfang an dabei und hat die 40 Jahre, die der Chor nun besteht, miterlebt. Damit spricht sie vielen Sängerinnen und Sängern aus dem Herzen. Ein besonderer Festgottesdienst sollte es nicht sein – aber ein Gottesdienst mit viel Musik  wurde am 26. Februar 2017 in der Elisabethkirche gefeiert. Im ersten Gottesdienst, an dem die Kantorei mitwirkte  erklang damals von Hugo Distler „Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreit meine Seele nach dir“. Ein dreistimmiger Satz – denn neben 11 Frauen fanden sich zunächst nur zwei Männer in dem Kirchenchor, wie er damals genannt wurde, ein. Brigitte Leppin leitete diesen Chor 20 Jahre lang, nach einer Weile durfte sie sich Kantorin nennen – und aus dem Kirchenchor wurde eine Kantorei. Nach Jochen Kaiser, dem ersten hauptamtlichen Leiter, und Dr. Helmut Hering, der von 2003 bis 2004 den Chor leitete, ist nun Nils Kuppe als Kantor für die Kantorei verantwortlich. Im Festgottesdienst hörten die Besucher die Stücke aus der Anfangszeit des Chores.  Pfarrerin  Dr. Müller bedankte sich bei den Musikern symbolisch mit einem kleinen goldenen Päckchen. „Ein Goldschatz“, sagte sie, „ist das Singen für die Kantorei – und damit auch für die ganze Gemeinde“. Etliche Mitglieder waren im Gründungsjahr des Chores 1977 noch lange nicht geboren, die Jüngsten sind erst 14 und 15 Jahre alt. Die älteste Sängerin ist bald 90. So vielfältig wie die Sänger, so abwechslungsreich waren die Programme. Fester Bestandteil ist in jedem Jahr am 2. Advent das Weihnachtsoratorium von Bach.  Überhaupt Johann Sebastian Bach – er wird immer wieder gern erarbeitet. Hier fühlen sich Sänger wie Chorleiter heimisch. Was nicht heißt, dass andere Komponisten und Zeiten ausgelassen würden. Händels „Messiah“, von Mendelssohn der „Elias“ und andere Werke, das „Requiem“ von Verdi waren Höhepunkte. Aber nicht nur die Musik vergangener Zeiten wurde gesungen, auch neuere Kompositionen forderten den Chor heraus. Mauersbergers Motette „Wie liegt die Stadt so wüst“ aus dem Jahre 1945 wurde am 25. Jahrestages des Mauerfalls 2014 aufgeführt. Aber nicht nur in Konzerten ist die Kantorei zu hören, musikalisch gestaltet sie mehrere Gottesdienste im Jahresverlauf. So ist die Kantorei ein wichtiger Teil des Kirchenmusiklebens in Marburg. Auch in diesem Jahr bietet die Kantorei wieder ein reichhaltiges Programm.  Den Anfang machte im März die Johannespassion von J.S. Bach. Im Ostergottesdienst wurde die Kantate „Christ ist erstanden“ von Bach gesungen. Im November wird das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms zu vernehmen sein und im Advent dann – ja, wie in jedem Jahr: Das Weihnachtsoratorium! Interessierte Sängerinnen und Sänger können sich gerne bei Nils Kuppe (kuppe@elisabethkirche.de) melden.

Besondere Termine und Veranstaltungen

Neben den regelmäßigen Veranstaltungshinweisen in der ökumenischen Zeitung KiM und hier auf unserer Webseite: www.Elisabethkirche.de möchten wir Ihnen hier einige besondere Veranstaltungen nahebringen:

Führungen

  • Sonntags nach dem Gottesdienst und werktags um 15.00 Uhr

Orgelführung

  • Samstag, den 20.5., 26.8. und 30.9.; jeweils um 12 Uhr

Dachstuhlführungen

  • Samstag, den 13.5., 20.5., 10.6., 17.6., 8.7., 15.7., 12.8., 19.8., 9.9., 16.9.; jeweils um 10 Uhr. Teilnehmen können Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre. Bitte in der Küsterstube, Tel. 65573, anmelden.

Kinder führen Kinder

  • Sonntags jeweils um 12 Uhr am: 27.3., 24. 4., 29. 5., 26. 6. und am 31. 7.

Sonderführungen

  • Sonderführungen zur Ausstellung finden Sie in der Innenseite des Elisabethbriefes
  • So, 18.6., 15:15 Uhr, „...ich will mal schauen...“ - Spirituelle Führung
  • Sa, 24.6., 17 Uhr, Führung zum Johannistag
  • So, 25.6. 12 Uhr, Kirchenführung von Kindern für Kinder
  • So, 25.6. 16 Uhr, Die Glocken (keine Turmbesteigung)
  • So, 16.7. 16 Uhr, Die heilige Katharina

      Kirchenmusik

      • Fr, 9.6. 19 Uhr, Orgelkonzert
      • Sa, 1.7. 18 Uhr, Orgelkonzert
      • Sa, 22.7. 18 Uhr, Chorkonzert des Universitätschores Marburg
      • Fr, 18.8. 19 Uhr, Orgelkonzert
      • 8.-10.9. Landeskirchenmusiktage in Marburg (www.landeskirchenmusiktage.de

        Besondere Gottesdienste

        • 10 Uhr Gottesdienst mit Kirchencafé: 28.5., 11.6., 2.7., 23.7., 13.8. und 3.9.
        • 21.5., 10 Uhr, SINGEN und SAGEN: Der Hess. Finanzminister Dr. Thomas Schäfer spricht über seinen Lieblings­choral.
        • 25.5. 10 Uhr, Open Air Himmelfahrtgottesdienst der Innenstadtgemeinden auf dem Lutherischen Kirchhof
        • 11.6. 10 Uhr, Wunschliedergottesdienst
        • 25.6. 10 Uhr, Festgottesdienst zum 60. Jubiläum der Kita Martin-Luther-Haus

          Herausgegeben

          vom Kirchenvorstand der Elisabethkirche,
          dem Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit mit
          Dr. Falk Knüppel, Rolf Steubing, Bernhard Dietrich, Nicola Sandner, Prof. Dr. Harald Renz,
          Schützenstraße 39 | 35039 Marburg
          Elisabethbrief@Elisabethkirche.de
          www.Elisabethkirche.de

          Ausgabe Nr 7: Winter 2016

          Liebe Leserin, lieber Leser

          „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ (Jes 60,1)

          Wie eine Sonne, die aufgeht und die Dunkelheit vertreibt, so wird mit dem Weihnachtsmedallion auf der Rückseite des Elisa­bethschreins die Menschwerdung der Liebe Gottes in der Geburt Jesu dem Betrachter vor Augen geführt.

          Etwas von diesem Licht in dunkler Zeit mit vielen beunruhigenden Nachrichten aus aller Welt wünschen wir Ihnen als Leserinnen und Leser dieser ‚Winterausgabe‘ des Elisabeth­briefes.

          Sie finden die Vorstellung unseres neuen Küsters, Berichte von  der Kirchenmusik und über das Mittagsgebet, das an jedem Werktag seit dem 11. September 2001 als Friedensgebet gehalten wird.

          Am 31. Oktober hat das Reformationsjahr auch in der Elisabeth­kirche mit der Einführung der neuen, revidierten Lutherbibel  (2017) begonnen. Was das bedeutet und was Sie an Besonderem erwartet in der vor uns liegenden Zeit - ‚machen Sie sich auf und werden Sie licht‘ ...

          Mittagsgebet

          ´Jeden Tag?`
          - ´Ja, an jedem Werktag um zwölf nach dem Mittagsläuten!`
          - ´Und schon seit 2001?`
          - ´Ja, und noch kein Mal ausgefallen!`
          Das sind Fragen, die regelmäßig gestellt werden, von Touristen, von Marburgern und von Menschen aus unserer Gemeinde. Denn trotz der Bekanntmachung an jedem Sonntag im Gottesdienst und in KiM wissen viele nicht von diesem täglichen Angebot. Als am 11. September 2001 ein vollbesetztes Flugzeug in die Zwillingstürme in New York gesteuert wurde, begann eine neue Art des Terrorismus – und ein neues Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wie kann man reagieren? Abends Rundruf im Kirchenvorstand: wir läuten um 21 Uhr die Glocken, öffnen die Türen der Elisabethkirche und halten ein Friedensgebet. Viele Menschen ließen sich von den Glocken rufen, und es war schnell klar, dass das Friedensgebet nicht einmalig sein konnte. Aber welche Zeit? Berufstätige sagten, sie könnten mittags nicht kommen, wir testeten 17 und 18 Uhr, aber da kam kaum jemand, und so gingen wir auf die alte Gebetszeit um 12 Uhr. Beim Glockenläuten hielt früher der Bauer seinen Pflug an und der Handwerker legte seine Arbeit aus der Hand für ein Vaterunser. Und diese Zeit hat sich bewährt! Touristen lassen sich einladen, eine feste Gemeinde trifft sich und teilt Freud und Leid und auch mancher Berufstätiger kommt in seiner Mittagspause. Wir sprechen jetzt vom Mittagsgebet, was eine größere Offenheit hat. Gehalten wird die etwa 15minütige Andacht überwiegend von Laien, und jeder hat seine eigene Art, was eine große Abwechslung bringt. Meist wird gesungen, ein Psalm im Wechsel oder gemeinsam gebetet, und dann kommen eigene Gedanken zur Weltlage, der Losung, dem Wochenspruch, der fortlaufenden Bibellese oder es wird ein kurzer Text gelesen. Nach gemeinsamem Gebet aus dem Gesangbuch oder einzeln gebetet vom jeweils Verantwortlichen folgt das gemeinsame Vaterunser, manchmal eine Schlussstrophe und die Bitte um den Segen. Und wie oft kommt hinterher jemand mit Dank, dass er gerade zu dieser Zeit in die Kirche kam. Wie vielen Menschen tut dies kurze Innehalten und sich Besinnen gut! Früher kamen auch regelmäßig Patienten und Besucher der Kliniken und fanden hier Einkehr. Die Gespräche hinterher sind für alle immer eine Bereicherung. Der Kreis der Mitarbeiter könnte noch ein paar Menschen brauchen – fühlen Sie sich angesprochen und bekommen Lust, mitzumachen?

          Neuer Küster

          Mein Name ist Herbert Wiegand, ich bin am 14. März 1958 in Marburg geboren und seit 1992 verheiratet. Seit meiner Kindheit wohne ich in Wetter-Amönau - in einem Dorf der sieben Brücken. 1983 habe ich den Abschluss zum Landwirtschaftsmeister absolviert. Bis August 2016 war ich Vollerwerbslandwirt und bewirtschaftete einen Milchviehbetrieb. Aufgrund der ständig fallenden Milcherzeugerpreise, bin ich zu dem Entschluss gekommen, mich als Küster für die Elisabethkirche zu bewerben. Im August diesen Jahres begann für mich ein völlig neuer beruflicher Lebensabschnitt als Küster in der Elisabethkirche. Dem Kirchenvorstand, dem Küsterteam, den Pfarrerinnen und Pfarrern und allen Menschen, die mir täglich bei meiner neuen Arbeit begegnen möchte ich ganz herzlich DANKE! sagen, dafür, dass sie mich freundlich und herzlich aufgenommen haben. Ich bin froh und dankbar, dass ich diesen neuen Weg gehen darf. 

          Orgeljubiläum Te deum laudamus

          Dich, Gott, loben wir! Welcher Text könnte besser geeignet sein, um die große Klais-Orgel zu ihrem 10. Geburtstag zu ehren. Der Festgottesdienst bildete den Abschluss eines Geburtstagswochenendes. Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit zwei Aufführungen von „Peter und der Wolf“ am 4. November. In diesem musikalischen Märchen haben alle beteiligten Figuren den Klang eines bestimmten Instrumentes: Der Vogel singt durch die Stimme einer Querflöte, die Katze hört sich wie eine Klarinette an, das Fagott, die Hörner und die Streicher verkörpern die anderen Rollen. All das kann unsere Orgel ganz allein! Nur auf die Pauken wurde echt geschlagen. Die Kantorei sang die Werke, die sie schon auf ihrer Reise nach Thüringen hatte erklingen lassen – aber im Konzert am 5. November wurde sie von diesem herrlichen Instrument unserer Kirche begleitet. Die vielfältigen Register der „Königin“ erklangen dann von hoch oben durch den Raum  und unterstützten die Sängerinnen und Sänger, ergänzten sie oder verstärkten ihre Stimmen. Zu diesem Anlass spielte nicht Nils Kuppe das große Instrument, sondern sein Freund und Kollege aus Halle, Irenée Peyrot. In einem musikalischen Gottesdienst wurde dann am Sonntag, den 6. November, unserer Orgel mit Gesang, Orgelspiel und einer erfrischenden Ansprache von Propst Wöllenstein gedacht. „Die Königin hat Geburtstag“ – Anlass, darüber nachzudenken, was diese ‚Königin‘ uns allen schenkt.

          Herr, Du erforschest mich und kennst mich

          Mit diesen Worten des 139. Psalms beginnt die Vertonung, die der Chor in den letzten Wochen intensiv geprobt hat. Johann Lieberknecht hat diesen Text in ein anspruchsvolles Stück gesetzt. Die Noten waren noch druckfrisch, als sich etwa 65 Sängerinnen und Sänger auf den Weg nach Thüringen zu einer kurzen Konzertreise machten. Am Fuß des Inselsberges, in Tabarz, fanden wir ein schönes Quartier vor.
          Die erste Station war Jena. Gut ausgestattet mit Tipps und Informationen zu der Stadt machten sich alle zunächst auf, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. – nur das Wetter blieb leider herbstlich grau und kühl. Wenngleich auch die Temperatur in der Kirche wenig einladend war, umso herzlicher und wärmer der Empfang durch die Mitarbeiter der Gemeinde. Kaffee, Kuchen, eine kleine Führung durch die Kirche und nebenbei eine freche Ausstellung mit Karikaturen über das Altern. Tradition in Jena ist eine musikalische Andacht, in deren Rahmen wir das „Te deum“ von Flor Peeters, den Psalm 139 von Johann Lieberknecht sowie die „misse solennelle“ von Louis Vierne sangen. An der Orgel wurden wir von Irenée Peyrot aus Halle begleitet, einem alten Bekannten, mit dem der Chor schon mehrmals erfreulich und vergnüglich zusammengearbeitet hat. Am Sonntag machten wir leider wieder Bekanntschaft mit dem zähen Nebel – vom Inselsberg aus konnten wir nur verschwommen die Tannenspitzen erkennen. Um so schöner der Aufenthalt in Eisenach. Wahlweise besichtigten wir das Bach-Museum oder das Lutherhaus. Das abschließende Konzert, in der Reihe der Eisenacher Sonntagskonzerte, wurde ergänzt durch das „Te deum“ von Max Reger und ein „prélude et fugue“ von Marcel Dupré sowie einen Choral von César Franck, die Irenée Peyrot auf der Orgel erklingen ließ.
          Mit viel Musik in den Ohren und Herzen kamen wir erfüllt in Marburg an. Danke an alle, die mit der Organisation geholfen haben, danke an Nils Kuppe für seine Leitung!

          500 Jahre Reformation Jubiläumsjahr in der Elisabethkirche

          Auch in der Elisabethkirche begann das Reformationsjahr am 31.10.2016 mit der Einführung der neuen Altarbibel mit dem neu revidierten Luthertext. Die EKD erinnert damit an eines der wichtigsten Ereignisse der Reformation. Martin Luther übersetzte die Bibel ins Deutsche. Alle Christen sollten - so wie er - erfahren können, dass Gott aus der Bibel zu uns spricht. Sein gutes, befreiendes Wort. Alle sollten es selbst lesen können, nicht in einer fremden alten Sprache, die man studieren muss, sondern in ihrer Muttersprache. Luthers Übersetzung ist bis heute die meistgebrauchte Bibelübersetzung in Deutschland. Sie hat die deutsche Sprache entscheidend geprägt. Doch Sprache ist etwas sehr Lebendiges. Sie verändert sich ständig. Die alte Übersetzung von 1545 musste im Laufe der Zeit schon oft sprachlich angepasst werden. So wird zu diesem großen Jubiläum auch eine neu revidierte Fassung vorgelegt. 70 Wissenschaftler haben seit 2010 an neuen Fassung gearbeitet und an über 15.000 Stellen die Sprache meist geringfügig angepasst.  Die Treue gegenüber dem biblischen Text war oberstes Ziel. Manches ist jetzt einfach verständlicher: Aus dem alten Wort „Wehmutter“ wird die „Hebamme“. Manche Stellen entsprechen jetzt einfach genauer dem Sinn des Urtextes: Wo im Neuen Testament von „Brüdern“ die Rede ist, aber schon damals die anwesenden Frauen mit gemeint waren, wird es heute ausgesprochen: „Brüder und Schwestern“. Oder es wurden gravierende Fehler, mit denen man eine kollektive Herabsetzung von Juden meinte begründen zu können, behoben. Und schließlich kehren etliche Stellen zurück zu Luthers Sprache und ihrem originellen Klang. Nachdem man zuletzt diejenigen, die andere denunzieren, etwas blass  „Zuträger“ genannt hat, sind sie heute wieder das, was sie bei Luther waren: „Ohrenbläser“. Und wer wirklich in Not ist, weiß, dass eine Seele schreien kann, auch wenn kein anderer sie hört: Psalm 42 „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele Gott zu dir“. Auch in der Elisabethgemeinde können Sie sich auf eine Reihe von interessanten Veranstaltungen im Reformationsjahr freuen:
          • 7.5.2017: Stationenweg. Der Luthertruck macht Halt in Marburg und der Kirchenkreis feiert ein Fest der Ehrenamtlichen (Priestertum aller Gläubigen)
          • 18.5 bis 31.10 2017: Ausstellung: Spuren der Reformation in der Elisabethkirche
          • 25.8. bis 3.9.2017: Pilgerweg von Eisenach nach Marburg: „Mit Elisabeth und Luther auf dem Weg“ mit Pilgerkirche und Pilgerfest.
          • 29.10.2017: Zentraler Reforma­tions­gottesdienst der hessischen Landeskirchen

          Die neue Altarbibel mit dem revidierten Luthertext 2017 wurde am Reformationstag 2016 eingeführt. Foto: Bernhard Dietrich

          Besondere Termine und Veranstaltungen

          Neben den regelmäßigen Veranstaltungshinweisen in der ökumenischen Zeitung KiM und hier auf unserer Webseite: www.Elisabethkirche.de möchten wir Ihnen hier einige besondere Veranstaltungen nahebringen:

          Führungen

          • Sonntags nach dem Gottesdienst und werktags um 15.00 Uhr

          Orgelführung

          • am Samstag, dem 10.12.; jeweils um 12 Uhr (Kosten 5€)

          Dachstuhlführungen

          • am Samstag, dem 10.12.+17.12.; 14.1.; 11.2. + 18.2.; sowie am 11.3. + 18.3.2016 jeweils um 10 Uhr. Teilnehmen können Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre. (Kosten: 5€) Bitte in der Küsterstube, Tel. 65573, anmelden.

          Sonderführungen

          • Führungen im Advent: Mittwochs 16 Uhr für Kinder und Erwachsene zu Bildern über Advent und Weihnachten
          • Kirchenführung von Kindern für Kinder: Am letzten Sonntag im Monat um 12 Uhr zeigen Kinder Kindern die Kirche: 25.12.; 29.1.; 26.2.; 26.3.
          • am 19.2. gibt es eine Sonderführung mit dem Thema Maria Magdalena um 15 Uhr und am 19.3. um 15 Uhr wird der Hochaltar genauer betrachtet

              Kirchenmusik

              • Sa. 3.12 18 Uhr, So 4.12. 15 Uhr und 18 Uhr: Weihnachtsoratorium alle 6 Kantaten
              • Sa. 10.12 18 Uhr Bläsermusik im Kerzenschein
              • Sa. 17.12. 18 Uhr Adventsliedersingen.
              • Sa. 31. Dez. 22 Uhr Silvesterkonzert. Ein musikalisches Feuerwerk auf der Orgel: Nils Kuppe
              • Sa. 25. + So. 26.3.17 jeweils18 Uhr: Johannespassion

                  Besondere Gottesdienste

                  • 11.12., 10 Uhr Gottesdienst mit Kirchencafé (dann am: 23,1, 19.2., 19.3., 30.4.2017)
                  • 11.12., 18 Uhr Gottesdienst mit der selten aufgeführten Weihnachtsgeschichte von Hugo Distler
                  • 31.12., 18 Uhr Beichtgottesdienst am Altjahresabend
                  • 31.12., 23 Uhr Michelchen: „Besinnlich der Jahreswende entgegen“
                  • 1.1., 17 Uhr Neujahrsgottesdienst
                  • 5.3. / 12.3./ 19.3./ 2.4./ 9.4: 18 Uhr Fastentee zum Wochenschluss

                    Herausgegeben

                    vom Kirchenvorstand der Elisabethkirche,
                    dem Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit mit
                    Dr. Falk Knüppel, Rolf Steubing, Bernhard Dietrich, Nicola Sandner, Prof. Dr. Harald Renz,
                    Schützenstraße 39 | 35039 Marburg
                    Elisabethbrief@Elisabethkirche.de
                    www.Elisabethkirche.de

                    Gemeindenachmittage oder -abende: Christlicher Glaube in unruhigen Zeiten

                    Ortenberg. Auf Anregung zweier Gemeindeglieder laden wir zu einer Reihe von Gemeindenachmittagen und -abenden ein, durch die wir am Ortenberg in beunruhigenden Zeiten gemeinsam nach den Wurzeln fragen wollen, aus denen wir neuen Mut und Vertrauen für die Herausforderungen der Zukunft gewinnen können. In den Wintermonaten nachmittags und in den Sommermonaten am frühen Abend um 19 Uhr treffen wir uns einmal im Monat in der Ortenbergkapelle, beschäftigen uns intensiv mit einem Thema und kommen bei Kaffee, Tee und Keksen in einen anregenden Austausch, der uns zusammenbringt und stärkt. Die nächsten Treffen sind:
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