Der Elisabethschrein und seine Geschichte

Abb. 1. Die Christusseite des Schreins.

Vortrag von Dr. Margret Lemberg mit dem Titel: Verehrt, missachtet, wieder hergestellt. Der Elisabethschrein - vom Objekt religiöser Verehrung und politischer Machtausübung zum Kunstwerk.

Der Schrein der hl. Elisabeth in der nach ihr benannten Kirche in Marburg gehört zu den we-nigen Schreinen des 12. und 13. Jahrhunderts, die nahezu keine Ergänzungen erhalten haben. Das heißt jedoch nicht, dass die Geschichte des Elisabethschreins nicht voll ist von dramatischen Momenten, von grober Vernachlässigung und Verschleppung nach Kassel über Feuersbrunst bis zur zweimaligen Beraubung.

Vermutlich hat das thüringische Landgrafenhaus unmittelbar nach der Heiligsprechung der Landgräfin Elisabeth im Jahre 1235 den Schrein bei einem Goldschmied in Auftrag gegeben, der den Marienschrein im Aachener Münster gekannt haben muss, denn die Architektur des Marburger Schreins ähnelt der des Aachener Marienschreins. Im Unterschied zu fast allen anderen Schreinen besteht er aus einem Langschiff, dem ein Querschiff eingefügt ist, so dass diese beiden Schreine vier Portale besitzen. Die innere Schreinsarchitektur besteht aus Eichenholz, das mit stark vergoldetem Kupferblech umgeben ist.