Elisabethkirche
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Für ein "Band der Liebe"...

...wird die Elisabethkirche "verrückt"

Am Pfingstsonntag feierte die Gemeinde den Heiligen Geist, eine Hochzeit und eine Taufe

Marburg. „Band der Liebe“ lautete das Motto eines besonderen Familiengottesdienstes für Kinder und Erwachsene am Pfingstsonntag in der Elisabethkirche. Entsprechend wehte im liturgischen Sinne des Pfingstfestes nicht nur der Heilige Geist liebevoll und lebendig durch den Kirchenraum. Denn ein Band der Liebe wurde zugleich auch noch auf vielfältigere Weise gespannt – spirituell, musikalisch, symbolisch: Die kirchliche Trauung eines Marburger Paares, die Taufe dessen zweiten Sohnes, die dies alles jubilierend-singend begleitende Kantorei (Leitung, Orgel, Klavier: Bezirkskantor Nils Kuppe), ein Dialog und Gedankenaustausch mit der Gemeinde und schließlich das geflechtartige Aufspannen eines roten Bandes über den Mittelgang hinweg, als Spalier für das letztlich aus der Kirche hinausziehende Brautpaar. Deshalb war die Elisabethkirche tatsächlich "verrückt" geworden. Nein, nicht im Verhalten, sondern betreffend die Bestuhlung. Diese war diesmal beiderseits mit Blickrichtung zum Mittelgang aufgebaut und nicht zum Altar hin. So war es Pfarrer Matti Fischer auch möglich, inmitten der Gemeinde seine Predigt und Trauansprache zu halten. So erinnerte er daran, dass Pfingsten sowohl das Fest des Heiligen Geistes, das Fest des Geburtstages der Kirche als auch das Fest der Liebe sei. Wie die Gemeinde bei der Lesung aus der bekannten zweiten Apostelgeschichte hörte, kamen in Jerusalem einst Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt und die unterschiedlichsten Sprachen sprechend zusammen, um das Pfingstfest zu feiern, als plötzlich der Heilige Geist den Ort durchwehte und sich alle einander verstanden – wie ein Band der Liebe zwischen den Menschen. Grund für Fischer, die Gemeinde zu bitten, den Satz „Gott ist Liebe“ ebenfalls in verschiedenen Sprachen auszurufen. Da hörten sie etwa „God is love“ (Englisch), „Dieu est amour“ (Französisch), „Bóg jest miłością” (Polnisch), „Gud är kärlek" (Schwedisch), ”Mungu ni upendo” (Swahili), „Deus amor est“ (Latein) oder „Jumala on rakkaus“ (Finnisch). 
Dieses Band der Liebe feierte die Gemeinde sodann auch – und eher selten in einem Sonntagsgottesdienst - mit der kirchlichen Trauung von Charlotte Markert und Conrad Ensenbach und der Taufe ihres zweiten Sohnes Samson. Markert und Ensenbach sind beide Mitglieder der Elisabethkirchengemeinde, sie beruflich Psychologische Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen sowie singendes Mitglied der Kantorei der Elisabethkirche, er ebenfalls Psychologischer Psychotherapeut mit eigener Praxis in Marburg. Kennengelernt hat sich das Paar über den gemeinsamen Beruf. Darüber hinaus verbindet das Paar die beiden Kinder Jorim und Samson sowie die Liebe zur Musik. Letztes bewiesen mit dem Anstimmen der Songballade „More than words“ der US-Band Extreme mit Gesang (sie) und begleitender Gitarre (er). Nach Ja-Wort, Ringwechsel, Segen und Taufe durchschritten Brautpaar mit ihren Kindern, Pfarrer und Gäste schließlich das von der versammelten Gemeinde über den Mittelgang aufgespannte „Band der Liebe“-Geflecht beim Auszug aus der Kirche, während die Kantorei mit John Rutters Lied „God bless you and keep you“ einen klingenden Gruß mitsandte.