Audio-Gottesdienst zum Elisabethtag (19.11.) - zum Nachhören und Nachlesen

Gottesdienst zum Elisabethtag am 19.11.2020. Foto: Bernhard Dietrich

Der Gottesdienst zum Elisabethtag wurde von Schüler*innen der Elisabethschule vorbereitet. Da sie aber wegen der gegenwärtigen Situation nich live dabei sein dürfen, haben Pfr. Achim Ludwig, Anne Kuppe und Nicola Sandner ihre Texte und Gebete vorgetragen. Für diejenigen, die nicht persönlich anwesend sein konnten, haben wir hier einen Gottesdienst zum nachhören sowie zum Nachlesen vorbereitet.

Gottesdienst zum Elisabethtag aus der Elisabethkirche

Sie sind jetzt nun eingeladen, den Audiomitschnitt des Gottesdienstes vom Elisabethtag anzuhören und die Texte mitzu lesen. Suchen SIe sich zuvor einen stillen Ort. Machen Sie es sich bequem. Vielleicht zünden Sie eine Kerze an. Singen, lesen und beten Sie mit. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

Audio-/Mitlese-Gottesdienst zum Elisabethtag
19. November 2020

Zum großen Teil von Schülern*innen der Klassen Q1 der Elisabethschule im Unterricht mit ihren Lehrern*innen erarbeitet

Text- und Liedblatt als PDF-Download hier klicken

 

Begrüßung:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Unsere Hilfe kommt von dem Herrn – G: der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am Elisabethtag. (Bitte behalten Sie Ihren Mund-Nasenschutz während des Gottesdienstes auf.) –

Es war in den vergangenen Jahren ein guter und schöner Brauch an diesem Tag, dass der Gottesdienst zum „Elisabethtag“ von Schülern*innen der Elisabethschule mit ihren Lehrern*innen vorbereitet und auch hier vor Ort gestaltet wurde. Alle, die einen dieser Gottesdienst in den letzten Jahren erlebt haben, werden mir beipflichten, wie eindrücklich das immer gewesen ist! – Leider können wir aus Pandemiegründen diese liebgewordene Tradition in diesem Jahr nicht beibehalten. Wir haben aber mit den Lehrkräften gemeinsam überlegt, was wir tun können, damit das Anliegen der Schüler*innen nicht untergeht. Die Gedanken und Worte der Schüler*innen bilden das Zentrum dieses Gottesdienstes und weil sie sie nicht – wie in den vergangenen Jahren – selbst vortragen können, machen zwei KV-Leute und ich das eben.

Lied: Der Mond ist aufgegangen (EG 482, 1.5):

Der Mond ist aufgegangen,/die goldnen Sternlein prangen/am Himmel hell und klar./Der Wald steht schwarz und schweiget,/und aus den Wiesen steiget/der weiße Nebel wunderbar.

Gott, laß uns dein Heil schauen,/auf nichts Vergänglichs trauen,/nicht Eitelkeit uns freun;/laß uns einfältig werden/und vor dir hier auf Erden/wie Kinder fromm und fröhlich sein.

Wir beten mit Worten aus Psalm 13:

Herr, wie lange willst du mich so ganz vergessen?

Wie lange verbirgst du dein Antlitz vor mir?

Wie lange soll ich sorgen in meiner Seele

Und mich ängstigen in meinem Herzen täglich?

Schaue doch und erhöre mich, Gott! ….

Ich vertraue darauf, dass Du gnädig bist;

Mein Herz freut sich, dass du so gerne hilfst!

 

Gesang/Orgel: Ehr sei dem Vater und ….

Lasst uns beten: Gott, ja - Sorgen und Angst sind uns in diesen Zeiten nicht fremd – und manchem auch die Frage danach, wo Du bist, ob und wie Du hilfst? Wir sind hier, um etwas von Deinem Geist zu spüren, etwas davon zu hören, wie Du Dich uns in Menschen zeigst – Menschen wie Elisabeth, an die wir heute besonders denken. Amen.

Gedanken/Ansprache:

Achim:

Liebe Gemeinde am Elisabethtag!

Was hat die Corona-Pandemie für Auswirkungen auf solidarisches Handeln und Denken in unserer Gesellschaft? Diese Frage hat die Schüler*innen der Q1 aus der Elisabethschule beschäftigt. Wir wollen sie jetzt zu Wort kommen lassen.

11 Statements zum Thema – hier und da leicht gekürzt. Nicht ein-sondern vielstimmig fordern uns auf zum eigenen Nachdenken darüber, wie wir selbst die Frage beantworten würden.

Was hat die Corona-Pandemie für Auswirkungen auf solidarisches Handeln und Denken in unserer Gesellschaft? Machen wir Ohren, Kopf und Herz weit auf für das, was die jungen Leute uns mitgeben wollen:

 

Nicola:

Die aktuelle Pandemie hat sehr viele negative Auswirkungen für uns Menschen, für die Wirtschaft und für die Umwelt. Aber kann man sagen, dass die Pandemie auch zu mehr Solidarität in der Gesellschaft beiträgt und somit die Pandemie zumindest eine positive Auswirkung hat?…Auf jeden Fall! Die Solidarität in der Gesellschaft steigt und Menschen wachsen enger zusammen. Nachbarn helfen sich gegenseitig beim Einkaufen, Menschen tragen Masken, nicht um sich selbst zu schützen, sondern um die Mitmenschen zu schützen, die in der Nähe sind. ..Für mich ist Masketragen fast schon selbstverständlich. (Hanna B.)

Anne:

Hat sich unsere Solidarität in der …Corona—Zeit geändert? Ich bin ehrlich, ich finde, nicht genug, um Covid19 richtig zu bekämpfen. Natürlich kann ich nicht behaupten, dass niemand sich geändert hat, aber vielen geht es am Hintern vorbei, sich an die vorgegebenen Regeln zu halten…. Leider kennen viele Leute die Maßeinheiten Meter nicht, denn sie drängen sich in den Fluren herum oder in volle, überfüllte Busse hinein, ohne auf den Abstand zu achten. Was ich mir von der Gesellschaft wünsche, ist - auch wenn Sie glauben, dass sie das nicht betrifft – achtet doch auf Eure Mitmenschen, denn erst dann kommen wir alle heile daraus. (Leonie)

Achim:

Neulich kam meine Mutter wutentbrannt nach Hause. Sie war einkaufen gewesen und hatte im Supermarkt eine alte Freundin getroffen. Nachdem sie sich einige Zeit ausgetauscht hatten, kamen die Beiden, wie sollte es in dieser Zeit auch anders sein, auf die Coronapandemie zu sprechen. Nun sagte die alte Freundin meiner Mutter etwas, das meine Mutter überraschte und verärgerte. Die Freundin meinte nämlich, dass in dieser Zeit jedes Individuum für sich alleine zuständig sei und alle verordneten Vorsichtsmaßnahmen nicht wichtig seien. Von Solidarität also keine Spur. Dass solche Meinungen existieren, ist natürlich sowohl meiner Mutter als auch mir bewusst, doch wir hätten solche Ignoranz nicht in einem christlichen und akademisch geprägten Umfeld erwartet. … (Lorna)

Nicola:

…..Die Covid-19 Pandemie hat uns …fest im Griff. Was auch immer man von der aktuellen Situation halten möchte, ob man dafür ist, Masken zu tragen, oder sie lieber zu Hause lassen möchte. Ob man dafür ist, dass alle Geschäfte und öffentliche Einrichtungen schließen, oder ob man lieber weiterhin das Leben wie vor der Pandemie genießen möchte, unser Verhalten und Denken wird sehr von der Pandemie beeinflusst. Vor einem Jahr hätte ich nicht daran gedacht, mit Mundschutz im Unterricht zu sitzen, mir zu überlegen, ob ich wirklich zu meinen Großeltern fahren möchte oder doch lieber zu Hause bleibe. … (Martha)

Anne:

Die derzeitige Situation beschränkt uns in unseren… Freiheiten. Das Abstandhalten, das Masketragen und dass wir unsere Lieben und Nächsten nicht umarmen können, kennzeichnet unsere Gegenwart. Aber sollte man nicht gerade in solchen Situationen aufeinander achtgeben? Maskentragen und Abstandhalten sind doch das geringere Übel als Mitmenschen unnötig in Gefahr zu bringen …

Das Aufeinander-Achtgeben ermöglicht uns hoffentlich bald wieder in unseren gewohnten Freiheiten zu leben und unsere/n beste/n Freund/in wieder in den Arm zu nehmen. (Hannah)

Achim:

… Die Covid-19 Pandemie hat unsere Solidarität zu unseren Mitmenschen sehr stark beeinflusst. Ich selbst arbeite neben der Schule im Supermarkt und bekomme mit, wie meist jüngere Menschen, für ihre ältere Nachbarschaft mit einkaufen. Ich lobe diese Menschen dann immer an der Kasse, wenn ich so etwas mitbekomme. Solche Hilfen gibt es erst verstärkt seit der Corona-Pandemie. Man sollte seinen älteren Bekannten definitiv aushelfen, wenn es um die Gesundheit geht. Sei es das Mitbringen von Lebensmitteln oder einfach das Gassigehen mit dem Hund: Hilf, solange du kannst, du wirst die Hilfe irgendwann zurückbekommen. (Pascal)

Nicola:

…Die aktuelle Coronakrise beeinflusst unser Leben in positiver wie negativer Weise. Natürlich steht der negative Aspekt viel weiter im Fokus als der positive Aspekt. Tausende von Menschen sind in Kurzarbeit, haben ihren Arbeitsplatz verloren und sind vor Angst geplagt, wie es in Zukunft weitergehen soll. Diese Aspekte sind in keinem Fall schön zu reden, dennoch sollte man versuchen, diese Pandemie auch aus einer anderen Perspektive zu betrachten. …Die Coronakrise hat aber möglicherweise bei dem ein oder anderen das Verhalten gegenüber seinen Mitmenschen verändert. Man ist mehr darauf bedacht seine Mitmenschen zu schützen und achtet zunehmend aufeinander. (Hanna)

Anne:

Ich denke, die COVID 19-Pandemie hat unser solidarisches Verhalten verändert! Es gibt bsw. Nachbarschaftshilfen. Auch, dass man seine Mitmenschen daran erinnert, eine Maske zu tragen, trägt dazu bei, dass man zusammen als eine Gemeinschaft ans Ziel kommt, die Pandemie einzudämmen. Es nervt uns doch alle, dass wir nicht mehr unsere Hobbies ausführen können, oder dass wir unsere Familie nicht sehen können. Deshalb müssen wir zusammenhalten. (Mike)

Achim:

Angst ist dieser Tage allgegenwärtig und bestimmt unser aller Leben. Vor allem das Miteinander hat sich durch Corona stark verändert. Plötzlich meidet man Freunde, Bekannte und sogar Familienmitglieder. Und warum? Aus Angst. - Gefährlich wird diese Angst dann, wenn sie grenzenlos ist… …Menschen leiden, indem sie finanziell und mental an ihre Grenzen gebracht werden. Der traurige Höhepunkt wird erreicht in Form des staatlich verordneten Shutdowns, als dessen Folge nun ganze Branchen vor dem ausstehen. Das Ziel, das Eindämmen des Infektionsgeschehens, ist klar, doch zu welchem Preis man es erreichen will nicht. Rein virologisch darf man deswegen nicht denken, dafür ist dieses Thema einfach zu groß und wichtig. Die Heilung sollte schließlich nicht schlimmer sein als die Krankheit selbst. (Paul)

Nicola:

Solidarität – ist das die Brücke zwischen dem Handeln der Heiligen Elisabeth und dem Handeln während der Coronapandemie heute? Elisabeth machte vor 800 Jahren das, was auch heute am Wichtigsten zu sein scheint - Sie zeigte Solidarität. Ihr waren ihre Mitmenschen wichtiger als Ignoranz und Eitelkeit. Es liegt an uns, ihrem Beispiel zu folgen, bevor der letzte Tropfen Menschlichkeit in einem Meer aus Abschottung, Angst und Willkür versinkt. (Kira)

Achim:

Zu all den Gedanken und Anstößen sagen wir: Amen.

 

Lied: Elisabethlied (EG 632, 1.2.4)

Wenn das Brot, das wir teilen als Rose blüht/und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt/ dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt./Ja, dann schauen wir heut‘ schon sein Angesicht/in der Liebe, die alles umfängt, in der Liebe, die alles umfängt. –

Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt/und die Not, die wir lindern zur Freude wird,/ dann hat Gott unter uns schon … -

Wenn der Trost, den wir geben, uns weiter trägt/und der Schmerz, den wir teilen, zur Hoffnung wird,/dann hat Gott unter uns …

Gebet:

Lasst uns beten : Gott, wir möchten Dir danken für Menschen wie Elisabeth, die uns zeigen, worauf es ankommt und wo wir Dich in dieser Welt finden können.

Wir danken dir für die Fähigkeit zum Mitleid und zur Solidarität. Hilf, dass wir die in diesen schwierigen Zeiten nicht verlieren.

Wir bitten um die Kraft, immer wieder nicht nur uns selbst und unsere eigenen Sorgen zu sehen, sondern auch die der Nächsten, ob sie nah bei uns leben oder weit von uns entfernt.

Wir bitten dich um weniger Angst und mehr Mut; um Besonnenheit, um die Fähigkeit mehr Kompromisse zu suchen anstatt auf der eigenen Weltsicht und Wahrheit zu beharren.

Was jede/n ganz persönlich beschäftigt, sagen wir Dir in der Stille: - stilles Gebet -

Alles fassen wir zusammen in den Worten, die wir von Dir selbst haben und beten gemeinsam weiter: Vater unser im Himmel …

Bekanntmachungen

(Die Kollekte am vergangenen Sonntag für das indische Patenkind unseres „Gottesdienstes für Kinder und Erwachsene“ ergab die Summe von ….€. Danke für diese Gaben. Die Kollekte am Ausgang heute ist bestimmt für die Aufgaben von „Brot für die Welt“ in Ländern der sog. 3. Welt, die von der Pandemie noch härter betroffen werden als wir hier in Europa und von denen in den Nachrichten manche kaum auftauchen./ Der nächste Gottesdienst hier in unserer Kirche ist dann wieder nächsten Sonntag, dem „Ewigkeits- oder Totensonntag“ um 10 Uhr mit Pfr Hartmann.)

Segen: Gott segne dich und behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.

Gesang/Orgel: Amen ….

 

Orgel/Musik


Mitwirkende:

Orgel: Constantin Scholl
Liturgen*innen: Anne Kuppe/Nicola Sandner
Pfr. Achim Ludwig
Die Texte wurden zum großen Teil von Schülern*innen der Klassen Q1 der Elisabethschule im Unterricht mit ihren Lehrern*innen erarbeitet.

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