Anschiedsgottesdienst von der Ortenbergkapelle (24.1.2021) - zum digitalen Mitfeiern

Foto: Christian Lademann

Ortenbergkapelle am 24.01.2021 (Foto: Christian Lademann)

Pfarrer Bernhard Dietrich und Propst Helmut Wöllenstein gestalten den Abschiedsgottesdienst. (Foto: Christian Lademann)

Nach der Entweihung der Ortenbergkapelle wird die Vasa Sacra, darunter u.a. Kreuz, Taufschale, Bibel, Altardecken und Antependien (Foto) herausgetragen. (Foto: Christian Lademann)

Am 3. Sonntag nach Epiphanias, dem 24. Januar, feiern wir den letzten Gottesdienst in der Ortenbergkapelle. Hier können sie ihn digital mit- und nachfeiern.

Marburg. Mit dem Corona Lockdown Anfang März des Jahres fanden keine Gottesdienste mehr in der Ortenbergkapelle statt. Seit ein paar Jahren hatten wir einen 14-tägigen Rhythmus. Davor wurde von Anfang an in der 1963 errichteten Kapelle wöchentlich Gottesdienst gehalten. Daneben fand in der Kapelle ein eigener Kindergottesdienst statt und eine eigene Konfirmandengruppe hatte hier Unterricht. Frauenkreis, Bibelstunde und ein Gesprächskreis junger Menschen trafen sich regelmäßig. Das Gemeindebüro fand hier ein technisch gut ausgestattetes Unterkommen. Die anfängliche Wohnung für die Gemeindeschwester wurde über ein Jahrzehnt lang als Gäste- und Pilgerwohnung vermietet.

Diese Nutzungen wandelten sich im Laufe der Zeit und fanden immer weniger Bedeutung. Darum reifte bei den Verantwortlichen im Kirchenkreis nach sorgfältigen Überlegungen, dass die Elisabethkirchengemeinde bei den Anpassungen der Gebäudekapazitäten an die Mitgliederentwicklung am einfachsten auf die Ortenbergkapelle verzichten könnte, der Entschluss, die Ortenberkapelle aufzugeben. Zumal der Gemeinde noch zwei andere Gemeindehäuser zur Verfügung stehen, nämlich das Martin-Luther-Haus und das Missionshaus.

Mit dem Ausscheiden aus dem Dienst von Pfr. Dietrich am 31. Januar 2021 wird damit auch das Pfarrhaus, das Gemeindehaus und die Kapelle außer Dienst gestellt.

Da vielen Gemeindegliedern die Ortenbergkapelle über die Jahre hin lieb und teuer geworden ist, nahmen wir mit vier Gottesdiensten - im Oktober, November und Dezember 2020 sowie nun am 24. Januar 2021 (jeweils nur für etwa 20 Personen sowie mit Abstand und Mund-Nasenschutz) - einen würdigen Abschied.

Lasst uns nun der über die Jahre lieb gewonnen, besondern Atmosphäre des Ortes und den Erinnerungen an bewegende Momente im Hören auf Gottes Wort, das uns in die Zukunft führen will, nachgehen.

Wir feiern einen besonderen gemeinsamen Gottesdienst zum Abschied der Gemeinde von der Ortenbergkapelle

Pfarrer Bernhard Dietrich und Propst Helmut Wöllenstein halten diesen Gottesdienst mit feierlicher "Entweihung - Außerdienstnahme"  gemeinsam.
Constantin Scholl bringt die Orgel zum Klingen, die in den letzten beiden Jahren fast immer schweigen musste.

Der Predigttext steht in Rut 1,1-19a, und erzählt von der Trauer und dem Leid Rut´s, das sie als Witwe aufbrechen lässt aus der Fremde nach Bethlehem. Naomi die Moabiterin, eine ihrer Schwiegertöchter, fasst Vertrauen in den Gott Israels und entschließt sich, ihre Schwiegermuter Rut nicht alleine zu lassen. Sie sagt: "Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden."

Der Gottesdienst kann ab Montagabend, 25.1., auch als Audio/Video-Version hier auf der Webseite angesehen/gehört werden.

Abschiedsgottesdienst von der Ortenbergkapelle ansehen

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Abschied von der Ortenbergkapelle (Foto: Christian Lademann)

Gottesdienst zum Mitlesen und Herunterladen.

Benutzen Sie bitte das folgende Text- und Liedblatt:

Text und Liedblatt herunterladen

 

Musik: Orgel

Begrüßung

„Und es werden kommen von Osten und von Westen, von Norden
und von Süden, die zu Tisch sitzen werden im Reich Gottes. (Lk 13,29)


Mit Worten Israels lasst uns im Wechsel beten:
Psalm 86 (Ps 117,1-2; 86,1-2.5-11)

Alle: Lobet den Herrn, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker!
Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit.
Liturg: HERR, neige deine Ohren und erhöre mich;
denn ich bin elend und arm.
Gemeinde: Bewahre meine Seele, denn ich bin dein.
Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich.
Liturg: Denn du, Herr, bist gut und gnädig,
von großer Güte allen, die dich anrufen.
Gemeinde: Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen
und vor dir anbeten, Herr, und deinen Namen ehren,
Liturg: dass du so groß bist und Wunder tust
und du allein Gott bist.
Gemeinde:Weise mir, HERR, deinen Weg,
dass ich wandle in deiner Wahrheit;
Liturg: erhalte mein Herz bei dem einen,
dass ich deinen Namen fürchte.
Alle: Lobet den Herrn, alle Heiden! Preiset ihn, alle Völker!
Denn seine Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit.

Amen


Gebet:

Vater im Himmel, wir kommen vor dich mit unserem Dank und unserer Klage.
Wir freuen uns, dass Du hier in dieser Kapelle Deine Hütte bei uns aufgeschlagen hast für 57 Jahre.
Hier hast Du uns getröstet, gestärkt und immer wieder mit Mut und Vertrauen beschenkt.
Wir klagen, dass wir nun all das loslassen müssen.
Erwecke in uns neues Vertrauen, dass Du überall Deine Hütte bei uns aufschlagen kannst und willst, um bei uns zu sein mit Deiner unerschöpflichen Liebe. Durch Jesus Christus, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Gemeinde: Amen


Hört die Lesung für den 3. Sonntag nach Epiphanias,
der gleichzeitig der Predigttext sein soll
Ruth 1,1-19a

Zu der Zeit, als die Richter richteten, entstand eine Hungersnot im Lande. Und ein Mann von Bethlehem in Juda zog aus ins Land der Moabiter, um dort als Fremdling zu wohnen, mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen. Der hieß Elimelech und seine Frau Noomi und seine beiden Söhne Machlon und Kiljon; die waren Efratiter aus Bethlehem in Juda. Und als sie ins Land der Moabiter gekommen waren, blieben sie dort. Und Elimelech, Noomis Mann, starb und sie blieb übrig mit ihren beiden Söhnen. Die nahmen moabitische Frauen; die eine hieß Orpa, die andere Rut. Und als sie ungefähr zehn Jahre dort gewohnt hatten, starben auch die beiden, Machlon und Kiljon, sodass die Frau beide Söhne und ihren Mann überlebte. Da machte sie sich auf mit ihren beiden Schwiegertöchtern und zog aus dem Land der Moabiter wieder zurück; denn sie hatte erfahren im Moabiterland, dass der HERR sich seines Volkes angenommen und ihnen Brot gegeben hatte. Und sie ging aus von dem Ort, wo sie gewesen war, und ihre beiden Schwiegertöchter mit ihr. Und als sie unterwegs waren, um ins Land Juda zurückzukehren, sprach sie zu ihren beiden Schwiegertöchtern: Geht hin und kehrt um, eine jede ins Haus ihrer Mutter! Der HERR tue an euch Barmherzigkeit, wie ihr an den Toten und an mir getan habt. Der HERR gebe euch, dass ihr Ruhe findet, eine jede in ihres Mannes Hause! Und sie küsste sie.
Da erhoben sie ihre Stimme und weinten und sprachen zu ihr: Wir wollen mit dir zu deinem Volk gehen. Aber Noomi sprach: Kehrt um, meine Töchter! Warum wollt ihr mit mir gehen? Wie kann ich noch einmal Kinder in meinem Schoße haben, die eure Männer werden könnten? Kehrt um, meine Töchter, und geht hin; denn ich bin nun zu alt, um wieder einen Mann zu nehmen. Und wenn ich dächte: Ich habe noch Hoffnung!, und diese Nacht einen Mann nehmen und Söhne gebären würde, wolltet ihr warten, bis sie groß würden? Wolltet ihr euch so lange einschließen und keinen Mann nehmen? Nicht doch, meine Töchter! Mein Los ist zu bitter für euch, denn des HERRN Hand ist gegen mich gewesen.
Da erhoben sie ihre Stimme und weinten noch mehr. Und Orpa küsste ihre Schwiegermutter, Rut aber blieb bei ihr.
Sie aber sprach: Siehe, deine Schwägerin ist umgekehrt zu ihrem Volk und zu ihrem Gott; kehre auch du um, deiner Schwägerin nach.
Rut antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden.
Als sie nun sah, dass sie festen Sinnes war, mit ihr zu gehen, ließ sie ab, ihr zuzureden. So gingen die beiden miteinander, bis sie nach Bethlehem kamen.

Votum: Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit. Joh 1,14a

Gemeinde: Halleluja, Halleluja, Halleluja

Lied EG 293,1-2 Lob Gott den Herrn, ihr Heiden all

1. Lobt Gott den Herrn, ihr Heiden all,
lobt Gott von Herzensgrunde,
preist ihn, ihr Völker allzumal,
dankt ihm zu aller Stunde,
dass er euch auch erwählet hat
und mitgeteilet seine Gnad
in Christus, seinem Sohne.

2. Denn seine groß Barmherzigkeit
tut über uns stets walten,
sein Wahrheit, Gnad und Gütigkeit
erscheinet Jung und Alten
und währet bis in Ewigkeit,
schenkt uns aus Gnad die Seligkeit;
drum singet Halleluja.


Predigt zu Ruth 1,1-19a

Liebe Gemeinde!
Was für eine Abschieds- und Aufbruchsgeschichte. Damals und heute. Damals wird Naomi, die Israelitin im fremden Land, Witwe und ihre Söhne sterben. Übrig bleiben die beiden Schwiegertöchter und die Unmöglichkeit, in der Fremde Enkelkinder zu bekommen und damit eine Zukunft. Der Tod macht sie zunichte.

Heute - mitten in der Pandemie - starren wir auf die steigenden Todeszahlen – besonders in den Alten- und Pflegeheimen und fahren - solange der Impfstoff noch nicht überall seine Wirkung tun kann – das öffentliche Leben herunter. Außerdem müssen wir uns heute von der Ortenbergkapelle verabschieden. D.h.: All das stirbt gleich-sam, was sich in den 57 Jahren ihres Bestehens hier an kirchlichem Leben ereignet hat. Wir entwidmen sie und nehmen sie aus der kirchlichen Nutzung heraus. Das schmerzt.

Damals bricht Naomi – umgeben von Tod, Abschied und Zukunfts- losigkeit - neu auf, um dort hin zu gehen, wo Zukunft ist, wo der Gottesdienst ist, die Gemeinschaft der Gemeinde und des Glaubens: nach Bethlehem. Ihre beiden Schwiegertöchter, beide Moabiterinnen, Orpa und Ruth, begleiten Sie. Und weil Naomi weiß, wie schwer es ist, in eine gänzlich unbekannte Zukunft aufzubrechen, in eine fremde Welt und in einen fremden Glauben, fragt Naomi in einer aufwändig erzählten Stufenfolge, ob sie nicht doch lieber im Alten bleiben wollen, wo sie alles kennen, die Männer, die sie heiraten könnten, die Kultur und den Glauben mit seinen vertrauten Riten und Gottheiten. Orpa schließlich hört auf Naomi, küsst Sie und wendet sich zurück zum Alten, zu Abschied, Schmerz und Trauer.

Liebe Ortenbergkapellengemeinde, ich glaube wir stehen heute in der großen Gefahr, es wie Orpa zu machen und uns im Vergangenen zu verlieren mit Trauer und Schmerz. Nicht dass es nicht ein schwerer Abschied ist, wenn wir hier den letzten Gottesdienst feiern. Nicht dass es nicht genug schöne und gute Erinnerungen gibt, die hier zuhause sind, Erinnerungen von schönen Gottesdiensten mit einer großen Nähe, von Konfirmandenstunden und Seniorenadventsfeiern, von Bibelstunden, Frauenkreisen, Vortragsnachmittagen, Kirchenvorstandssitzungen, Werkstatttreffen und Fortbildungsveranstaltungen, von Taufen, Hochzeiten und Abendmahlsfeiern, von einem Gemeindebüro, das technisch sehr gut ausgestattet ist und einem Pfarrhaus, das zu den schönsten des Kirchenkreises gehört. – Ich jedenfalls bin für das Alles sehr, sehr dankbar. Aber wie Orpa stehen wir in der Gefahr, im Rückblick gefangen zu bleiben und uns vor der Zukunft zu fürchten.


Ruth ist der gleichen Gefahr ausgesetzt wie Orpa und wir. Aber sie erliegt dieser Gefahr nicht. Denn sie hört ganz offensichtlich einen „Ruf“- oder noch zugespitzter gesagt: sie erfährt und folgt einer Berufung. Woher der Ruf kommt, wird nicht direkt erzählt, aber man kann es ablesen an dem heftigen Widerspruch, mit dem sie Naomis Rat ablehnt, wie Orpa im Alten zu bleiben: „Wo Du, Naomi, hingehst, da will ich auch hingehen. Dein Gott ist mein Gott.“

Was ist das für ein Ruf und was bewirkt er? Mit höchster Erzählkunst legt uns das Buch Ruth nahe: Das ist Gottes Ruf. Gott ruft Ruth ins Vertrauen. Gott ruft Ruth in die Gemeinschaft der Glaubenden. Gott ruft Ruth in die Zukunft. So wie er es mit jedem und mit jeder von uns macht.

Und dann hören wir, wer wie Ruth nicht nur den Ruf hört, sondern ihm folgt, bei dem bewirkt er Großartiges. Nicht wie im Märchen Reichtum und Glück, aber ein Vertrauen, das niemals aufhört zu tragen, eine Liebe zu Gott und den Menschen, die alles verwandeln kann. Eine Liebe, wie wir sie brauchen, wenn wir trauernd zuschauen müssen, wenn unsere Liebsten sterben, wegen der Pandemie vielleicht unter schwierigen Bedingungen. Eine Liebe, die wir im Politischen bei uns brauchen, wie Amerika sie braucht, um mit der neuen Präsidentschaft die Scherben des Populisten und Hasspredigers aufzuräumen und die Menschen zu Vergebung und Neuanfang zu bringen.

Bei Ruth bewirkt der Ruf, dass sie mutig in die Zukunft aufbricht und in Bethlehem auf der Tenne Boas findet, die Liebe ihres Lebens. Mit ihm bekommt sie Kinder und wird Generationen später eine der Stammütter Jesu. Alles ist möglich, nur weil sie, die fremde Migrantin, Vertrauen fasst und dem Ruf Gottes folgt.

Alles ist möglich, bei diesem Abschied, bei dieser Entwidmung der Ortenbergkapelle, wenn auch wir dem Ruf folgen – wie Ruth. Wenn auch wir in Dankbarkeit für das Vergangene in die Zukunft schauen voll Vertrauen und kreativer Liebe.

Was ist denn möglich? Sie wissen, das Haus soll verkauft werden. Die Verhandlungen sind weit fortgeschritten. Eine kirchliche Einrichtung wird es erwerben. Mitte März wird alles öffentlich werden können. Es wird dann später wohl möglich sein, Räume anzumieten oder zu benutzen – man wird sehen.

Gleich werden wir die Abendmahlsgeräte, das Taufbecken, die Kerzen, die Bibel und die Antependien unter Gebet und Segen nach draußen tragen, um sie zu verabschieden aus dem Gebrauch. In der Oberkapelle der Elisabethkirche werden sie zwischenzeitlich sein können, bis der Kirchenvorstand einen neuen Gebrauch bestimmt, vielleicht ja sogar wieder hier an diesem Ort.

Es geht etwas wunderschönes zu Ende. Das schmerzt und tut weh. Aber lasst uns den Ruf Gottes hören wie Ruth und aufbrechen in die Zukunft, zu der er - unser Gott - uns führt: Und wie Ruth sprechen: „Wo
du hingehst, da will ich auch hingehen. Dein Gott ist mein Gott.
Amen


Lied EG 593, 1-2+5 Licht, das in die Welt gekommen ...

1. Licht, das in die Welt gekommen,
Sonne voller Glanz und Pracht,
Morgenstern, aus Gott entglommen,
treib hinweg die alte Nacht,
zieh in deinen Wunderschein
bald die ganze Welt hinein.

2. Gib dem Wort, das von dir zeuget,
einen allgewaltgen Lauf,
dass noch manches Knie sich beuget,
sich noch manches Herz tut auf,
eh die Zeit erfüllet ist,
wo du richtest, Jesu Christ.

5. Komm, erquick auch unsre Seelen,
mach die Augen hell und klar,
dass wir dich zum Lohn erwählen,
vor den Stolzen uns bewahr,
ja, lass deinen Himmelsschein
unsres Fußes Leuchte sein!


Fürbitten

Gott, du rufst uns jeden Tag ins Vertrauen. Deinem Ruf zu folgen beschenkt uns immer neu. Darum danken wir Dir für die 57 Jahre, die wir als Gemeinde hier in diesem Gotteshaus hatten. Wir danken Dir für Dein Wort, mit dem Du immer neu zu uns gesprochen hast in diesem Haus, um uns zu ermutigen, zu trösten und zur Freude zu erwecken.
Gemeinde: Gott wir danken dir

Gott wir danken dir für die Festigung unseres Glaubens in den Konfirmandenstunden, im Frauenkreis, der Bibelstunde, dem Gesprächskreis junger Menschen, bei den Gemeindenachmittagen in unruhigen Zeiten, den Kursen der FBS und jüngst der Musikschule Marburg.
Gemeinde: Gott wir danken dir

Gott, wenn wir uns jetzt ängstlich fragen, wie wird es uns gehen hier am Ortenberg ohne dieses Haus bei uns, dann ruf Du uns mit deinem Wort neu ins Vertrauen, dass wir den Ort finden, wo du zu uns sprechen willst, vielleicht in der Elisabethkirche oder noch ganz anderswo.
Gemeinde: Gott wir bitten dich

Gott, so bitten dich für Deine Kirche überall, dass auch bei sinkenden Zahlen dein frohmachendes Wort unter uns um so mächtiger sei und uns in der gegenwärtigen Pandemie trage und zur Zukunft befähige, dass im Raum des Politischen die Erde mit ihrem gefährdeten Klima bewahrt werde und Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit und Demokratie möglich bleiben:
Gemeinde: Gott wir bitten Dich


Vater unser

Vater unser im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe
Wie im Himmel so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren
Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn dein ist das Reich / und die Kraft /
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit
Amen


Lied: Segen von Gott


Kollekte
Die Kollekte am Ausgang ist bestimmt für:
„Das Engagement der Diakoniestationen für Fort- und Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden, damit sie so professionell und herzlich wie möglich für die Menschen da sein können.


Segen
 

Entwidmung und Hinaustragen der Vasa sacra

Propst Wöllenstein leitet die Entwidmung an - für jedes Teil wird ein Träger/eine Trägerin gebraucht, die /der es dann im Abstand nach draußen in das bereitstehende Fahrzeug trägt.
- Kreuz,
- Kerzen,
- Bibel,
- Taufschale,
- Abendmahlsgeräte
- Altardecken
- Antependien
Mit einem Fahrzeug wird die vasa sacra in die Elisabethkirche gebracht und dort in der Oberkapelle aufbewahrt. Der Kirchenvorstand wird dann in Zukunft über den weiteren Gebrauch entscheiden.


Es wirken mit:
Pfr. Bernhard Dietrich: Eingangsliturgie und Predigt
Propst Wöllenstein: Liturgie und Entwidmung
Constantin Scholl: Orgel
Anne Kuppe: Gesang
Christian Lademann: Aufnahmen, Bilder und Clips

 

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Gib eine gültige E-Mail Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

Datenschutzerklärung ist erforderlich!

Please accept

* Diese Felder sind erforderlich.

Bemerkungen :

  • user
    Dr. Jürgen Wagner 27.01.2021 um 16:23
    Mit Trauer und etwas Wehmut, v.a. aber auch mit grosser Dankbarkeit habe ich aus der Ferne vom Abschied und der Ausserdienststellung der Ortenbergkapelle Kenntnis genommen. Über viele Jahre war mir dieses Haus zu einer geistlichen Heimat geworden. Ich bin dort zum Kindergottesdienst (bei Fr. Götz und Schwester Hilde) gegangen und in die Konfirmandenstunde. Anschliessend war ich in der Kapelle 15 Jahre lang als Organist tätig und durfte an der Seite von Pfr. Müller, Pfr. Dietrich, Probst Zippert sowie den anderen Pfarrerkollegen der Elisabethkirche viele Gottesdienste mitgestalten. Zeitweise trafen wir uns unter der Woche zu einem Gesprächskreis mit jungen Erwachsenen und daneben gab es viele persönliche Begegnungen im Pfarrhaus. Höhepunkte im Jahr waren auch die Senioren-Adventsfeiern und Weihnachtsgottesdienste, da war das Haus oft bis auf den letzten Platz besetzt. Die vielen Veranstaltungen und Begegnungen haben meinen Glauben reifen lassen und ich bin für die Erinnerungen an diese Zeit sehr dankbar. Möge dieses Haus vielleicht unter einem neuen Träger weiterhin dazu dienen, dass lebendiges Gemeindeleben stattfindet und christlicher Glaube verkündigt wird.