Zum Nachfeiern: Video-Gottesdienst für den Ostersonntag

Pfarrer Bernhard Dietrich (Foto: Lademann)

Den Video-Gottesdienst zum Ostersonntag (12.04.2020) mit Pfarrer Bernhard Dietrich können Sie hier anschauen, mithören, mitingen und mitfeiern.

Gottesdienst aus der Elisabethkirche. Sie sind jetzt nun eingeladen, die Film- und Audiowiedergabe des Ostergottesdienstes am Ostermorgen  unterhalb - links zu starten. Suchen SIe sich zuvor einen stillen Ort. Machen Sie es sich bequem. Vieleicht zünden Sie eine Kerze an. SIngen, lesen, hören und beten Sie mit. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

Gottesdienst für Ostersonntag

Ostersonntag-Gottesdienst
12. April 2020

mit Pfr. Bernhard Dietrich

[Text- und Liedblatt als PDF-Download hier klicken]
 

Glocken

 

Wechselgesang 

Liturg: Der Herr ist auferstanden, Halleluja
Stimme: Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja
Stimme: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja
Liturg: Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja
Liturg: Der Herr ist auferstanden, Halleluja
Alle: Er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja

 

Eingangslied: EG 99 - Christ ist erstanden

 

Begrüßung

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Ich grüße Sie am Ostermorgen mit dem Wochenspruch:
Christus spricht: „Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ Offb. 1,18

Psalm 118 im Wechsel gesprochen, Kehrvers: Alle

Der Herr ist auferstanden, Halleluja;
er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja.


Liturg:
Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten:
Die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Gemeinde:
Die Rechte des Herrn ist erhöht;
die Rechte des Herrn behält den Sieg!
Liturg:
Ich werde nicht sterben, sondern leben
und des Herrn Werke verkündigen.
Gemeinde:
Der Herr züchtigt mich schwer;
aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Liturg:
Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit,
dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.
Gemeinde:
Der Stein, den die Bauleute verworfen haben,
ist zum Eckstein geworden.
Liturg:
Das ist vom Herrn geschehen
und ist ein Wunder vor unseren Augen.
Gemeinde:
Dies ist der Tag, den der Herr macht;
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Alle:
Der Herr ist auferstanden, Halleluja;
er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja.
(Lk 24,6.34; Ps 118,15-24)


Lied: Ehr sei dem Vater und dem Sohn

 

Tagesgebet

Gott, du ewige Macht. Christus ist auferstanden von den Toten und nichts kann uns trennen von dir und deiner Liebe, die uns in ihm entgegenkommt. Hilf uns in der Angst vor dem Leben in diesen Tagen der Krise. Hilf uns aus der Angst vor dem Tode und gib uns Anteil an seinem Leben, das den Tod überwindet. Das bitten wir dich heute morgen am leeren Grab in Furcht, Zittern und Bangen durch Ihn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Gemeinde: Amen.

 

Schriftlesung: Markusevangelium 16, 1-8

Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür? Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten. Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Antwort der Gemeinde: Haleluja, Haleluja, Haleluja.

 

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott,den Vater, den Allmächtigen,den Schöpfer des Himmels und der Erde,und an Jesus Christus,seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,empfangen durch den Heiligen Geist,geboren von der Jungfrau Maria,gelitten unter Pontius Pilatus,gekreuzigt, gestorben und begraben,hinabgestiegen in das Reich des Todes,am dritten Tage auferstanden von den Toten,aufgefahren in den Himmel;er sitzt zur Rechten Gottes,des allmächtigen Vaters;von dort wird er kommen,zu richten die Lebenden und die Toten.Ich glaube an den Heiligen Geist,die heilige christliche Kirche,Gemeinschaft der Heiligen,Vergebung der Sünden,Auferstehung der Totenund das ewige Leben. Amen.

 

Tageslied: EG 103, 1-4  Gelobt sei Gott im höchsten Thron

 

Predigtimpuls zu 1. Kor 15,20 (von 7 Minuten)

Liebe Ostergemeinde!
„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als ein Erstling ...“
Das ruft uns an diesem besonderen Ostermorgen der Apostel Paulus in seinem 1. Brief an die Korinther zu. (1. Kor 15,20) Nun aber - ist Ostern!

Aber, da ist sie schon, die Frage: Was bedeutet Ostern in diesen pandemischen Zeiten, die uns alle ängstigen, tief verunsichern, der Berührung und Freiheit berauben, und letztlich mit dem Tode bedrohen?

Es bedeutet zunächst: Dieses Ostern ist radikal anders als sonst. Wir können es nicht zusammen feiern, nicht in einem richtigen Gottedienst, nicht - wie sonst - in unserer schönen Elisabethkirche: wie schrecklich! Es ist Ostern, und wir haben, wie es aussieht, nichts zu jubeln und zu feiern. Stattdessen sind wir mit der ganzen Menschheitsfamilie rund um den Globus in einer äußerst bedrohlichen Ausnahmesituation gefangen, von manchen lange verharmlost und nun doch unerbittlich davon eingeholt.

Ostern, was bedeutet es also in diesen Zeiten? Ich wage eine steile These: Ostern ist der Wurzelgrund für das Dasein. Ostern ist der Ankergrund für das Leben. Ostern ist der Quellgrund für das Vertrauen. Das, glaube ich, meint Paulus, wenn er uns das Osterevangelium zuruft: Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten.

Wie sich Ostern, wie sich diese Botschaft entfalten will, um auch uns im Dasein, im Leben, im Vertrauen zu gründen, das erzählt uns auf eindrückliche Weise die Ostergeschichte nach Markus, wie wir sie eben gehört haben.

Da stehen die drei Frauen im leeren Grab und sehen nichts als die Leere. Das bedeutet: Ostern ist nichts für die Augen, man kann es nicht sehen, ist der Evangelist überzeugt.

Aber man kann Ostern hören. In der Stimme des Jünglings, wird die Botschaft laut, die Ostern in die Ohren und Herzen der Frauen trägt, wie nicht anders bei uns jetzt in diesem Augenblick mitten in der Coronakrise.

Und diese Botschaft hat es in sich. „Er ist nicht hier, im Tod“, sagt sie. „Er ist auferstanden.“ Er nimmt uns mit, damit auch wir aufstehen ins Leben. Ja mehr noch: „Er wird vor euch her gehen.“ Da – auf dem Weg – da im Alltag – da werdet ihr ihn „sehen“, erfahren, ihm begegnen.

So gesehen ruft uns Ostern auf den Weg, es ruft uns ins Leben. Ostern ruft uns in das Vertrauen.

Und dann? Ich denke solches Ostervertrauen ist der Ankergrund für das Leben, das nicht nur in diesen Tagen überall bedroht ist. Es hilft uns, nicht panisch zu werden. In der Familie, in der Öffentlichkeit, im Gemeinwesen.

Solches Ostervertrauen hilft uns, zu lieben, wie wir geliebt sind. Es hilft uns, vernünftig zu sein und uns und andere zu schützen mit unserem Verhalten. Es macht uns kreativ und einfallsreich, Neues zu denken und zu tun, damit allen geholfen werde zum Leben und zur Freude.

„Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten.“

Halleluja.

Amen


Predigtlied: EG 112, 1+3 - Auf, auf mein Herz mit Freuden

 

Fürbittengebet

Christus, Auferstandener,
du rufst uns aus der Finsternis unserer Gräber heraus.
Du mutest uns zu, aufzubrechen ins Unbekannte und dir nachzufolgen.
Auf dem Weg in den Alltag willst du uns vorangehen und verheißt uns, dass wir dich sehen werden.
Erwecke unser Herz zu österlicher Freude und zu mutigem Vertrauen.
Wir bitten dich:
Gemeinde: Herr erbarme dich.

Für die Menschen, die jetzt an Ostern von Tod und Trauer betroffen sind und nur unzureichend Abschied nehmen können von ihren Angehörigen.
Für die von Corona Betroffenen, die beatmet werden müssen und um ihr Leben ringen in den Kliniken,
für die Ärzte und Pflegenden,
für die in den Pflegeheimen Isolierten, f
ür die Kleinunternehmer, die in Angst Schrecken leben wegen ihrer bedrohten Existenz,
für uns alle, die wir zu Hause bleiben und soziale Distanz üben müssen, damit wir so die Liebe zu anderen leben.
Sei uns nah, Auferstandener, mach uns mutig und stark.
Wir rufen zu dich:
Gemeinde: Herr erbarme dich.

So lass es Ostern werden in unseren Hütten.
Erwecke die Wissenschaftler zu neuen bahnbrechenden Ideen und hilf ihnen mit Geduld und Verstand zu prüfen, mit welchen Ansätzen und Medikamenten Hilfe in der Pandemie für die Menschen auf der ganzen Erde gewonnen werden kann.
Schenke, dass tiefe Solidarität, Hilfe und Liebe die Menschheit verbinde.
So lass es Ostern werden in diesen Tagen für die ganze Erde.
Wir bitten dich:
Gemeinde: Herr, erbarme dich.

Und wie Jesus uns zu beten gelehrt hat, lasst uns rufen:
Vater unser im Himmel.Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen

 

Segen:

„Der Herr segne und behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden

Gemeinde: Amen, Amen Amen.
 

Lied zum Abschluss: EG 103, 5-7 - Gelobt sei Gott

 

An dem Video-Gottesdienst wirkten mit:
- Pfr. Bernhard Dietrich (Liturgie, Gesang)
- Bezirkskantor Nils Kuppe (Orgel und Gesang)
- Anne Kuppe (Gesang)
- Nils Hahmann (Tonaufnahme, Gesang)
- Christian Lademann (Video- und Bildaufnahmen, Schnitt)


Kontakt:


Pfr. Bernhard Dietrich
Mail: dietrich@remove-this.elisabethkirche.de