Gottesdienst zum Nachlesen: Gottesdienst zum 8. Sonntag nach Trinitatis, 2.8.2020

Elisabethkirche Marburg (Foto: Lademann)

Wir feiern den Gottesdienst zum 8. Sonntag nach Trinitatis (2. August) mit Pfarrer Achim Ludwig in der Elisabethkirche mit corona-bedingt begrenzter Besucherzahl. Für diejenigen, die (deshalb) nicht persönlich anwesend sein konnten, haben wir hier einen Lesegottesdienst mit den Lied-, Lesungs- und Predigttexten vorbereitet.

Gottesdienst zum 8. Sonntag nach Trinitatis aus der Elisabethkirche: In seiner Predigt geht Pfarrer Achim Ludwig auf das 9. Kapitel des Johannes-Evangeliums (Die Heilung eines Blindgeborenen) ein.

Sie sind jetzt nun eingeladen, die Texte dieses Gottesdienstes zu lesen. Suchen SIe sich zuvor einen stillen Ort. Machen Sie es sich bequem. Vielleicht zünden Sie eine Kerze an. Singen, lesen, hören und beten Sie mit. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

(Lese-)Gottesdienst zum 8. Sonntag nach Trinitatis
2. August 2020

mit Pfarrer Achim Ludwig

[Text- und Liedblatt als PDF-Download hier klicken]

Orgel: César Franck (1822-1890): Prélude


Begrüßung:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Gemeinde: Amen.

Unsere Hilfe kommt von dem Herrn –

Gemeinde: der Himmel und Erde gemacht hat.

Herzlich willkommen zum Gottesdienst am 8. Sonntag nach „Trinitatis“.

 

Lied: Nun ist vorbei die finstre Nacht (EG 644, 1-3):

Nun ist vorbei die finstre Nacht,
die liebe Sonne leucht‘ und lacht
und lässt uns fröhlich leben.
So wollen wir uns diesem Tag
und allem, was er bringen mag,
von Herzen nun ergeben.

Wir woll‘n uns wie das liebe Licht,
so unbekümmert, warm und schlicht,
dem Lebenstage schenken.
Wir wollen Gottes Strahlen sein.
Gott will durch uns sich tief hinein
in diese Erde senken.

Gott schenkt sich uns in dieser Welt,
hat uns in ihr zum Dienst bestellt,
ihm Dank und Lob zu leben.
Das ist, du Mensch, deins Lebens Sinn,
dass du dich wiederum gibst hin
dem, der sich dir gegeben.

 

Wir beten mit Worten aus Psalm 138:

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich, und gibst meiner Seele große Kraft.

Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lobsingen. Ich will anbeten vor deinem heiligen Tempel und deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast deinen Namen und dein Wort herrlich gemacht über alles.

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich, und gibst meiner Seele große Kraft.

Es danken dir, Herr, alle Könige auf Erden, dass sie hören das Wort deines Mundes; sie singen von den Wegen des Herrn, dass die Herrlichkeit des Herrn so groß ist. Denn der Herr ist hoch und sieht auf die Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne.

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich, und gibst meiner Seele große Kraft.

Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten. Der Herr wird meine Sache hinausführen ...

Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich, und gibst meiner Seele große Kraft.

Gesang/Orgel: Ehr sei dem Vater und ...

 

Lasst uns beten:

Gott, wir sind hier, um etwas zu spüren von Deiner Gegenwart, von der Kraft, mit der Du unser Leben begleitest, von der anderen Sicht auf das Leben, die Du schenken willst und die uns Zuversicht gibt! Sei Du nahe! Darum bitten wir dich durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Menschenbruder und Herrn, der mit Dir im Heiligen Geist unter uns lebt und wirkt in Ewigkeit.
Orgel/Gesang: Amen.

 

Lied: Wir glauben Gott (Credo-Lied - EG 184)

Wir glauben Gott im höchsten Thron,
wir glauben Christum, Gottes Sohn,
aus Gott geboren vor der Zeit,
allmächtig, allgebenedeit.

Wir glauben Gott, den Heilgen Geist,
den Tröster, der uns unterweist,
der fährt, wohin er will und mag,
und stark macht, was darniederlag.

Den Vater, dessen Wink und Ruf
das Licht aus Finsternissen schuf,
den Sohn, der annimmt unsre Not,
litt unser Kreuz,
starb unsern Tod.

Der niederfuhr und auferstand,
erhöht zu Gottes rechter Hand,
und kommt am Tag, vorherbestimmt,
da alle Welt ihr Urteilnimmt.

Den Geist, der heilig insgemein
lässt Christen Christi Kirche sein,
bis wir, von Sünd und Fehl befreit,
ihn selber schaun in Ewigkeit.

(Amen.)

 

Predigt/Ansprache (zu Johannes 9, 1ff):

Liebe Gemeinde!

„Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt,
Dem Turme geschworen,
Gefällt mir die Welt.

Ich blick in die Ferne,
Ich seh in der Näh
Den Mond und die Sterne,
Den Wald und das Reh.“

Gedichtzeilen von keinem Geringeren als von Johann Wolfgang von Goethe sind das.

In Faust II, im 5. Akt, lässt der Dichter den Türmer der Stadt seinen Beruf mit diesen Worten beschreiben, ja fast bejubeln:

„Zum Sehen geboren,
Zum Schauen bestellt...“

So sieht der Dichter aber wohl nicht nur das Tagwerk des mittelalterlichen Türmers, so sieht er menschliches Leben überhaupt -darum geht’s im Leben: ums Sehen, ums Schauen, ums Wahrnehmen. Und natürlich um ein Sehen, das mehr ist, als mit den Augen wahrnehmen.

Goethe’s Gedichtzeilen sind so wie ein gemachter Kommentar zum Predigttext, der uns für heute vorgeschlagen ist.

Es ist die Geschichte von der Heilung des Blindgeborenen, wie sie im Johannesevangelium im 9. Kapitel erzählt wird:

1 Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war. 2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist? 3 Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm. 4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. 5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. 6 Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden 7 und sprach zu ihm: Geh zu dem Teich Siloah –das heißt übersetzt: gesandt –und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder. 8 Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?  9 Einige sprachen: er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s.  ... ...

39 Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, auf dass die da nicht sehen, sehend

werden, und die da sehen, blind werden. 40 Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind wir denn auch blind? 41 Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.

Liebe Gemeinde!

Jesus verlässt das Tempelgelände in Jerusalem, wo er sich in den Versen vor unserem PT gerade einen intensiven Disput mit Anhängern des traditionellen Glaubens-verständnisses geliefert hat. Und auf diesem Weg vom Tempel weg sieht er zusammen mit seinen Jüngern „im Vorübergehen einen Menschen, der blind geboren war“, heißt es.

Da geht es Jesus und den Jüngern wie vielen unter uns. Wir nehmen ganz oft das Leid anderer auch nur „im Vorübergehen“ wahr.  Wir sind auf dem Weg, beschäftigt, in Gedanken mit dem, was war oder werden soll mit uns und den Menschen, die uns nahe sind. Und dann nehmen wir im Augenwinkel wahr, was es für Leid, für Schmerz, für unmenschliche Bedingungen gibt, unter denen Menschen leben müssen.

„Im Vorübergehen“...ganz oft lassen wir es dabei, schauen nur kurz hin und gehen weiter, weil wir zu hilflos sind, um helfen zu können oder meinen, es zu sein.

Die Jünger im PT sagen deshalb vielleicht auch zu Jesus nicht: „Willst Du nicht was tun, Jesus? Schau Dir den Mann an. Der braucht Hilfe!?“ Nein, sie lenken den Blick weg von dem konkreten Menschen hin zu einer theoretischen Frage, die Menschen aber stets bewegt und beschäftigt –gerade Glaubende. „Wer ist schuld am Leid?“ fragen sie. Und haben als Antwort die Auswahl bereit, die ihnen ihr Glaube, mit dem sie groß geworden sind, geliefert hat: Entweder er selbst oder seine Eltern müssen irgendwas getan haben, wofür die Blindheit als eine Art „Strafe“ geschickt worden ist. Die theologische Lehre vom „Tun-Ergehens-Zusammenhang“ steht da im Hintergrund.

Und Jesus? Der durchbricht sofort solche Gedanken. Es gibt nicht immer einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Leid, das ein Mensch erdulden muss, und seiner Art zu leben und noch weniger gibt es einen Zusammenhang zu dem, was Generationen vor ihm falsch gemacht haben. Natürlich gibt es Schuld, die in der nächsten oder übernächsten Generation das Leben bestimmt, davon können wir Deutschen ein Lied singen. Natürlich gibt es Chaos und Leid, in das ein Mensch gerät, das er selbst verschuldet hat, aber nicht immer eben. Gerade an dieser Blindheit des Menschen ist nichts gottgewolltes oder selbstverschuldetes. Es ist einfach Leid, das einen Menschen am selbstbestimmten Leben hindert.

selbstverschuldetes. Es ist einfach Leid, das einen Menschen am selbstbestimmten Leben hindert. Jesus fragt nicht nach dem „Warum“, sondern dem „Wofür“ der leidvollen Situation. „Es sollen die Werke Gottes an ihm offenbar werden.“ sagt er. Und wie geschieht das?

„Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist!“ Interessant ist, dass er von „wir“ spricht, nicht von „ich“. Heißt doch, wir sind auch gerufen, das zu tun, was wir können, damit ein Mensch selbstbestimmt leben kann, die Welt selbstbestimmt sehen und wahrnehmen kann.

Und so wird Jesus denn auch gleich „handgreiflich“, richtig hand-fest (und mit homöopathischem Touch :-) ) in dem, was er tut. Er wendet sich dem Blinden zu, macht aus Spucke und Erde einen Brei, dem er ihm auf die Augen schmiert, eine medizinische Praxis, die damals üblich war, auch von anderen „Wundertätern“ berichtet wird. Dann gibt Jesus ihm den Auftrag zum Teich Siloah zu gehen und sich zu waschen –das ist wohl Prinzip des „Heil-Werdens“ im Sinne Jesu: da muss man selbst auch immer was für tun!

Der Blinde jedenfalls geht und kommt sehend zurück. Wie er mit dem Brei auf den Augen dorthin gefunden hat, wird nicht erzählt. Aber vielleicht kann man das auch so lesen, dass der Erzähler hier ohne es ausdrücklich zu beschreiben klar macht, dass dieser Blinde alles tut, um sehend zu werden, dass er seinen Weg sucht und findet…

Ganz anders als die Übrigen!

Und damit zu etwas eigentlich Erstaunlichem, für die Geschichte und wie wir sie lesen sollen, Wichtigem:

Die Geschichte vom Blindgeborenen ist nämlich, wenn man sie in Gänze liest, und sie ist viel viel länger als die paar Verse, die uns als Predigttext vorgeschlagen sind, viel weniger eine Geschichte über die Heilung dieses Blinden, als über die Frage, wie blind für die Welt, wie Gott sie will, die sind, die eigentlich doch sehen müssten.

In unserem PT wird da nur die Reaktion der Nachbarn und einiger von denen, die ihn aus seinem früheren Leben als „Bettler“ kannten auf den „Sehenden“ angeführt. „Ist ers – ist ers nicht?“ (Sie sind sich nicht sicher, aber er selbst ist sich sicher und gibt es ihnen kund: „Ich bins!“)

Im Fortgang des Textes -würden wir ihn weiterlesen –bringen sie den ehemals Blinden zu den Pharisäern, Menschen also, die es ganz genau zu nehmen versuchen mit der Religion, mit den Gesetzen. Und die freuen sich nicht mit dem Blinden, dass er sieht, sondern sind empört darüber, dass Jesus ihn am Sabbath geheilt hat, was für sie ein untrügliches Zeichen dafür ist, dass er nicht im Sinne Gottes handelt.

Dann werden noch die Eltern des Geheilten herbeigeholt und befragt, ob der Geheilte denn wirklich ihr Sohn sei, von dem es heiße, er wäre blind geboren, und ob sie erklären könnten, warum der jetzt sehen würde? Die Eltern –sehr (lebens-)klug -sagen daraufhin: Wir wissen nur, dass er unser Sohn ist und er blind geboren wurde. Warum er jetzt sieht und wer ihn sehend gemacht hat, da müsst Ihr schon selbst fragen! Er ist alt genug!“ Sie lassen sich nicht einspannen in die allgemeine Suche nach Erklärungen. Sie geben zu erkennen, dass sie ihrem Sohn einen eigenen Blick auf sein Leben zugestehen, dass sie ihn für erwachsen und selbstständig halten und er deshalb seinen Weg gehen kann so wie er das für richtig hält.

Schließlich befragen sie nochmal den ehemals Blinden selbst, aber nicht zu seinem Weg und seinen Erfahrungen, sondern zu seinem Urteil über Jesus.  Der Blinde aber lässt sich nicht instrumentalisieren, dafür ist zu selbständig geworden. Spricht ihnen gegenüber nur von dem, was er erfahren hat: „Ich war blind und jetzt sehe ich. Wenn dieser Jesus nicht von Gott käme, könnte er das nicht tun.“ Dann geht er zu Jesus und ihm gegenüber legt er ein Bekenntnis ab: „Herr ich glaube!“ „und betete ihn an“, heißt es.

Und Jesus wendet sich an die Menge und an uns mit den Versen, die in der Lesung des PTs am Schluss der Geschichtestehen: „Ich bin zum Gericht in die Welt gekommen, damit die, die nicht sehen, sehend werden, und die, die sehen, blind werden.“ Da macht der Text eigentlich deutlich, dass er schon die Heilung zuvor metaphorisch verstanden wissen will: denn es ist keiner von denen, die mit ihm disputieren, „blind“ im eigentlichen Sinne geworden, aber sie erweisen sich alle im „metaphorischen Sinne“ blind für Jesus und blind für den Gott, zu dem er ruft.

Liebe Gemeinde! Es geht in der Geschichte bei Johannes ums „Blind-sein“ für Jesus und darum, was mit einem geschieht, wenn man sich von ihm die Augen öffnen lässt. Man wird erwachsen, selbständig, lässt sich nicht mehr von dem, was man zu denken hat, was vorgegeben ist oder anerzogen werden soll, bestimmen, sondern öffnet die Augen für die Jesus und das führt zu einem selbstbestimmten Leben, unabhängig und in Freiheit von Gesetzen oder Normen oder theologischen und moralischen Wahrheiten, wenn sie einen am selbständig-werden hindern wollen.

Am Ende und auf die Frage der rechtschaffenen Menge, ob er sie denn für „blind halte?“, antwortet Jesus: „Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.“

Zu sagen „Wir sind sehend“ ist also ‚Sünde‘ in den Augen Jesu. Die Wahrheit zu kennen und zu wissen meinen, was richtig ist und Andere danach zu beurteilen, das ist im Sinne Jesu in dieser Geschichte „Sünde“. Wenn wir doch –gerade in diesen aufgeheizten „Corona-Zeiten“, wenn wir doch in diesen politisch aufgeladenen Zeiten das beherzigen würden! Nicht zu meinen, man habe die Wahrheit und könne sie aus der Hosentasche holen und die Welt in schwarz und weiß, richtig und falsch einteilen! Wer so schwarz/weiß denkt, lebt entfernt von dem, was wirkliches Sehen ist! Wirkliches Sehen sieht Gott in allem, erkennt das Ewige im Begrenzten, Zerbrechlichen, fordert nicht, schränkt nicht ein, sondern ermöglicht Menschen „Ich“ zu sagen, „ich“ zu sein – und so verbunden mit dem, von dem das Leben kommt, wie immer es auch im Einzelnen aussieht.

Irgendwie ganz in diesem Sinne heißt es im Türmergedicht von Goethe übrigens dann auch in der nächsten Strophe: „So seh ich in allen / Die ewige Zier / Und wie mir’s gefallen / Gefall ich auch mir. -Ihr glücklichen Augen, / was je ihr gesehn / Es sei, wie es wolle, / Es war doch so schön!“

Amen.


Lied: Du höchstes Licht (EG 441, 1-5)

Du höchstes Licht, du ewger Schein,
du Gott und treuer Herre mein,
von dir der Gnaden Glanz ausgeht
und leuchtet schön so früh wie spät.

Das ist der Herre Jesus Christ,
der ja die göttlich Wahrheit ist,
mit seiner Lehr hell erscheint und leucht‘,
bis er die Herzen zu sich zeucht.

Er ist das Licht der ganzen Welt,
das jedem klar vor Augen stellt
den hellen, schönen, lichten Tag,
an dem er selig werden mag.

Den Tag, Herr, deines lieben Sohns
lass stetig leuchten über uns,
damit, die wir geboren blind,
doch werden noch des Tages Kind‘

und wandeln, wie’s dem wohl ansteht,
in dessen Herzen hell aufgeht
der Tag des Heils, die Gnadenzeit,
da fern ist alle Dunkelheit.

 

Lasst uns beten und gemeinsam jeden Vers abschließen mit dem Ruf: Christus, erbarme dich.

Christus, wir danken Dir für die Momente im Leben, in denen wir „sehen“, worauf es ankommt; in denen wir wahrnehmen, was nötig ist für Andere und für uns selbst. Hilf, dass wir uns an Deinem Blick auf das Leben immer mehr ausrichten, mit Deinen Augen uns selbst und Andere sehen lernen!

Wir rufen: Christus, erbarme dich!

Christus, wie oft denken wir, wir wüssten genau, was zu tun ist, wie es sein muss, was richtig und was falsch ist und reiben unsere Wahrheit auch den Andern unter die Nase. Lass uns vorsichtig sein in dem, was wir für richtig und für falsch halten; lass uns begreifen, dass die Wahrheit oft grauer ist als wir meinen.

Wir rufen: Christus, erbarme dich!

Christus, die Infektionszahlen werden wieder mehr, Wissenschaftler/Innen und wir als Bürger/innen sind besorgt, wie es wohl nach dem Sommer werden wird. Lass uns nicht verzagen! Lass uns vorsichtig sein und zuversichtlich!

Wir rufen: Christus, erbarme dich!

 

Christus, die Nachrichten und Bilder der vergangenen Tage gehen mit uns auch in die neue Woche. Wir legen sie in Deine Hände und befehlen sie unserer Achtsamkeit. Stellvertretend nennen wir nur:

(Der 75. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf die japanische Stadt Hiroshima, den wir in dieser Woche erinnern und die Tatsache, dass weiterhin diese Art Waffen produziert werden, ...

Was jede/n ganz persönlich beschäftigt, sagen wir Dir in der Stille:

- stilles Gebet -

Alles fassen wir zusammen in den Worten, die wir von Dir selbst haben und beten gemeinsam weiter:

Vater unser im Himmel …


Bekanntmachungen (Nächster Gottesdienst am 9.8. mit Pfr. Hartmann)


Segen:

Gott segne dich und behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden.


Gesang/Orgel: Amen ....


Orgel/Musik: John Rutter(1945): Toccata in Seven

 


Mitwirkende:
Orgel: Daniel Gárdonyi
Gesang: Marina Ley
Liturgie und Ansprache: Pfr. Achim Ludwig

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Bemerkungen :

  • user
    Antje Simon 02.08.2020 um 10:58

    Danke für die Anregung zum kritischen Blick auf die eigenen Meinungen und Sichtweisen. Beim Lesen der Predigt höre ich Original deinen Ton und deine Stimme. Da wird mir bewußt, wie sehr der direkte Austausch doch fehlt. Herzliche Grüße und weiterhin viele gute Gedanken und Zuversicht, Antje