Gottesdienst mit Vorstellung der neuen Konfirmanden (14. Sonntag n. Tr., 13.09.2020)

Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs 2020/21. (Bild: Lademann)

Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden stellen sich mit Psalm 139 in einem Video vor. (Foto: Feith)

Musikalische Umrahmung: Anne Kuppe (Gesang/Sopran), Uwe Mahlert (Violine), Alexandra Hermeling (Violoncello), Nils Kuppe (Orgel). (Foto: Feith)

Wir feiern den Gottesdienst zum 14. Sonntag nach Trinitatis (13. September) mit der Vorstellung der neuen Konfirmand*innen in der Elisabethkirche mit corona-bedingt begrenzter Besucherzahl. Für diejenigen, die (deshalb) nicht persönlich anwesend sein konnten, haben wir hier einen Gottesdienst zum Nachlesen und Nachhören mit den Lied-, Lesungs- und Predigttexten vorbereitet.

Gottesdienst zum 14. Sonntag nach Trinitatis aus der Elisabethkirche: Der neue Konfirmandenkurs ist coronabedingt mit Verspätung gestartet. Deshalb haben sich die 10 Jugendlichen nun während des Gottesdienstes am 13. September vorgestellt.
Sie heißen: Liv, Luise, Anne, Josie, Robin, Max, Jakob, Flynn, Alicia und Sina.

Dazu haben die Konfirmandinnen und Konfirmanden vorab im Konfirmandenkurs ein Video zusammen mit unserem Webpfleger Christian Lademann aufgenommen, in dem sie den Psalm 139 für die Präsentation im Gottesdienst eingesprochen haben. Dieses Video können Sie hier im Folgenden nun auch ansehen.

„...deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war...“, lautet ein Vers aus diesem Psalm und bildet zugleich das Motto des Gottesdiensten, in dem Pfarrerin Anna Scholz in ihrer Predigt auf die Geschichte des Zöllner Zachäus (Lukas 19, 1-10) eingeht. Und so geht es um festgefahrene Meinungsbilder und Vorurteile, um Perspektivwechsel und ums Dahinterblicken und was wir uns von Gottes Blick für unsere Sicht auf Mitmenschen ableiten können.

Sie sind jetzt nun eingeladen, die Texte dieses Gottesdienstes zu lesen, das Lied- und Textheft als PDF herunterzuladen, den Gottesdienst mitzuhören und das Video der Konfirmanden anzusehen.
Suchen SIe sich zuvor einen stillen Ort. Machen Sie es sich bequem. Vielleicht zünden Sie eine Kerze an. Singen, lesen, hören und beten Sie mit. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden 2021 sprechen Psalm 139

Gottesdienst zum 14. Sonntag nach Trinitatis
13. September 2020

mit Pfarrerin Anna Scholz und den zehn neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden

[Text- und Liedblatt als PDF-Download hier klicken]

Glocken


Orgel
„Meine Seele hört im sehen“ von Georg Friedrich Händel


Lied EG +34 Komm heilger Geist
(Orgel + Sologesang)


Begrüßung

Friede sei mit Euch. Herzlich willkommen zum Gottesdienst heute.
Es ist ein besonderer Sonntag, denn heute begrüßen wir unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden hier im Gottesdienst.
Wir haben zusammen den Psalm für den heutigen Sonntag auf Video aufgenommen. Und das sehen wir jetzt.


Liv
Psalm 139. Ein Gebet aus Israel.
Luise
Herr, du erforschest mich
und kennest mich.
Anne
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Flynn
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Alicia
Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge,
das du, Herr, nicht schon wüsstest.
Jakob
Von allen Seiten umgibst du mich
und hältst deine Hand über mir.
Josi
Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar und zu hoch,
ich kann sie nicht begreifen.
Max
Wohin soll ich gehen vor deinem Geist,
und wohin soll ich fliehen vor deinem Angesicht?
Robin
Führe ich gen Himmel, so bist du da;
bettete ich mich bei den Toten, siehe, so bist du auch da.
Luise
Nähme ich Flügel der Morgenröte
und bliebe am äußersten Meer,
Anne
so würde auch dort deine Hand mich führen
und deine Rechte mich halten.
Flynn
Deine Augen sahen mich,
als ich noch nicht bereitet war,
Alicia
und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,
die noch werden sollten und von denen keiner da war.
Jakob
Aber wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken!
Wie ist ihre Summe so groß!
Josi
Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand:
Am Ende bin ich noch immer bei dir.
Max
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz;
prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine.
Robin
Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege.


Wir beten

Gott,
wir können dich nicht sehen.
Aber trotzdem fühlen, du bist da.
Umgibst uns von allen Seiten.
Auf dich verlassen wir uns
In guten und in schlechten Zeiten.
Sei du bei uns mit deinem Geist an diesem Morgen.
Verstehe unsere Gedanken.
Nimm sie bei dir auf.
Schenk uns Frieden.
Das bitten wir durch Jesus, unseren Bruder,
der mit dir und dem heiligen Geist lebt und Leben schenkt.
Heute und an allen Tagen.
Amen.


Lied EG+ 41, 1+4 Wohl denen, die noch träumen (Gemeinde mit Mundschutz)

1.
Wohl denen, die noch träumen
in dieser schweren Zeit
Wir wollen nicht versäumen,
was ihnen Kraft verleiht
Lass uns in ihren Spuren gehen und schenk uns Phantasie,
die Welt im Licht zu sehn.

4.
Wer Fragen hat und Zweifel,
den lade zu dir ein
Lass ihn in deiner Kirche
Bei uns zuhause sein
Weil Glaube nur lebendig ist,
wo wir gemeinsam suchen
halt an den Zweiflern fest.


Schriftlesung Lk 19, 1-10

1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. 2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. 3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen
der Menge; denn er war klein von Gestalt. 4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. 5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. 6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. 7 Da sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. 8 Zachäus aber trat herzu und sprach zu dem Herrn: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. 9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams. 10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.


Predigt

Meistens hast du deine Meinung schon im Kopf über die anderen.
Ah, die dicke da aus der Parallelklasse. Weiß schon.
Ja, klar, der Kollege, der immer dem Chef die Aktentasche trägt.
Diese Angebertussi, immer die neuesten Klamotten, aber total uncool.
Der da, mit der fetten Brille, bestimmt ein Oberstreber.
Diese Bonzennachbarn mit ihrem dicken Porsche.


Ein paar Blicke, und du weißt Bescheid.
Gucken, abchecken, urteilen. So isses.
Und umgekehrt ist es auch so ähnlich.
Du hast deine Rolle und die nimmst du ein.
Du siehst die anderen und sie sehen dich.


Zachäus sitzt auf dem Baum.
Eine riesen Menschenmenge ist zusammengeströmt.
Alle wollen Jesus sehen. Er halt auch, er hat schon einiges gehört.
Aber so mitten zwischen die Leute traut er sich nicht. Er weiß ja, was sie alle von ihm denken. Dass er ein Gauner ist und ein Betrüger.
Der mit den Herrschern Geschäfte macht und sich obendrein noch ganz schön was in die eigene Tasche wirtschaftet. Und ein bisschen stimmts ja auch.


Irgendwie hat sich das halt so ergeben. Er war immer schon ziemlich klein und die anderen haben über ihn hinweggeguckt. Manchmal wär er auch gerne einer gewesen der ganz vorne mit dabei ist. Cool und stark und anerkannt. Aber das war ihm schon klar, dass er nie einer werden kann, zu dem andere aufschauen. Der irgendwie von Bedeutung ist.
Und dann ist er da halt so reingeraten in sein Business. Jetzt hat er wenigstens Geld und ein gutes Leben. Geht ja wohl keinen was an, wie er das geschafft hat.
Man muss ja schließlich sehen, wo man bleibt. Und dass die andern mit ihm nichts zu tun haben wollen, ist ihm auch egal, wollten sie früher ja eigentlich auch nicht. Er braucht die anderen nicht mehr.


Die Blicke der anderen können hart sein.
Und dich hart machen.
Und dann glaubst du vielleicht selbst, du bist so, wie alle denken.
Und du richtest dich ein.
Und machst so weiter.
Und denkst nicht mehr nach
Wo du eigentlich hinwillst
Wer du auch noch bist
Und ob du vielleicht doch noch viel mehr in dir hast, als das, was die andern sehen.


Zachäus hört eine Stimme. Hey, Zachäus, komm runter! Wir wollen in dein Haus gehen! Er zuckt zusammen. Ist da jetzt wirklich er gemeint?
Jesus ist es, der da spricht. Der schaut ihn an, ihn! Den Zöllner, den sonst alle bloß verächtlich betrachten. Und jetzt steht da unten Jesus, der, den alle bewundern und sehen wollen und der redet mit ihm. Und guckt ihn an und zwar anders als er das gewöhnt ist. Freundlich und offen.
Und interessiert.
Und da wird es Zachäus plötzlich irgendwie komisch zumute. So hat ihn eigentlich noch nie einer angesehen. Und jetzt, wo er diesen Blick auf sich spürt, da wird es ihm warm ums Herz und er weiß nicht so genau, ob er jetzt weinen oder lachen soll. Und er fühlt auf einmal, dass er vielleicht ja doch noch ganz was anderes ist, als was er von sich selbst schon so lange denkt. Der Kleine. Der Zöllner. Der Gauner und Betrüger.
Er hat eine Bedeutung. Er wird gesehen.
Und da sieht er sich selbst plötzlich auch anders.
Auch er ist ein Sohn Abrahams.
Es kann alles anders werden.

So ein Blick kann alles ändern.
Der in dir sieht, was du vielleicht noch gar nicht bist.
Ein Blick, der dich nicht festlegt auf das, was offensichtlich ist.
Ein Blick, der dir zutraut, dass du alles Mögliche sein kannst.
Ein Blick, der mehr in dir sieht, als das, was du selbst von dir denkst.
Ein Blick aus Liebe.

Schön wär das, wenn mich immer jemand so anschaut.
Und auch, wenn ich das selbst immer könnte.
Nicht nur das sehen, was außen ist.
Dahinterblicken.
Mir nicht gleich ein Bild machen,
sondern zulassen, dass eins entsteht.

Ich glaube, Gottes Blick ist so ein Blick.
„Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war…“
Gott schaut dich an.
Und legt dich nicht fest auf das, was wir Menschen sehen mit unseren Menschenaugen.
Er schaut in dein Herz. Und erkennt wie du´s meinst.
Und sieht, was du dir vielleicht selbst gar nicht zutraust.
Ein Blick aus Liebe.

Jesus schaut Zachäus an.
Mit einem Blick, der nichts festlegt und alles möglich macht.
Mit Menschenaugen.
Und trotzdem: Mit Gottes Blick.
Das möchte ich auch versuchen, so zu sehen.
Im anderen erkennen, was er oder sie vielleicht noch gar nicht ist.
Aber sein kann.
Gottes Blick für dich und mich.
Aus Liebe.
Amen.


Lied Gemeinde EG+ 102 1+4

1.
Da wohnt ein Sehnen tief in uns
Da wohnt ein Sehnen tief in uns,
oh Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst, nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir
In Sorge, im Schmerz, sei da, sei uns nahe, Gott.

4.
Da wohnt ein Sehnen tief in uns,
oh Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein.
Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück,
nach Liebe, wie nur du sie gibst.
Dass du Gott, das Sehnen, den Durst stillst bitten wir
Wir hoffen auf dich, sei da sei uns nahe, Gott.


Fürbitten

Gott, in unserer Welt ist vieles nicht perfekt,
ganz im Gegenteil.
Es gibt Unrecht, es gibt Gewalt
Lüge und Betrug
Krieg und Elend
Und manchmal wollen wir am liebsten wegschauen
Und es einfach ignorieren
Und fühlen uns hilflos.
Wir bitten dich um Mut und Kraft.
Wir bitten dich um Hilfe für alle,
die in Not sind
Wir bitten dich für alle, die wegen ihres Engagements für eine bessere Welt verfolgt und bedroht werden
Wir bitten dich für Menschen ohne Zuhause
Wir bitten dich für alle auf der Flucht.
Wir bitten dich für alle, die niemand liebevoll anschaut
Wir bitten dich für alle, die unter Vorurteilen leiden
Wir bitten für alle, die sich nichts zutrauen.
Wir bitten für alle, die Hoffnung brauchen.


Stille


Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Wie im Himmel, so auf Erden
Unser tägliches Brot gib uns heute
Und vergib uns unsere Schuld
Wie auch wir vergeben unseren Schuldigern
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen
Denn dein ist das Reich
Und die Kraft
Und die Herrlichkeit in Ewigkeit
Amen.


Bekanntmachungen


Segenslied (Sologesang/Musik)
Vor dem Segen: „Hebe deine Augen auf zu den Bergen“ von Felix Mendelssohn Bartholdy


Segen
Gott segne dich und er behüte dich.
Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir Frieden.
Amen.


Musik
„Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret“ von Johann Sebastian Bach Anne Kuppe - Sopran Uwe Mahlert - Violine Alexandra Hermeling - Cello Nils Kuppe - Orgel


Mitwirkende:
Anne Kuppe: Gesang (Sopran)
Uwe Mahlert: Violine
Alexandra Hermeling: Violoncello
Nils Kuppe: Orgel
Pfarrerin Anna Scholz: Liturgie und Predigt

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