Gottesdienst des Kooperationsraumes Marburg Mitte am Ostermontag zum Nachlesen

Die Osterkerze leuchtet in der Elisabethkirche. (Foto: Christian Lademann)

Wir feiern den Ostergottesdienst des Kooperationsraumes Marburg Mitte am Ostermontag in der Elisabethkirche mit begrenzter Besucherzahl. Für diejenigen, die (deshalb) nicht persönlich anwesend sein konnten, haben wir hier einen Gottesdienst zum Nachfeiern vorbereitet.

Ostergottesdienst des Kooperationsraumes Marburg Mitte am Ostermontag (5.4.2021)

Pfarrer Ralf Hartmann (Elisabethkirche), Pfarrer Oliver Henke (Richtsberg) und Pfarrerin Katharina Scholl (Pfarrkirche) gestalten diesen Gottesdienst. Dabei gehen sie visionären Bildern des Predigttextes aus der Offenbarung des Johannes nach. So wird die Rede sein vom "Buch mit 7 Siegeln", vom "Lamm, das mit seinem Blut Menschen aller Nationen für Gott erkauft" und "goldenen Schalen voll Räucherwerk". Die Teilnehmenden an dem Gottesdienst begeben sich auf eine Gedankenreise, bei der es darum geht die Osterbotschaft zu entschlüsseln, die während einer bedrückenden Phase der frühen Christenheit unter apokalyptischen Bildern verborgen wurde.
Der Wochenspruch lautet: "Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." (Offb 1,18)

Jetzt sind Sie erst einmal eingeladen, die Gottesdiensttexte (Gebete, Lieder, Erzählung, Predigt etc.) mitzulesen. Suchen Sie sich zuvor einen stillen Ort. Machen Sie es sich bequem. Vielleicht zünden Sie dazu eine Kerze an. Singen und beten Sie mit. Wir wünschen Ihnen Gottes Segen.

Ostermontaggottesdienst des Kooperationsraumes Marburg Mitte (Mo, 5.4.2021) zum Nachlesen

(Es gilt das gesprochene Wort, im Folgenden: Textmanuskript)

Glockengeläut

Orgelvorspiel

Begrüßung

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Mit dem alten Ostergruß der Christenheit heiße ich Sie herzlich willkommen in der Elisabethkirche.
Der Wochenspruch zum Osterfest steht in der Offenbarung des Johannes.
Christus spricht: "Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle."

Heute morgen feiern wir zusammen Kooperationsraum-Gottesdienst.
Zu unserem Kooperationsraum gehören die sieben evangelischen Kirchengemeinden und einige evangelische Einrichtungen in Marburg.
Dazu heißen wir heute herzlich willkommen Pfarrerin Katharina Scholl von der Hessischen Stipendiatenanstalt und Pfarrer Oliver Henke von der Kirchengemeinde Am Richtsberg.

Gemeinsam stellen wir uns heute einer besonderen Aufgabe. Das ist: der Predigttext für diesen Ostermontag. Er steht ganz am Ende unserer Bibel, in der Offenbarung. Und enthält eine Fülle von Bildern, die der Seher Johannes im Traum gesehen hat.

Drei dieser Bilder haben wir ausgewählt und sind ihnen nachgegangen.
Dabei entstanden kurze, poetische Texte - ein wenig verträumt, ein wenig visionär. Drei Predigt-Miniaturen, die wir Ihnen Ihnen heute mitgebracht haben.

Mindestens genauso wichtig wie das, was wir sagen, sind aber die Bilder und Visionen, die Sie selbst heute mitbringen. Und all das, was in ihnen tönt und summt. All die Hoffnungen und Sehnsüchte, mit denen Sie heute morgen hergekommen sind.

Alles das legen wir nun vor Gott und hoffen, dass er Gutes damit wirken kann.

Ich wünsche uns allen einen gesegneten Gottesdienst.


Liedvortrag EG 116, 1 - 3

1. Er ist erstanden, Halleluja.
Freut euch und singet, Halleluja.
Denn unser Heiland hat triumphiert, / all seine Feind gefangen er führt.

Kehrvers:
Lasst uns lobsingen vor unserem Gott,
der uns erlöst hat vom ewigen Tod.
Sünd ist vergeben, Halleluja!
Jesus bringt Leben, Halleluja!

2. Er war begraben drei Tage lang.
Ihm sei auf ewig Lob, Preis und Dank;
denn die Gewalt des Tods ist zerstört; / selig ist, wer zu Jesus gehört.

Kehrvers: Lasst uns lobsingen vor unserem Gott...

3. Der Engel sagte: »Fürchtet euch nicht!
Ihr suchet Jesus, hier ist er nicht.
Sehet, das Grab ist leer, wo er lag: / er ist erstanden, wie er gesagt.«

Kehrvers: Lasst uns lobsingen vor unserem Gott...
(Text: Ulrich S. Leupold 1969 - Melodie: aus Tansania)


Worte aus Psalm 107

Danket dem Herrn; denn er ist freundlich,
und seine Güte währet ewiglich.
    So sollen sagen, die erlöst sind durch den Herrn,
    die er aus der Not erlöst hat.
die dann zum Herrn riefen in ihrer Not
und er half ihnen aus ihren Ängsten
    und führte sie aus Finsternis und Dunkel
    und zerriss ihre Bande:
er sandte sein Wort und machte sie gesund
und errettete sie, dass sie nicht starben:
    Die sollen dem Herrn danken für seine Güte /
    und für seine Wunder,
die er an den Menschenkindern tut,
und sollen Dank opfern
und erzählen seine Werke mit Freuden.


Liedvortrag: Ehr‘ sei dem Vater und dem Sohn


Tagesgebet

„Manche Geschichten fangen mit dem Tod erst an“,
kündigt die Werbung für einen Kinofilm an.
Die Werbung hat Recht. Unsere wahre Geschichte beginnt mit deinem Tod und deiner Auferstehung, Jesus.
Lass uns diese Geschichte der Hoffnung und Freude im Alltag leben. Das bitten wir dich im Heiligen Geist.

Liedvortrag: Amen
 

Schriftlesung und Predigttext: Offenbarung 5, 6 - 12

6 Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten
ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande.
7 Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß.
8 Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen voll Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen,
9 und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen
10 und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden.
11 Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Wesen und um die Ältesten her, und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und vieltausendmal tausend;
12 die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.
 

Liedvortrag: Halleluja


Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,

und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.


Liedvortrag EG Lied 103, 1 + 5 - 6

1. Gelobt sei Gott im höchsten Thron / samt seinem eingebornen Sohn,
der für uns hat genug getan. / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

5. Nun bitten wir dich, Jesu Christ, / weil du vom Tod erstanden bist,
verleihe, was uns selig ist. / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

6. O mache unser Herz bereit, / damit von Sünden wir befreit
dir mögen singen allezeit: / Halleluja, Halleluja, Halleluja
(Text: Michael Weiße 1531 - Melodie: Melchior Vulpius 1609)


Predigt-Miniatur „Buch mit 7 Siegeln“ (Pfrin. Scholl)

Im Traum hab ich ein Buch gesehen.
Weichgegriffener Ledereinband,
darauf: dein Name
in geschwungenen Goldbuchstaben.
Es lag auf deinem Küchentisch.
Irgendwo dort, wo zwischen Kaffeeduft
und erstem Windhauch
durchs gekippte Fenster
jeden Tag aufs Neue
deine ganze Welt beginnt.
Blütenweißer Seitenschnitt.
Noch keine Seite umgeschlagen.

Im Traum hab ich dein Buch gesehen.
Sorgsam fest verschlossen.
Mit 7 Siegeln an der Seite.
Jedes ein Teil von dem Geheimnis,
das du selber bist.
Es lag auf deinem Küchentisch.
Dort, am innersten Mittelpunkt,
um den sich jeden Tag
deine kleine große Welt dreht.
Vielleicht stehen darin all die Antworten
Die, nach denen du
schon immer gesucht hast,
und solche, zu denen du
noch nicht einmal die Frage kennst.
Vielleicht sind irgendwo darin
die Worte aufgeschrieben,
die Du geschwiegen hast
in dieser einen Nacht,
damals, als alles sehr weh tat.
Vielleicht ist darin das Bild gemalt,
das dir nicht mehr aus dem Kopf ging,
seit diesem einen Morgen,
als da so viel Hoffnung war
Und zwischendrin
endlich all die weißen Seiten,
immer dann,
wenn du dich nach Stille gesehnt hast,
statt einfach weiter im Text.

Im Traum hab ich dein Buch gesehen.
Vor dir.
Da, wo all die losen Enden deines Lebens zueinander laufen.
Manche wohl geordnet und verknüpft.
Manche ausgefranzt
und einige verworren und verknotet.
Mit dem Finger
hast du deinen Namen abgetastet.
Jeden Goldbuchstaben einzeln.
Und als Du einmal versuchst hast
an einem der Siegel
zu ziehen und zu zerren,
da war es als ob plötzlich
eine Schar voll Engel um dich saß.
Auf jedem Küchenstuhl einer.
Mit dir
schauen sie sehnsüchtig auf dein Buch.
Trippeln mit ungeduldigen Füßen
unterm Tisch.
Sie schauen umher,
ob da nicht irgendetwas ist,
mit dem man es öffnen könnte.
Doch dann
nimmt der Engel rechts von dir deine Hand
Und zieht sie sanft weg von dem Siegel.
Ein anderer nimmt das Buch
und schaut dich fragend an.
Du nickst.
Und als die Engel
durch das Küchenfenster steigen,
nehmen sie dein Buch mit.
Nur der Engel rechts von dir.
Der bleibt noch.
Er hält erst noch etwas deine Hand.
Singt mit dir, wenn Dolly Parton aus dem Küchenradio schallt.
Er backt dir frisches Walnussbrot.
Kurz bevor er geht,
trinkt er noch Wein mit dir,
aus einer Flasche.
Und beim ersten Schluck, da hörst Du,
wie irgendwo von Ferne
das erste Siegel
deines Buches aufspringt.

Im Traum hab ich Dein Buch gesehen.


Zwischenspiel der Orgel


Predigt-Miniatur „Räucherwerk + Gebete der Heiligen“ (Pfr. Henke)

Im Traum habe ich einen Raum gesehen,
war es ein Thronsaal, eine Halle,
der hohe Chor einer Kathedrale?
Lichtdurchflutet
Und auch wieder nicht.
Klarheit und Zwielicht,
strahlender Schein und Verborgenheit,
voneinander geschieden und doch eins
vor dir, DU.
Vor dir schnitt das Licht Streifen in den Raum,
zauberte unaussprechliche Farben
auf durchsichtige Wände.
Ein weiter Raum vor dir!
Ein weiter Raum für mich!

Im Traum habe ich einen Raum gesehen
Und hörte, nein sah
Die Worte, die gesprochen und gesungen,
Flirrten und summten,
sich in große unaussprechliche Melodien ergossen,
sich sammelten wie die Tautropfen auf dem Lindenblatt,
sich verströmten wie die überreiche Quelle
und verzweigten wie die Ströme und Flüsse dieser Erde,
deiner Schöpfung, DU,
und doch wieder einmündeten in das eine,
das du bist. Das eine!

Worte, sah ich,
schwerer als Blei
Fest gefügt wie bleierne Lettern
Bilder gruben, druckten, prägten die Lettern,
bedeutungsvoll die Worte
Von großen Taten und Geheimnissen.
Worte, die keine Zeit, keinen Raum kennen,
deren Koordinaten in der Überzeit liegen,
deiner Ewigkeit;
und doch ganz irdisch sind, menschlich, zerbrechlich, zart:

Das Lamm, das geschlachtet ist,
ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum
und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.

Im Traum habe ich einen Raum gesehen
Und roch, nein sah
Den Duft, der stieg aus Schalen
ohne Zahl und Ende,
dich zu ehren und zu preisen, DU.
Worte, die einen Eigengeruch haben,
sich verströmen,
den Urheber preisgeben.

Nicht Opfer der Altvorderen,
nicht Lebendes, das tot dir dargebracht wird
und seinen Geruch bald ändert.
Abgestanden und widerlich. Tot

Düfte waren es,
die erdig rochen nach Tiefe
die aufstiegen aus der Erinnerung in uns,
aus tiefvergrabenen Kammern und Gängen.
Eindrücken! Eingedrücktes!
Weit unten, wo Kindheit und Jugend verborgen liegen,
wo Leben sich formt.
Dort formten sich die Worte,
stieg der Duft zu dir auf
Aus der Fülle des Lebens,
des Leidens und des Glücks.

Im Traum habe ich einen Raum gesehen,
erfüllt von Farben, Klängen, Düften.
Wird es einmal so sein?
Bei dir?
Für mich, für dich, für alle?


Zwischenspiel der Orgel


Predigt-Miniatur „Lamm“ (Pfr. Hartmann)

Im Traum habe ich ein Lamm gesehen
makellos
mit weißem Fell
sanft und zerbrechlich

So stehst Du da
jung
unversehrt
neu geborenes Leben
so leicht verletzbar

Du siehst mich an
in Deinem Blick Erbarmen
unendliches Verstehen
Und noch mehr
Unsagbares
für immer mit Dir verwoben

Du siehst mich an
und in Deinem Blick
geborgen
fließen die Zeiten ineinander
Schatten
bewegt von vergangenem Leid
Leuchtspuren
kaskadengleich von Gegenwart kündend
und wie feiner Morgennebel
Konturen formt
wächst ersehnte Zukunft in Dir

Du siehst mich an
und ich Dich
und ich sehe Deine Wunden
Narben
nie verheilt
vom Blut an Türpfosten Ägyptens
und in den Kelchen der Christenheit

Wundersamer Schutz
nahrhafter Quell
gewoben aus Leid und Schmerzen
aus Liebe und Licht
gegen zehrenden Hass
und todverfallenes Machtgehabe

Und da ist noch anderes
Erwachendes
im Blick deiner Augen
schillerndes Kaleidoskop
von Träumen
und Sehnsucht
fein gesponnen

Ein Weg
ein Körper
Gliedmaßen
schmutziges Kreuz
Hände der Freunde
umhüllende Finsternis
Grabesstille
und auf unsagbare Weise
Verwandlung in Licht

So hast Du
Sklaven die Fesseln genommen
Mächtigen den Thron
und die nichts waren
zu Fürsten erhoben
Fürstinnen der Liebe
und des Lichts

Wer außer Dir
vermag die Geschicke
aller Welt
alles Sehnen
aller Zeiten
zu einem guten Ende zu bringen?

Wer außer Dir
ist würdig
ist fähig
das Buch zu öffnen,
und die letzten Dinge
in Gang zu setzen?

Wer kann
erfüllen
heilen
verwandeln
sanft und zerbrechlich
in Güte
und Licht
und Ewigkeit?

Im Traum habe ich Dich gesehen
Lamm Gottes
und wünschte:
Du würdest auch mich sehen
mit allen Fehlern
ohne weiße Weste
verletzend
so ganz anders als Du

Wünschte
Du würdest auch mich überwinden.
Wie alle
und alles,
was Du überwunden hast.

Und mich
und uns
hineinrufen
in den Saal
vor den Thron
auf den Weg
bis die Siegel sich öffnen
und alles beginnt.


Liedvortrag EGplus 87, 1 - 3

Ref.: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.
Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

1. Der meine Sünden vergeben hat,
der mich von Krankheit gesund gemacht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen: (Ref.)

2. Der mich im Leiden getröstet hat,
der meinen Mund wieder fröhlich macht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen: (Ref.)

3. Der mich vom Tode errettet hat,
der mich behütet bei Tag und Nacht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen: (Ref.)
(Text: nach Psalm 103 - Melodie: Norbert Kissel)


Fürbitten

Wir beten:

Gott, du Geheimnis der Welt,
du hast dem Tod die Macht genommen.
Deine Lebendigkeit löst alle Siegel dieser Welt.
Auch die auf meiner dünnen Herzhaut.
Es ist Ostern geworden.
Und es gibt so viel zu bitten an diesen Tagen.

Wir bitten heute für irgendjemanden.
Für irgendjemand, der gerade vor sich hin grübelt
Irgendjemand, die gerade Schubert hört
und in der Luft dirigiert.
Irgendjemand, der gerade die Hände faltet
und keine Worte findet.
Wir bitten für irgendjemand,
die heute im Marburger Schlosspark spaziert
und für einen Moment nur die Vögel hört.
Irgendjemand, der die Nacht nicht überleben wird.
Irgendjemand, die gerade das erste Mal hochgehoben wird,
Luft holt und schreit.

Wir bitten für irgendjemand,
der sich gerade lang macht auf der Liege im Bereitschaftszimmer
und hofft, dass es nicht gleich wieder klingelt.
Irgendjemand, die gerade lächelnd im Bett eine Zigarette raucht.
Irgendjemand, der heute etwas bereut,
was er gesagt hat oder was er nicht gesagt hat
Wir bitten dich Gott, sei Da, sei einfach da.

In der Stille bringen wir vor dich, was unser Herz freut
und was es schwer macht.

Stille

Gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
Sondern erlöse uns von dem Bösen,
denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit,
in Ewigkeit. Amen.


Bekanntmachungen


Liedvortrag EG 331, 1

1. Großer Gott, wir loben dich, / Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich / und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, / so bleibst du in Ewigkeit
(Text: Ignaz Franz 1768 - Melodie: Lüneburg 1668)

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich.
Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Liedvortrag „Amen, Amen, Amen“

Orgelnachspiel


Mitwirkende:
Musik: Constantin Scholl, Paulina Monno
Lesung und Abkündigungen: Anne Wollenteit
Liturgie und Predigt-Miniaturen: Pfrin.Katharina Scholl, Pfr. Oliver Henke, Pfr. Ralf Hartmann

Video-Ostergottesdienst der sieben Innenstadtgemeinden ansehen:

Der Ostergottesdienst 2021 kommt aus sieben Marburger Stadtkirchen.
In jeder Kirche wird ein Detail beschrieben, das Ostern symbolisiert.
Außerdem kommt aus jeder Gemeinde ein musikalischer Ostergruß.

(Video: Karl-Günter Balzer)

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