Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti zum Nachlesen und Nachhören

Kreuzalter der Elisabethkirche während der österlichen Freudenzeit. Foto: Christian Lademann

Wir feiern den Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti (11.4.2021), dem ersten Sonntag nach Ostern, in der Elisabethkirche. Dieser wird mit beschränkter Teilnehmerzahl und unter Coronabedingugnen gefeiert. Gleichzeitig kann man den Gottesdienst hier nun nachlesen und anhören und von daheim aus mitfeiern.

Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti

Pfarrerin i.R. Ulrike Börsch hält diesen Gottesdienst mit einer Predigt über das Kapitel "Der Auferstandene am See von Tiberias" (Joh 21, 1-14): "Wo der HERR ist, das ist die Fülle, und er teilt sie mit ihnen. Wo der HERR ist, da ist ihnen die Sorge ums Überleben, die tief in ihren Herzen sitzt, genommen", gibt Pfrin. Börsch auch in der aktuellen Zeit zu bedenken. Denn: "Wie wichtig die Gemeinschaft für uns ist, wird uns gerade in diesem Jahr der Pandemie bewusst", führt sie fort.

Für alle die aus welchen Gründen auch immer nicht wie sonst am Gottesdienst in der Elisabethkirche teilnehmen können, bieten hier diesen zum Nachlesen an.

Nehmen Sie sich Zeit, zünden Sie ein Kerze an und versuchen alles eventuell Störende auszublenden und dann feiern Sie - verbunden mit der in der Elisabethkirche feiernden Gemeinde - den Gottesdienst aus der Elisabethkirche auf ihren Tablets und Bildschirmen.

Gottesdienst anhören

Gottesdienst am Sonntag Quasimodogeniti (11.4.2021) zum Nachlesen

mit Pfarrerin i. R. Ulrike Börsch

Musik zum Eingang

Christ ist erstanden von der Marter alle;
des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis

Wär er nicht erstanden, wär die Welt vergangen;
seit dass er erstanden ist, so lobn wir den Vater Jesu Christ.
Kyrieleis.

Halleluja. Halleluja. Halleluja.
Des solln wir alle froh sein, Christ will unser Trost sein.
Kyrieleis.


Begrüßung


Lied: EG 162, 1-3 (Sologesang)

1. Gott Lob, der Sonntag kommt herbei,
die Woche wird nun wieder neu.
Heut hat mein Gott das Licht gemacht,
mein Heil hat mir das Leben bracht.
Halleluja.

2. Dies ist der Tag, da Jesus Christ
vom Tod für mich erstanden ist
und schenkt mir die Gerechtigkeit,
Trost, Leben, Heil und Seligkeit.
Halleluja.

3. Das ist der rechte Sonnentag,
da man sich nicht g´nug freuen mag,
da wir mit Gott versöhnet sind,
dass nun ein Christ heißt Gottes Kind.
Halleluja.


Psalm

Alle: Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

Stricke des Todes hatten mich umfangen,
des Totenreichs Schrecken mich getroffen.
Ich kam in Jammer und Not.
Da rief ich den Namen des Herren an: Ach, Gott, errette mich!
Der Herr ist gnädig und gerecht,
und unser Gott ist barmherzig.
Denn du, Gott, hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten.

Alle: Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. Halleluja.

Gesprochen: Ehr` sei dem Vater…


Gebet:

Jesus Christus, Auferstandener, öffne uns die Augen des Herzens, dass wir dich erkennen, wenn du uns am Ufer unseres Lebens begegnest.
In deinem Licht können wir aufblühen, an deinem Wort uns aufrichten, an deinem Tisch Gemeinschaft erleben.
Wir loben und preisen dich in Ewigkeit. Amen.


Lesung und Predigttext: Joh. 21, 1-14

Jesus offenbarte sich abermals den Jüngern am See Tiberias.
Er offenbarte sich aber so:
Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere Jünger. Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will fischen gehen. Sprechen sie zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.
Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zu Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten es nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische. Da spricht der Jünger, den Jesus liebhatte zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr war, gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich ins Wasser. Die anderen Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.
Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer und Fische darauf und Brot. Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! Simon Petrus stieg hinein und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.
Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt´s ihnen, desgleichen auch die Fische.
Das ist nun das dritte Mal, dass Jesus den Jüngern offenbart wurde, nachdem er von den Toten auferstanden war.


Glaubensbekenntnis

Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem, was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens, aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung, die auf Erlösung hofft.
Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes,
von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.
Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist er gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.
Wir glauben an Gottes Geist,
Weisheit von Gott, die wirkt, wo sie will.
Sie gibt Kraft zur Versöhnung und schenkt Hoffnung,
die auch der Tod nicht zerstört.
In der Gemeinschaft der Glaubenden
werden wir zu Schwestern und Brüdern,
die nach Gerechtigkeit suchen.
Wir erwarten Gottes Reich.


Lied: EG 103, 1+5-6 (Sologesang)

1. Gelobt sei Gott im höchsten Thron
samt seinem eingebornen Sohn,
der für uns hat genug getan.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

5. Nun bitten wir dich, Jesu Christ,
weil du vom Tod erstanden bist,
verleihe, was uns selig ist.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.

6. O mache unser Herz bereit,
damit von Sünden wir befreit,
dir mögen singen allezeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja.


Predigt

Sie sind wieder in Galiläa, die sieben Jünger. Aber all das, was sie in Jerusalem erlebt haben und dieses plötzliche Ende ihrer Gemeinschaft mit Jesus, lastet auf ihnen und lähmt sie.
Petrus hat einen Entschluss gefasst. Er will raus aus diesem quälenden Stillstand nach Jesu Tod. Worauf sollen sie noch warten? Dass ein Wunder geschieht? Dass er noch einmal kommt und dann bleibt und ihnen wieder vorangeht wie in den vergangenen Jahren? In den kurzen Momenten, in denen sie ihn zu sehen glaubten, kam so eine Hoffnung auf: Sollte IHM das Unmögliche möglich sein?
Petrus ist Realist, kein Träumer. Worauf also noch warten?!
„Ich gehe fischen“, sagt er. Und die anderen schließen sich ihm gern an: „Dann gehen wir mit“. Der See, sein Boot, die Arbeit, die er gelernt hat, das ist seine Welt. In der kennt er sich aus und die wird ihm auch die Sicherheit zurückgeben, die er in Jerusalem verloren hat. Klar! Die Freunde von damals werden spotten: „Da kommt der heilige Simon!“ Aber das kann er ab. Darauf weiß er schon zu antworten. Und das Spotten wird ihnen auch schnell vergehen. Denn hier muss man nicht reden, sondern anpacken können. Und darauf versteht er sich. Auf seine Hände ist Verlass.
Nun sitzen sie, sieben Mann, in seinem Boot und sind in die Dunkelheit auf den See hinausgefahren. Aber in dieser Nacht machen sie keinen Fang. Das Netz bleibt leer. Sie erleben das nicht zum ersten Mal, dass sie nach der harten nächtlichen Arbeit am Morgen ohne einen Fang heimfahren müssen. Das kennen sie. So ist das Leben hier: Ein immerwährender Kampf um das tägliche Brot, der Tag für Tag aufs Neue beginnt mit Mühe und Schweiß und der Sorge ums Überleben. Sie sind wieder angekommen im Fischeralltag. –

Auch wir, liebe Gemeinde, sind wieder im Alltag angekommen nach den Osterfeiertagen. Eine kleine Atempause haben sie uns geschenkt in den Corona-Sorgen, die gegenwärtig unseren Alltag bestimmen. Abstand halten, Maske tragen, Hände desinfizieren. Für viele die ganz große Sorge: Wann werde ich geimpft und gewinne wieder mehr Freiheit. Für andere: Wie soll ich das überstehen mit meinem Betrieb, meinem Geschäft, wenn Alltag heißt: Alles wieder zu, keine Gäste, keine Kunden, kein Verkauf, keine Einnahmen. Er sieht heute für uns ein bisschen anders aus als damals, der Kampf um das tägliche Brot und das Überleben. Aber wenn man die Augen aufmacht, sieht man den Hunger, die Existenzangst, die Not und die Sorgen auch unter uns. Sie sitzt vor unserer Kirchentür, wenn der Gottesdienst stattfindet; sie
geht enttäuscht mit hungrigem Magen und leerem Netz nachhause, wenn die Tafel geschlossen ist; sie schreit uns an, wenn die Nachrichten das Flüchtlingselend auf dem Balkan und im Nahen Osten zeigen.
Sorge treibt unsere Politiker und Politikerinnen um, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um uns alle möglichst gut durch diese Pandemie zu führen. Sorge haben die MedizinerInnen, dass die Patientenzahlen so ansteigen, dass nicht mehr alle Kranken gut versorgt werden können. Sorge quält Eltern und Lehrer um den Unterricht für ihre Kinder und um ihren Schutz.
Auch unser Alltag: ein ständiger Kampf um und für das Leben. –

Der Morgen graut. Die Männer im Boot müssen zurück ans Ufer. Da sehen sie einen Fremden stehen. Er ruft ihnen zu: „Habt ihr nichts zu essen?“ Ihre kurze einsilbige Antwort: „Nein“. Darauf er: „Dann werft euer Netz doch mal auf der anderen Seite des Bootes aus!“
Und sie tun´s, ohne Diskussion und gegen alle Fischer-Erfahrung.
Und das Netz füllt sich mit Fischen. Da, wo sie kein Wunder erwarten, geschieht das Wunder. Einem von ihnen, Johannes, geht ein Licht auf. „Es ist der Herr“, sagt er zu Petrus. Und Petrus wieder vorneweg. Er wartet nicht, bis sie das Boot an Land gerudert haben. Er wirft sich ins Wasser und schwimmt ans Ufer. Er hat in dem Fremden den Herrn nicht erkannt. Aber diese Zeichen, das prall gefüllte Netz, das erkennt er. Wo der HERR ist, das ist die Fülle, und er teilt sie mit ihnen. Wo der HERR ist, da ist ihnen die Sorge ums Überleben, die tief in ihren Herzen sitzt, genommen.
Am Strand hat der Fremde ein Feuer gemacht und ein Frühstück vorbereitet. Fische braten in einer Pfanne. Sie legen noch ein paar aus ihrem Fang dazu. Dann lädt er sie ein: „Kommt und haltet das Mahl!“ Er bricht ihnen das Brot und reicht ihnen die Fische. Das alles geschieht ohne Worte. Sie stellen keine Fragen und sprechen nicht aus, was ihnen durch die Köpfe geht und in den Herzen brennt. Aber sie wissen: ER ist es! Es ist der HERR! Mit den Augen sehen sie es nicht. Er hat nicht mehr die alte Gestalt. Er ist verwandelt. Aber er ist da, er ist bei ihnen und stärkt sie mit diesem Mahl. Und so wird es immer sein, auch, wenn sie ihn nicht mehr sehen. Was sie an seiner Seite
erlebt haben, wird ihnen durch ihr Leben helfen, und das gemeinsame Mahl wird ihre Gemeinschaft stärken. –

Wie wichtig die Gemeinschaft für uns ist, wird uns gerade in diesem Jahr der Pandemie bewusst. Dass wir einander begegnen können, gehört elementar zu unserem Leben. Einander sehen, sich berühren, miteinander feiern, das ist Lebenselixier für uns. Dazu gehört für uns Christen auch der Gottesdienst und das Abendmahl. Dass wir es so lange schon in Gemeinschaft nicht feiern können, tut weh. Es fehlt mir, dieses Zeichen: Wir haben eine gemeinsame Mitte. Die verbindet uns. So unterschiedlich wir auch sein mögen, wir gehören zusammen und gemeinsam wird uns geschenkt, was uns Kraft gibt und Mut macht, zuversichtlich in den Alltag der neuen Woche zu gehen. Ich freue mich darauf, wenn wir wieder zusammen Abendmahl feiern können.
In diesem Jahr haben mein Mann und ich zum ersten Mal Ostern allein gefeiert. Nur wir zwei. Keine Familie, kein Besuch, keine Gemeinde. Wozu da ein großes Osteressen kochen? habe ich gedacht und dann am 2. Feiertag doch am Herd gestanden. Als wir beim festlich gedeckten Tisch sitzen und essen, schellt es. Wer kann das sein? Wir erwarten keinen Besuch. Ich gehe zur Tür. Draußen steht mein Ortspfarrer in Fahrradkluft, hat den Fahrradhelm unter den Arm geklemmt und reicht mir lachend einen Brief. “Ich wünsche Ihnen ein frohes Osterfest und grüße sie von der Gemeinde!“ Sagt´s und radelt weiter. Ich bin platt!
Das ist sie, die Gemeinschaft, die der Auferstandene zusammenführt, damals wie heute. Wir sind nicht allein! Er ist da und zeigt es uns.
Er macht uns Mut zum Leben. Auch, wenn wir es hier noch nicht ohne Mühe und Schweiß haben können, dürfen wir uns doch getrost des geschenkten Lebens freuen und einstimmen in den Osterjubel. Amen.


EG 100,1+4-5 (Sologesang)

1. Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja,
Halleluja, gelobt sei Christus, Marien Sohn.

4. Es singt der ganze Erdenkreis dem Gottessohne Lob und Preis,
der uns erkauft das Paradeis.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn,

5. Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit
von nun an bis in Ewigkeit.
Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.


Fürbitten
Jesus Christus,
Wenn wir glauben, unsere Mühe sei umsonst, unsere Arbeit hätte keinen Erfolg, dann zeig uns die Fülle deines Lebens und lass uns daran teilhaben.
Wenn wir nichts mehr erwarten, resignieren und die Hoffnung aufgeben wollen, dann lass das Wunder geschehen, an unserer Haustür, auf dem Schulhof, an der Supermarktkasse, auf der Intensivstation. Und der Tag, der trüb begonnen hat, wird hell.
Wenn wir glauben, die Einschränkungen, die Angst vor Ansteckung und die Sorge ums Überleben nicht mehr auszuhalten zu können, dann schenk uns neue Kraft, Lebendiger, Geduld und den langen Atem, den wir brauchen.
Wenn unsere Seele ausgehungert ist nach Nähe und Liebe, dann lass uns die Gemeinschaft spüren, die wir im Glauben mit dir und untereinander haben. Sei und bleibe mit uns auf dem Weg.

In der Stille rufen wir dich an:
Stilles Gebet

Vater unser

Bekanntmachungen

Lied EG 99 (Sologesang)
Christ ist erstanden …

Segen

Musik zum Ausgang


Mitwirkende:
Orgel: Constantin Scholl
Lesung: Christa Hauptmeier
Liturgie und Predigt: Pfrin. i.R. Ulrike Börsch

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