Einführungsgottesdienst von Pfarrer Ulrich Hilzinger am Palmsonntag zum Nachlesen

Dekan Burkhard zur Nieden segnet Pfarrer Ulrich Hilzinger und führt ihn in sein neues Amt als Besucherpfarrer der Elisabethkirche ein. (Foto: Christian Lademann)

Der neu eingeführte Besucherpfarrer der Elisabethkirche Marburg, Pfr. Ulrich Hilzinger, hält seine Predigt über "Glauben ist Vertrauen" (Hebräer 11,1). Foto: Christian Lademann

Gesang: Anne Kuppe, Corinna Zander, Christoph Drescher, Johann Lieberknecht (Foto: Christian Lademann)

Zum Beginn der Karwoche feiern wir den Gottesdienst Palmsonntag (28.3.2021) - und gleichzeitig die Einführung von Pfarrer Ulrich Hilzinger in das Besucherpfarramt an der Elisabethkirche. Dieser wird mit beschränkter Teilnehmerzahl und unter Coronabedingugnen gefeiert. Gleichzeitig kann man den Gottesdienst hier nun nachlesen und anhören und von daheim aus mitfeiern.

Gottesdienst am Palmsonntag

Pfarrer Ulrich Hilzinger wird am Palmsonntag durch Dekan Burkhard zur Nieden in das Amt des Besucherpfarrers, das zuletzt Dr. Anna Karena Müller inne hatte, eingeführt.
Gleichzeitig hält Pfarrer Hilzinger diesen Gottesdienst und spricht in seiner Predigt zum Thema "Glauben ist Vertrauen" (Hebräer 11,1+2).

Für alle die aus welchen Gründen auch immer nicht wie sonst am Gottesdienst in der Elisabethkirche teilnehmen können, bieten hier diesen zum Nachlesen an.

Nehmen Sie sich Zeit, zünden Sie ein Kerze an und versuchen alles eventuell Störende auszublenden und dann feiern Sie - verbunden mit der in der Elisabethkirche feiernden Gemeinde - den Gottesdienst aus der Elisabethkirche auf ihren Tablets und Bildschirmen.

Gottesdienst anhören

Gottesdienst am Palmsonntag (28.3.2021) zum Nachlesen

mit Pfarrer Ulrich Hilzinger und seiner Einführung in das Besucherpfarramt

Musik zum Eingang
Louis Vierne: Kyrie

Begrüßung, Votum

Eingangsgebet

Wochenspruch
Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
Johannes 3,14.15


Psalm 24, EG 712

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
   dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
   Es ist der Herr, stark und mächtig,
   der Herr, mächtig im Streit.
Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch,
   dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre?
   Es ist der Herr Zebaoth;
   er ist der König der Ehre.


Liedvortrag: Ehr sei dem Vater…


Schriftlesung Johannes 12,12-19
Jesu Einzug in Jerusalem
12 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde,
13 nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel!
14 Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):
15 "Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen."
16 Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.
17 Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat.
18 Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan.
19 Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.


Liedvortrag: EG 93 Nun gehören unsre Herzen

1 Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschen Schuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

2 Nun in heilgem Stilleschweigen stehen wir auf Golgatha.
Tief und tiefer wir uns neigen vor dem Wunder, das geschah,
als der Freie ward zum Knechte und der Größte ganz gering,
als für Sünder der Gerechte in des Todes Rachen ging.

3 Doch ob tausend Todesnächte liegen über Golgatha,
ob der Hölle Lügenmächte triumphieren fern und nah,
dennoch dringt als Überwinder Christus durch des Sterbens Tor;
und die sonst des Todes Kinder, führt zum Leben er empor.

4 Schweigen müssen nun die Feinde vor dem Sieg von Golgatha.
Die begnadigte Gemeinde sagt zu Christi Wegen: Ja!
Ja, wir danken deinen Schmerzen; ja, wir preisen deine Treu;
ja, wir dienen dir von Herzen; ja, du machst einst alles neu.
Text: Friedrich von Bodelschwingh 1938
Melodie: Richard Lörcher 1949


Einführung von Pfr. Hilzinger
durch Dekan zur Nieden


Musikbeitrag
Felix Mendelssohn Bartholdy:
„Sind, bet und geh auf Gottes Wegen“


Predigt, Hebräer 11,1

Liebe Gemeinde,

„Glauben ist nicht wissen!“ Diesen Satz habe ich in Gesprächen über den Glauben öfter mal gehört. Und nicht selten war das dann die ultimative Beurteilung. Also: „Ich weiß es nicht. Und man wird´s auch nicht wissen können.“
Da habe ich die Ungenauigkeit der deutschen Sprache an dieser Stelle schon manchmal bedauert, denn ich meine, es ist hier wie beim beliebten Vergleich mit dem Englischen, wo wir für „Himmel“ nur ein Wort haben, aber die Engländer zwei. Wir meinen das Blau da oben wie auch den Ort bei Gott. Die englische Sprache dagegen unterschiedet diese beiden Dinge klar in „sky“ und „heaven“. Deswegen würde in England niemand auf die Idee kommen, zu sagen: „Da oben ist nur blau, wo sollen denn da Seelen rumschwirren – und hinter dem Blau kommt nur Universum - ich sehe nicht, wo hier der Platz für einen Himmel bei Gott sein soll.“ Solche Argumentation hört man bei uns schon gelegentlich – sie sind Ergebnisse einer an dieser Stelle undifferenzierten Sprache, die undifferenziertes Denken schafft.

Ich meine, so ist das auch mit dem Begriff „Glauben“. Wer sagt: „Glauben ist nicht wissen. Deshalb können wir von Gott nichts wissen,“ der macht es genauso falsch, wie der, der den Begriff Himmel nicht unterscheidet.
Glauben ist schon „Nicht-Wissen“. Aber im Hebräerbrief wird uns auch noch eine zweite Definition dieses Begriffs gegeben. Da heißt es – und das ist der 1. Teil des heutigen Predigttextes: Hebr. 11,1: NGÜ
Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.
Im christlichen Sinne ist Glaube also sehr wohl „Wissen“ und nicht „Nicht-Wissen“: Ich weiß, dass Gott lebendig ist. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber ich erkenne überall seine Spuren: In meinem Leben und in der Welt.
Dazu gibt es eine nette Veranschaulichung, wo von einem alten Mann aus Afrika berichtet wird, den man fragt, woher er denn wissen will, dass es einen Gott gibt.
Und er antwortet: „Woher weiß ich, ob ein Mensch oder ein Hund oder ein Esel nachts um meine Hütte gegangen ist? An den Spuren im Sand sehe ich es! Auch in meinem Leben sind Spuren eingedrückt – Spuren Gottes!“
Gott gibt sich uns zu erkennen! Nicht wir beweisen Gott, sondern er beweist sich uns. Das tut er vor allem in Jesus und in der bzw. durch die Bibel, aber natürlich auch durch seine Schöpfung, in der wir leben!

Und deswegen bin auch ich überzeugt, dass es diese unsichtbaren Dinge, dass es Gott gibt: Er hat sich mir zu erkennen gegeben, ich habe schon etliche Erfahrungen mit ihm gemacht und seine Spuren finden sich in meinem Leben. Ich musste ihn nicht beweisen. Er hat sich mir bewiesen. In der Lutherübersetzung heißt dieser Vers: Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Ich empfinde diese Textpassage für den heutigen Palmsonntag als durchaus passend zu meiner Investitur hier in der Elisabethkirche.

Glaube ist immer zutiefst persönlich. Was ich, Ulrich Hilzinger, als Spuren Gottes in meinem Leben erkenne, was für mich ein Beweis der Existenz Gottes ist, ist für die Menschen um mich herum noch lange kein Beweis.
Selbst, wenn ein echtes Wunder dabei wäre. Wunder sind nie Beweise für Gott, sie sind immer nur Bestärkung für die, die bereits an ihn glauben, oder die auf dem Weg zu ihm sind. Alle anderen sagen: „Kann ich nicht einordnen. Verstehe ich nicht. Stimmt nicht…“
Warum ist das so? Weil sich Gott jedem einzelnen von uns erst zu erkennen geben muss, bevor wir das, bevor wir ihn begreifen können. Ich beweise Gott nicht. Niemandem. Er beweist sich mir. Uns. - Und das hat er bei mir an vielen Stellen meines Lebens getan.

Eine einzige möchte ich Ihnen in größtmöglicher Kürze berichten – es gäbe auch eine Langversion: Ich hätte Betriebswirtschaft studieren sollen um das elterliche mittelständische Unternehmen in vierter Generation zu übernehmen. Ich war darauf vorbereitet worden und sah es als meine Aufgabe an – allerdings durch meine christliche Sozialisation, auch außerhalb des Elternhauses, habe ich eine Ausnahme eingebaut: Mein Gebet war: Wenn du, Gott, etwas Anderes im Leben mit mir vorhast, dann bin ich dazu bereit. Aber nicht auf Geratewohl, sondern dann muss es ganz klar und eindeutig für mich sein. Ansonsten sehe ich diesen mir vorgezeichneten Weg als meinen an.
Und diese Eindeutigkeit kam während meines Zivildienstes. In einem Gespräch hat mich eine bestimmte biblische Geschichte regelrecht weggehauen.

Nach 3 Wochen intensiven Gebets und viel Bibellesens habe ich mit einem weisen geistlichen Menschen über diese Sache gesprochen und er hat mir zum „vollzeitlichen Dienst für Gott geraten“. Als er das aussprach, fiel mir ein tonnenschwerer Stein von der Seele und die Unruhe, die sich in den Wochen zuvor bis zur Unerträglichkeit gesteigert hatte, war sofort weg.
Es war natürlich nicht einfach, das meinem Vater zu erklären und er brauchte Jahre um mit meiner Entscheidung gut leben zu können. Aber auch das ist geschehen.
Gott hat sich mir zu erkennen gegeben und hat hier seine Spuren in mein Leben eingedrückt! Und seine Segnungen in Folge dieser Entscheidung haben sich in meinem Leben immer neu erweisen.
Was ist denn der Glaube? Er ist ein Rechnen mit der Erfüllung dessen, worauf man hofft, ein Überzeugtsein von der Wirklichkeit unsichtbarer Dinge.
In keinster Weise wäre „Glauben ist nicht Wissen.“ hier als Erklärung irgendwie angemessen.

Gott hat sich mir ins Herz geschrieben. Er hat seine Spuren in meinem Leben hinterlassen und deswegen rechne ich mit der Erfüllung seiner Verheißungen für mein Leben, aber auch für viele, viele andere. Und ich bin überzeugt von seiner Wirklichkeit, die weit über meine Realität und das, was ich überhaupt zu denken in der Lage bin, hinausgeht.
Ich freue mich darauf, diesen Weg hier mit Ihnen gemeinsam zu gehen.
Amen


Liedvortrag: EG 171 Bewahre uns Gott

1 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns auf unsern Wegen.
|: Sei Quelle und Brot in Wüstennot, sei um uns mit deinem Segen. :|

2 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns in allem Leiden.
|: Voll Wärme und Licht im Angesicht, sei nahe in schweren Zeiten. :|

3 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns vor allem Bösen.
|: Sei Hilfe, sei Kraft, die Frieden schafft, sei in uns, uns zu erlösen. :|

4 Bewahre uns, Gott, behüte uns, Gott, sei mit uns durch deinen Segen.
|: Dein Heiliger Geist, der Leben verheißt, sei um uns auf unsern Wegen. :|


Fürbitte, Vater unser

Abkündigungen

Segen

Es segne und behüte euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen


Musik zum Ausgang
John Rutter: God bless you and keep you


Mitwirkende
Gesang: Anne Kuppe, Corinna Zander, Christoph Drescher, Johann Lieberknecht
Orgel und Klavier: Nils Kuppe
Lesung: Christiane Poetsch
Einführung: Dekan Burkhard zur Nieden
Liturgie und Predigt: Pfr. Ulrich Hilzinger

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Bemerkungen :

  • user
    Uwe Mahlert 28.03.2021 um 17:54

    1. Man wüßte gerne, welche biblische Geschichte sie mal "weggehauen" hat. So bleibt diese Mitteilung leider eine leere und veerstimmt den Leser.


    Und auch wenn man die biblische Geschichte genannt bekäme: Ihre Erfahrung ist eine persönliche, andere haben sie nicht gemacht, sie muß anderen darum auch nicht erzählt werden, schon gar nicht in einer Predigt.


    2. Wie verhalten sich Hebr 11, 1, Ihre "Investitur" und Palmsonntag (und sein Evangelium, das ja gelesen wurde) zueinander? Ist Ihre Investitur für die Gemeinde wichtiger als der Palmsonntag, das Tor in die Karwoche hinein ?

    • user
      Pfarrer Ulrich Hilzinger 30.03.2021 um 09:34

      Lieber Herr Mahlert,


      das sind viele Fragen auf einmal. Sie scheinen mir eine gewisse Irritation zu spiegeln. Aber gerne beantworte ich sie. Aufgrund Ihrer letzten Frage vermute ich, dass Sie eine Predigt erwartet haben, die ein anderes Thema hat.


      Sie schreiben:


      1. Man wüßte gerne, welche biblische Geschichte sie mal "weggehauen" hat. So bleibt diese Mitteilung leider eine leere und verstimmt den Leser.


      Ich bin mir bewusst, dass jede Verkürzung ihre Tücken hat. In dieser (kurzen) Predigt habe ich angedeutet, warum ich die Geschichte nicht nenne: Die Predigt zielte v.a. darauf, dass Gott sich uns offenbart und weniger wie.


      Der Bibeltext, der mich zutiefst berührt hat, war übrigens "Reichtum und Nachfolge" nach der Version von Matthäus 19 mit der Pointe, die Jesus nennt: Willst du vollkommen sein, oder: Willst du alles, was Gott dir anbietet, dann verkauf was du hast und folge mir nach.


      Daraus resultierte das in der Predigt Beschriebene - hier kann ich Ihnen gerne auch in einem persönlichen Gespräch weitere Einzelheiten berichten.


      Sie schreiben weiter:


      Und auch wenn man die biblische Geschichte genannt bekäme: Ihre Erfahrung ist eine persönliche, andere haben sie nicht gemacht, sie muß anderen darum auch nicht erzählt werden, schon gar nicht in einer Predigt.


      Hier bin ich leider ganz und gar nicht Ihrer Meinung: Natürlich war das eine persönliche Erfahrung. Aber genau darum ging es doch in der gesamten Predigt, dass nur jeder seine eigenen, persönlichen Erfahrungen mit Gott machen kann. Ich sagte: "Glaube ist immer zutiefst persönlich. Was ich, Ulrich Hilzinger, als Spuren Gottes in meinem Leben erkenne, was für mich ein Beweis der Existenz Gottes ist, ist für die Menschen um mich herum noch lange kein Beweis..."


      Dieser Logik folgend kann jeder nur von seinen persönlichen Erfahrungen berichten. Und dass man das tut ist urchristlich. Schon Paulus hat es in seinen Briefen gemacht. Es sind starke Zeugnisse. Wenn Sie so etwas nicht in einer Predigt hören wollen, ist das eine persönliche Festlegung Ihrerseits, deren Begründungen ich nicht nachvollziehen könnte. Im Gegenteil.


      Das andere Extrem wäre dann also wahrscheinlich, eine reine Lehre weiterzugeben. Aber was ist reine Lehre ohne persönliche Bezüge?? Allgemeine Wahrheiten, die sehr schnell blutleer wirken können. Sogar Jesus hat grundlegende Wahrheiten mit Beispielen verknüpft, um sie besser verständlich zu machen. Alle Gleichnisse sprechen diese Sprache.


      Die gesamte Bibel ist voller persönlicher Glaubensbezeugungen, die, wie Sie sagen würden, andere nicht gemacht haben.


      Glaube hat immer auch mit Emotionalität zu tun. Weil Emotion ein starker, wenn nicht der stärkste Träger für Botschaften ist, gehört sie meines Ermessens auch in Predigten.


      Sie schreiben weiter:


      2. Wie verhalten sich Hebr 11, 1, Ihre "Investitur" und Palmsonntag (und sein Evangelium, das ja gelesen wurde) zueinander? Ist Ihre Investitur für die Gemeinde wichtiger als der Palmsonntag, das Tor in die Karwoche hinein ?


      A) Der für den Palmsonntag gültige Predigttext steht in diesem Jahr in Hebräer 11,1(und folgende). Daran habe ich mich gehalten. Ich ließ die Einzugsgeschichte lesen (sie ist Predigttext in 2 Jahren), damit wir einen klareren Bezug zum Palmsonntag bekommen. Die evangelische als auch die katholische Kirche haben Predigtreihen, die sich in Zyklen von mehreren Jahren wiederholen. Wir sind in diesem Jahr in Reihe III (Sogenannte: Perikopenreihe). Hintergrund ist, dass man nicht jedes Jahr über den selben Text predigt, denn es gibt einfach zu viele gute Texte in der Bibel, die zu viele wichtige Gedanken beleuchten.


      B) Für gewöhnlich unterscheiden wir zwischen kirchenjahreszeitlichen Gottesdiensten und Gottesdiensten zu besonderen Anlässen. Leider geht das nicht immer Hand in Hand und so ist es üblich, dass die besonderen Gottesdienste ihre Schwerpunkte haben dürfen. Über sehr lange Zeit wurden (und werden manchmal noch heute) Konfirmationen während der Passionszeit gefeiert. Niemand würde auf die Idee kommen, dass man bei einer Konfirmation über Passion predigen müsste.


      So ist es auch bei Einführungen von Pfarrern oder Pfarrerinnen: Dies geschieht durch Sondergottesdienste, die dann auch diese Sonder-Schwerpunkte haben dürfen.


      Aus diesem Grunde würde ich in dieser speziellen Situation in dieser speziellen Gemeinde in diesem speziellen Jahr ihre letzte Frage mit "Ja!" beantworten.


      C) Wie sich Hebräer 11,1 zu meiner Investitur verhält habe ich in der Predigt ausführlich beschrieben. So ist das Resümee der Predigt die Antwort auf Ihre Frage, welche ich hier nicht wiederholen möchte. Lesen Sie doch nochmal die letzten paar Zeilen oder noch besser: Hören Sie die Predigt doch mal an.


      Vielleicht bekommen Sie ja einen besseren Zugang zum Gesagten, wenn Sie diese Hintergründe bedenken und sich darauf einlassen können.


      Ich freue mich, dass Sie Interesse zeigen und würde gerne direkt mit Ihnen ins Gespräch kommen, was allemal besser ist, als ein paar spröde Zeilen in einem Chat einer Homepage.


      Mit freundlichen Grüßen


      Pfr. Ulrich Hilzinger