Gottesdienst am Sonntag 5. Sonntag nach Trinitatis zum Nachlesen

Eine Tür steht immer offen... (Foto: Christian Lademann)

Wir feiern den Gottesdienst am 5. Sonntag nach Trinitatis (4.7.2021), dem Gottesdienst zur Bewerbung um die Pfarrstelle II der Elisabethkirche. Hier können Sie nun den Gottesdienst nachlesen und von daheim aus feiern.

Gottesdienst 5. Sonntag nach Trinitatis (4. Juli)

Pfarrerin Anna Scholz führt durch die Liturgie und hält die Predigt – als Bewerbung um die Pfarrstelle II der Elisabethkirchengemeinde.

Nehmen Sie sich Zeit, zünden Sie ein Kerze an und versuchen alles eventuell Störende auszublenden und dann feiern Sie den Gottesdienst auf ihren Tablets und Bildschirmen.

Gottesdienst am 5. Sonntag nach Trinitatis (4.7.2021) zum Nachlesen

Gottesdienst zur Bewerbung um die Pfarrstelle II der Elisabethkirche - mit Pfarrerin Anna Elisabeth Scholz

Orgel/Musik zum Eingang (Nils Kuppe)

Begrüßung (Achim Ludwig)


Lied: Du meine Seele singe EG 302 (Text: Paul Gerhardt/Musik Johann Georg Ebeling)

1) Du meine Seele singe,
wach auf und singe schön.
Dem, welchen alle Dinge
zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben
hier preisen auf der Erd,
ich will ihn herzlich loben,
so lang ich leben werd

2) Wohl dem, der einzig schauet
auf Jakobs Gott und Heil!
Wer dem sich anvertrauet,
der hat das beste Teil,
das höchste Gut erlesen,
den schönsten Schatz geliebt
sein Herz und ganzes Wesen
bleibt ewig unbetrübt

3) Hier sind die starken Kräfte,
die unerschöpfte Macht,
das weisen die Geschäfte,
die seine Hand gemacht:
Der Himmel und die Erde
mit ihrem ganzen Heer
der Fisch unzähl´ge Herde
im großen wilden Meer


Psalm 73 EG 733 (Anna Scholz/Gemeinde)

Dennoch bleibe ich stets an dir, denn du hältst mich bei meiner rechten Hand
Du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an
Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde
Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf Gott den Herrn, dass ich verkündige all sein Tun.
Alle: Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem
heiligen Geist.
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Gebet (Anna Scholz)
Alle: Amen.


Schriftlesung 1. Samuel 16, 1.4-7.10-13 (Christa Hauptmeier)

Der Herr sprach zu Samuel: "Wie lange willst du noch traurig sein wegen Saul? Ich habe ihn doch verworfen. Er soll nicht mehr König sein über Israel. Jetzt füll dein Horn mit Öl und geh! Ich schicke dich zu Isai nach Bethlehem.
Unter seinen Söhnen habe ich einen gesehen, den ich als König haben will."
Samuel tat, was der Herr ihm aufgetragen hatte. Als er in Bethlehem eintraf, kamen ihm die Ältesten der Stadt aufgeregt entgegen. Sie fragten: "Bedeutet dein Kommen etwas Gutes?" Er antwortete: "Ja, etwas Gutes! Ich will dem Herrn ein Schlachtopfer darbringen.
Bereitet euch vor, heilig vor Gott zu treten! Dann kommt, und feiert mit mir!" Samuel lud auch Isai und seine Söhne zum Opfer ein und sorgte dafür, dass sie heilig vor Gott traten.
Als sie kamen, sah Samuel den Eliab und dachte: "Ja, das ist er! Vor dem Herrn steht sein Gesalbter." Doch der Herr sagte zu Samuel: "Sieh nicht auf sein Aussehen und seine große Gestalt! Ich habe ihn nicht in Betracht gezogen. Denn bei mir zählt nicht, was ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an."
So ließ Isai sieben seiner Söhne an Samuel vorbeigehen. Aber Samuel schüttelte jedesmal den Kopf: "Keinen von ihnen hat der Herr erwählt" Daraufhin fragte Samuel bei Isai nach: "Sind das jetzt alle deine Söhne?" Er antwortete: " Es fehlt noch der jüngste, der hütet gerade die Schafe."
"Schick einen, der ihn holt!" sagte Samuel zu Isai. "Wir wollen uns nicht vorher um den Tisch setzen, bis er hierher gekommen ist." Also lief einer hin und brachte ihn her. Er hatte helle Haut, schöne Augen und sah gut
aus. Der Herr sprach: "Das ist er! Auf, salbe ihn zum König!"
Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Da kam der Geist des Herrn zu David, an diesem Tag und auch in Zukunft.
Danach machte sich Samuel auf den Weg und ging heim nach Rama.

Alle: Halleluja. Halleluja. Halleluja


Lied: Wer nur den lieben Gott lässt walten EG 369 (Text und Musik: Georg Neumark)

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten
und hoffet auf ihn allezeit
den wird er wunderbar erhalten
in aller Not und Traurigkeit
Wer Gott, dem Allerhöchsten traut
der hat auf keinen Sand gebaut.

3) Man halte nur ein wenig stille
und sei doch in sich selbst vergnügt
wie unseres Gottes Gnadenwille
wie sein Allwissenheit es fügt
Gott, der uns sich hat auserwählt
der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt

7) Sing bet und geh auf Gottes Wegen
verricht das deine nur getreu
und trau des Himmels reichem Segen
so wird er bei dir werden neu
Denn welcher seine Zuversicht
auf Gott setzt, den verlässt er nicht


Predigt (Anna Scholz)

David sitzt im Gras und schaut vor sich hin. Am blassblauen Himmel ziehen ein paar Mehlschwalben ihre Kreise. Die Schafe blöken, gerade haben sie Lämmer bekommen. Auf unbeholfenen Beinchen staksen die Kleinen hinter ihren Müttern her, und stupsen sich gegenseitig an. David nimmt seine Harfe, die hat er meistens dabei. Er zupft ein paar Töne und dann eine leise Melodie, die der Wind davonträgt. Und auch Davids Gedanken schweifen in die Ferne. Er träumt ein bisschen.

Und dann kommt Gott. Und er schaut David ins Herz.
Was sieht er da? Vielleicht sieht er, dass David sich für sein Leben noch ein bisschen was anderes wünscht, als das, was im Moment sein Alltag ist. Vielleicht sieht er, dass in David mehr steckt als das, was nach außen hin sichtbar ist: Ein Hirtenjunge mit einer Harfe.
Und vielleicht sieht er den Mut, große Träume zu haben und sich etwas zuzutrauen, was keiner gedacht hat. Er sieht, dass in David verborgene Gaben schlummern.
Und Gott schaut weiter hin. Und dann sieht er vielleicht auch finstere Gedanken in David rumoren. Und listige, ja sogar böse Pläne in ihm aufsteigen, die David selbst noch gar nicht kennt, da auf seiner Sommerwiese.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.

Gott schaut in Davids Herz. Er sieht, dass David einer ist, der etwas erreichen kann, obwohl er der kleinste Bruder in einer Reihe von stolzen starken Männern ist, die schon viel Erfolg im Leben hatten. Und er sieht auch, dass David ein Mensch mit Schattenseiten ist und keineswegs perfekt und immer voller Edelmut und Gerechtigkeitssinn ist. Sondern manchmal auch nur an sich selbst denkt und anderen Unrecht tut. Gott sieht:
Einen Menschen. Und in dem sieht er Möglichkeiten.

So nimmt die Geschichte von David ihren Lauf. Der kleine Hirtenjunge ist es, der schließlich die Geschicke eines ganzen Landes lenken wird. Auch wenn ihm das keiner zugetraut hat zunächst. Aber er schafft es. Und manchmal, später, schafft er es auch nicht und scheitert und tut anderen grausame Dinge an, vielleicht, weil er es in seiner neuen Macht und Herrlichkeit auf einmal vergisst, um was es wirklich geht und weil er denkt, ihm gehört die ganze Welt und es ist egal, was die anderen wollen. Und dann braucht er immer wieder Leute, die ihm das vor Augen führen. Und ihm offen sagen, dass er sich verirrt hat und den Blick für das verloren hat, was wirklich zählt. Und vielleicht auch Menschen, die ihn dran erinnern, dass er früher mal ein kleiner Hirtenjunge war, der auf einer Wiese saß und geträumt hat.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.

Wenn Gott in dein Herz schaut, und in meins, was sieht er da? Vielleicht sieht er große und kleine Träume.
Vielleicht sieht er einen Schmerz, der Narben hinterlassen hat. Vielleicht sieht er ein paar Risse und Furchen. Aber bestimmt sieht er auch Mut und Zuversicht. Und er sieht Momente, in denen sich alles hell und leicht anfühlt und Du das Gefühl hast, auf
Wolken zu schweben und in einen Sonnenuntergang zu tanzen. Und er sieht, wo ich schwach bin oder missmutig, oder sogar neidisch und boshaft. Er schaut
auf alles, was zerbrochen ist. Und er schaut auf das, was stark ist und nie zerbrechen kann. Auf das, was dich antreibt. Auf das, worauf sich meine Sehnsucht richtet.
Er schaut auf Freundschaft und Liebe. Auf Hoffnung und Freiheit. Auf Tränen. Auf Umarmungen. Auf das, was du vermisst. Auf das, was ich mir wünsche und vielleicht
noch nie jemandem erzählt habe. Er schaut in unser Herz. Und da sieht er Helles und Dunkles und Starkes und Schwaches.
Er sieht uns Menschen.
Und darin sieht er Möglichkeiten.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.

Davon erzählt die Geschichte von David. Wo ein kleiner plötzlich ziemlich groß rausgekommen ist. Und dann gestrauchelt ist und viele Fehler gemacht hat. Und trotzdem gab es immer wieder Möglichkeiten. Und davon erzählen auch noch viele andere Geschichten in der Bibel. Für uns Christenmenschen auch die von Jesus, dem Nachfahren Davids, dem Menschen, in dem Gott selbst uns in unserer Menschenwelt nah kommt, schwach und verletzlich. Der am Kreuz stirbt, elend. Und darin dem Tod seine Macht nimmt. Und der da ist, wo wir selbst klein und zerbrechlich sind.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.
Ich glaube: Auch deins und meins.

Und er sieht Möglichkeiten:

Dass du immer nochmal jemand anders sein kannst, als der oder die, für dich die anderen halten. Er sieht, wo die Kleinen groß und die Großen klein sein können. Dass es nicht darauf ankommt, nie etwas falsch zu machen, sondern darauf, wie du damit umgehst. Dass der erste Eindruck nicht immer stimmt. Dass in meinem und deinem Leben Platz sein kann für Wunder und Überraschungen. Dass wir es uns trauen dürfen, mal stark und mal schwach zu sein. Und dass es in unserer
Welt, in der es so viel Streit und Ohnmacht und Ausbeutung und Verderben gibt, nicht aufhört, dass Menschen nach Gerechtigkeit und Frieden suchen.

Davon erzählt er uns, wenn er uns anschaut und in unser Herz blickt. In unseren ganz eigenen Lebensgeschichten, in denen wir vielleicht manchmal, wie Samuel nicht nur ein oder zweimal, sondern sogar achtmal hinschauen müssen, bis wir erkennen. Und manchmal dann trotzdem noch erstaunt sind. Geschichten, in denen Platz ist für Schwächen und Fehler. Geschichten von Streit und Versöhnung. Und vom Verzeihen.

Von Menschen. Und Möglichkeiten.

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.

Amen.


Lied: Es kennt der Herr die Seinen EG 358 (Text: Philipp Spitta/Musik: Heinrich Schütz)

1) Es kennt der Herr die Seinen,
und hat sie stets gekannt,
die Großen und die Kleinen,
in jedem Volk und Land;
er lässt sie nicht verderben,
er führt sie aus und ein,
im Leben und im Sterben
sind sie und bleiben sein.

3) Er kennt sie als die Seinen,
an ihrer Hoffnung Mut,
die fröhlich auf dem einen,
dass er der Herr ist ruht,
in seiner Wahrheit Glanze,
sich sonnet frei und kühn,
die wunderbare Pflanze,
die immerdar ist grün.

4) Er kennt sie an der Liebe,
die seiner Liebe Frucht,
und die mit lauterm Triebe,
ihm zu gefallen sucht,
die andern so begegnet,
wie er das Herz bewegt,
die segnet, wie er segnet
und trägt, wie er sie trägt.


Fürbitten (Anna Scholz)

Stille

Vaterunser im Himmel
geheiligt werde dein Name
dein Reich komme
dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die
Herrlichkeit.
In Ewigkeit. Amen.

Abkündigungen (Christa Hauptmeier)


Lied: Verleih uns Frieden gnädiglich EGplus 142 (Text: Martin Luther/Musik Matthias Nagel)

Verleih uns Frieden gnädiglich
Herr Gott, zu unsern Zeiten.
Es ist ja doch kein andrer nicht,
der für uns könnte streiten,
denn du, unser Gott alleine,
denn du, unser Gott alleine.
Halleluja, Kyrie Eleison:
Herr Gott, erbarme dich!
Halleluja, Kyrie Eleison:
Herr Gott, erbarme dich!


Segen

Alle: Amen, Amen, Amen.

Musik zum Ausgang (Nils Kuppe)


Mitwirkende:

Musik: Nils Kuppe
Lesung und Abkündigung: Chista Hauptmeier
Begrüßung: Pfarrer Achim Scholz
Liturgie und Predigt: Pfarrerin Anna Scholz

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