Gottesdienst am Sonntag 1. Sonntag nach Trinitatis zum Nachlesen

Foto: Christian Lademann

Wir feiern den Gottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis (6.6.2021). Hier können Sie nun den Gottesdienst nachlesen und von daheim aus feiern.

Gottesdienst 1. Sonntag nach Trinitatis (6. Juni)

Pfarrer Ulrich Hilzinger hält diesen Gottesdienst. Der Predigttext steht in Jona 1+2 (Jona 1,1-2.2+2,11)

Nehmen Sie sich Zeit, zünden Sie ein Kerze an und versuchen alles eventuell Störende auszublenden und dann feiern Sie den Gottesdienst auf ihren Tablets und Bildschirmen.

Gottesdienst am 1. Sonntag nach Trinitatis (6.6.2021) zum Nachlesen

mit Pfarrer Ulrich Hilzinger

Musik zum Eingang

Begrüßung, Votum

Eingangsgebet

Wochenspruch: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. Lk 10,16a


Solistisch: EG 452,1-4(5) Er weckt mich alle Morgen

1 Er weckt mich alle Morgen, er weckt mir selbst das Ohr.
Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor,
dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmrung Pforte ist er mir nah und spricht.

2 Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.
Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf.
Das Wort der ewgen Treue, die Gott uns Menschen schwört,
erfahre ich aufs neue so, wie ein Jünger hört.

3 Er will, dass ich mich füge. Ich gehe nicht zurück.
Hab nur in ihm Genüge, in seinem Wort mein Glück.
Ich werde nicht zuschanden, wenn ich nur ihn vernehm.
Gott löst mich aus den Banden. Gott macht mich ihm genehm.

4 Er ist mir täglich nahe und spricht mich selbst gerecht.
Was ich von ihm empfahe, gibt sonst kein Herr dem Knecht.
Wie wohl hat's hier der Sklave, der Herr hält sich bereit,
dass er ihn aus dem Schlafe zu seinem Dienst geleit.

5 Er will mich früh umhüllen mit seinem Wort und Licht,
verheißen und erfüllen, damit mir nichts gebricht;
will vollen Lohn mir zahlen, fragt nicht, ob ich versag.
Sein Wort will helle strahlen, wie dunkel auch der Tag.


Psalm Jona 2,2-10

Pfr.: Wir beten im Wechsel:
Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach:
Alle: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.
Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben.
Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen.
Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt.
Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.
Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!
Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel.
Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade.
Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN.

Solistisch: Ehr sei dem Vater…


Schriftlesung 2. Tim 3,14-17

14 Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast 15 und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. 16 Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, 17 dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.


Solistisch: 638, 1-3 Ich lobe meinen Gott, der…

1. Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.
Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.

Refrain: Ehre sei Gott auf der Erde in allen Straßen und Häusern,
die Menschen werden singen bis das Lied zum Himmel steigt:
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden,
Ehre sei Gott und den Menschen Frieden, Frieden auf Erden!

2. Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle.
Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.

Refrain: Ehre sei Gott…

3. Ich lobe meinen Gott, der meine Tränen trocknet, dass ich lache.
Ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich lebe.

Refrain: Ehre sei Gott…


Predigt, Jona 1+2

Liebe Gemeinde,
Jona im Walfisch. Eine so eindrückliche Bibelgeschichte, dass man gar nicht anders kann, als großes Kopfkino zu entfalten. Und nicht zu Unrecht eine Geschichte, die schon früh Kindern erzählt wird… da kann man sich was vorstellen und es ist eigentlich alles drin, was eine Erzählung spannend und würzig macht: Auftrag - Rebellion dagegen; Flucht - mit Gefahr und Todesangst; Meer - mit Schiff und Sturm; Kampf um ein Leben und die unendlich große Überwindung, dieses zu opfern; Übernatürliches und ein riesiges Tier. Und in all dem immer wieder völlig überraschende Wendungen.

Es soll heute um den ersten Teil der Jona-Geschichte gehen, überschreiben mit:
Jonas Flucht vor Gott
Ich lese aus Jona 1+2: (1,1-2,2+2,11) 1 Es geschah das Wort des HERRN zu Jona, dem Sohn Amittais: 2 Mache dich auf und geh in die große Stadt Ninive und predige wider sie; denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen. 3 Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem HERRN nach Tarsis fliehen und kam hinab nach Jafo. Und als er ein Schiff fand, das nach Tarsis fahren wollte, gab er Fährgeld und trat hinein, um mit ihnen nach Tarsis zu fahren, weit weg vom HERRN. 4 Da ließ der HERR einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen. 5 Und die Schiffsleute fürchteten sich und schrien, ein jeder zu seinem Gott, und warfen die Ladung, die im Schiff war, ins Meer, dass es leichter würde. Aber Jona war hinunter in das Schiff gestiegen, lag und schlief. 6 Da trat zu ihm der Schiffsherr und sprach zu ihm: Was schläfst du? Steh auf, rufe deinen Gott an! Vielleicht wird dieser Gott an uns gedenken, dass wir nicht verderben. 7 Und einer sprach zum andern: Kommt, wir wollen losen, dass wir erfahren, um wessentwillen es uns so übel geht. Und als sie losten, traf's Jona. 8 Da sprachen sie zu ihm: Sage uns, um wessentwillen es uns so übel geht? Was ist dein Gewerbe, und wo kommst du her? Aus welchem Lande bist du, und von welchem Volk bist du? 9 Er sprach zu ihnen: Ich bin ein Hebräer und fürchte den HERRN, den Gott des Himmels, der das Meer und das Trockene gemacht hat. 10 Da fürchteten sich die Leute sehr und sprachen zu ihm: Was hast du da getan? Denn sie wussten, dass er vor dem HERRN floh; denn er hatte es ihnen gesagt. 11 Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir denn mit dir tun, dass das Meer stille werde und von uns ablasse? Denn das Meer ging immer ungestümer. 12 Er sprach zu ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist. 13 Doch die Leute ruderten, dass sie wieder ans Land kämen; aber sie konnten nicht, denn das Meer ging immer ungestümer gegen sie an. 14 Da riefen sie zu dem HERRN und sprachen: Ach, HERR, lass uns nicht verderben um des Lebens dieses Mannes willen und rechne uns nicht unschuldiges Blut zu; denn du, HERR, tust, wie dir's gefällt. 15 Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten. 16 Und die Leute fürchteten den HERRN sehr und brachten dem HERRN Opfer dar und taten Gelübde. 2,1 Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. 2 Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches …
11 Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.

Natürlich ist diese Jona-Geschichte viel mehr, als eine Kinderkirch-Erzählung. Sie gehört, das ist inzwischen fast einhellige Meinung, zu den sog. religiösen Lehrerzählungen, d.h. anhand einer gut bebilderten Geschichte stellt sie theologische Fragen, gibt Antworten und verarbeitet Zeitgeschichte. Und diese Fragen und Antworten sind z.T. nicht sehr angenehm.
So komme ich zu:

1. Unangenehme Pflichten
Wer kennt das nicht? Wir sollten doch längst die Steuererklärung fertiggemacht haben, im Garten wuchert überall, was nicht hingehört, aber: „Unkrautjäten ist Mist“, oder wir bekommen eine unangenehme Aufgabe vom Chef …da fallen uns doch ganz leicht immer neue Dinge ein, die wir vorher noch erledigen können; …oder unbedingt erledigen müssen. Meinen wir. Unangenehmes schieben wir gerne nach hinten.
Ein guter Freund sagte mir mal, nachdem wir mit mehreren Leuten in unendlicher Mühe mein altes Klavier in die Wohnung im 1. Stock befördert hatten: „Sag mir rechtzeitig, wann ihr wieder auszieht und das Klavier wieder runter muss. Dann nehme ich mir Urlaub… und fahr so weit weg, wie ich kann.“
Jona macht es ebenso. Sein Fluchtreflex ist zutiefst menschlich. Er bekommt einen unangenehmen, ja für ihn unbegreiflichen Auftrag von Gott. Und er nimmt Reißaus. Tarsis soll sein Ziel sein. Genau die entgegengesetzte Richtung von Ninive. Noch an Gibraltar vorbei, in Spanien an der Atlantikküste, am anderen Ende der Welt.

2. Unangenehme Wahrheiten
Gott schweigt nicht zu Missständen, selbst da, wo er unserer Meinung nach ja kaum noch sein kann: Bei denen, die wir böse, unmoralisch, anders oder fremd finden. Nun befiehlt er doch tatsächlich dem frommen Jona aus dem Volk der Hebräer: predige gegen Ninive, denn ihre Bosheit ist vor mich gekommen.
Wahrscheinlich will Jona u.a. deswegen nicht gehen, weil er mit einer Warnung vor Gottes Gericht, den Bewohnern von Ninive die Chance gibt, Buße zu tun. Und er weiß, dass Gott gnädig ist und in diesem Fall die Feinde Israels begnadigen wird. Dadurch würde eine mögliche Gefährdung Israels weiter bestehen bleiben. Aber das kann Gott doch unmöglich wollen! Das kann er doch nicht ernst meinen. Und wenn doch: Dann aber bitte nicht durch mich. Soll er sich einen anderen suchen.

Hier kommt ein Motiv der Verarbeitung von Zeitgeschichte in den Blick: Mit dem Aufrollen dieser Frage verarbeitet das Jonabuch eine tiefe Enttäuschung, die in Israel vorhanden gewesen sein muss, nachdem es jahrhundertelang unter der Vorherrschaft fremder Großmächte stand… erst unter persischer, dann unter hellenistischer. Wenn Gott Ninive vor seiner Strafe warnen will, sieht er also offensichtlich auch Menschen solcher Großmächte als seine geliebten Kinder an, die er zuerst beschützen will und deren Irrwege ihm weh tun.

Eine unangenehme Einsicht. Wenn Gott zudem deren Vorherrschaft über sein erwähltes Volk Israel, über die Hebräer, nicht beendet, stellt sich doch die berechtigte Frage, was es denn dann für Israel bedeutet, Gottes Volk zu sein. Welches Vorrecht entsteht ihm daraus? Die Antwort – und damit greife ich weit über den heutigen Predigttext hinaus - könnte gegen Ende des Jona-Buchs in Kap 4,11 zu finden sein, wo es heißt, dass die Leute von Ninive nicht wissen, wo rechts und links ist. Indem Ninive dieses Wissen abgesprochen wird, soll wohl indirekt daran erinnert werden, dass Israel dieses Wissen hat, weil es das von Gott offenbarte Gesetz, die Tora, besitzt.
Daraus ergibt sich nun eine theologische Antwort, nämlich, dass Israel auch unter der Vorherrschaft fremder Großmächte …als Gottes erwähltes Volk weiter existieren wird, wenn es sich an das Gesetz hält, das ihm Gott durch Mose gegeben hat.

3. Unangenehme See
Ein Schiff im Sturm. Ein archetypisches Bild für unser Leben. Wer hat noch keine Stürme im Leben erlebt? Und die theologische Frage, die mit dieser Geschichte aufgeworfen wird, lautet: Sind solche Stürme in unserem Leben von Gott geschickt? Wenigstens manche? Jona begreift sofort, dass das hier kein zufälliges Schicksal ist. Er ist die Ursache. Daraus lässt sich zweierlei schließen:
1. Ich kann vor Gott und vor mir selbst nicht einfach davonlaufen. Da nützt es auch nichts, wenn ich mir das äußerste Ende der bekannten Welt als Ziel setze – oder auch, mir besondere, exotische, unreligiöse oder rein philosophische Gedankengebäude meines Seins als Fluchtpunkt suche. Gott erreicht mich. Wenn er will.
2. Manche Lebensstürme produziere ich selbst, manchen setzte ich mich sozusagen freiwillig aus, oder begebe mich geradezu freiwillig dahinein, indem ich mich nicht an die Vorschläge Gottes für mein Leben halte. Seine Gebote schaffen, sozusagen wie eine Kaimauer, einen geschützten Raum für mich selbst und andere. Den kann ich natürlich verlassen, doch brauche ich mich dann nicht über schwere See zu wundern, oder gar Gott anzuklagen, warum er mir solche in mein Leben schickt.

4. Unangenehme Reaktionen
Die See, so heißt es dann, war so gewaltig, dass die Mannschaft ihre Ladung über Bord warf, den gesamten Sinn ihrer Reise damit also aufgab, weil sie um ihr Leben fürchtete. Jona dagegen schlief. Könnte man auch sagen: Die Probleme, die andere hatten, waren ihm zunächst mal ziemlich egal? Ja er erkannte nicht, dass er die Ursache für die Probleme der Mannschaft war. Die Mannschaft auf dem Schiff betete – jeder zu seinem Gott, heißt es, und – interessant - sie loste und es traf den Richtigen. Sie hörte von Jona, dass er vor seinem Gott floh und sie begriff aufgrund der Umstände, dass er einen riesigen Fehler gemacht hatte. Das waren moralisch anständige Menschen. Sie fragten Jona sogar noch, was sie denn mit ihm machen sollten. Sie nahmen ihn und seinen Gott ernst, ja hatten sogar großen Respekt vor diesem und erkannten ihn letztlich als den Gott über die Welt, über Wind und Wellen an und riefen ihn an.
Jona, könnte man meinen, war nun sehr demütig und Ergeben, indem er der Mannschaft sagte: „Dann werft mich halt in´s Meer. Dann ist Ruhe. Und ihr seid eure Sorgen los.“ Damit erzählt uns diese Geschichte auch sehr eindringlich, dass wir Entscheidungen nie nur für uns selbst treffen, sondern sehr oft auch für bzw. gegen andere Menschen. Jona bringt durch seinen Ungehorsam alle auf dem Schiff in Lebensgefahr – oder etwas vorsichtiger ausgedrückt: jedenfalls in Todesangst. Und dann lädt er der Mannschaft mit seiner Entscheidung auch noch eine riesen Bürde auf: „Ihr müsst mich schon umbringen, damit es mit euch besser wird. Ihr müsst mich opfern.“
Wenn er es wirklich glaubt, glaubt, dass das so unausweichlich ist, warum ist er dann nicht selbst gesprungen? Natürlich: Dafür wäre schon eine extrem hohe Selbstüberwindung nötig. Aber: Hier sieht er offensichtlich noch immer nur sich selbst. Hat nur einen Blick für seine eigene Situation und übersieht die anderen. Und diese anderen Männer auf dem Schiff sind verzweifelt. Sie ruderten mit all ihren Kräften. Sie geben alles, damit sie das nicht tun müssen. Aber das Meer geht immer noch ungestümer gegen sie an. Bis sie in ihrer Todesangst am Schluss Jonas Ratschlag befolgen und ihn ins Meer werfen und Gott gleichzeitig um Vergebung und Barmherzigkeit bitten, weil sie so etwas Schlimmes tun. Ihr Gewissen ist auf´s Höchste belastet – und Jona ist schuld daran.
Auch diese Episode über die Konsequenzen für sich selbst und für andere ist wiederum ein Hinweis auf die Sinnhaftigkeit und den großen Wert der Tora, Gottes Gebot: Israel weiß, „wo rechts und links ist“: Bleibe im Schutzraum von Gottes Geboten und du bewahrst damit auch andere vor Schwerem. Hier doppelt: vor Todesangst und vor größter Gewissensnot.

Schließlich:
5. Unangenehme Rettung – oder: der Wendepunkt
Nun, allein im tosenden Meer und im Begriff, in die schwarze Dunkelheit und Stille zu sinken, wird Jona von einem Walfisch verschlungen. Obwohl diese kurze Sequenz nur eine Durchgangsszene ist, ist sie zutiefst bedeutend: Sie lässt sich mit Grunderfahrungen von Ende und Neubeginn verbinden.
Jona ist am Ende: Keine Ansprüche mehr, keine Befehle, kein schlechtes Gewissen, keine Flucht vor Gott und vor sich selber, nie mehr unruhiger Schlaf. Und dort geschieht das Wunder. Es ist uns in einem Gebet, einem Psalm überliefert, den wir vorhin gebetet haben.
Nicht Gott eröffnet jetzt das Gespräch, sondern Jona - und Gott antwortete ihm. Jona hatte Gott nicht geantwortet. Wie oft hat Gott vielleicht nach uns gerufen und wir haben nicht geantwortet? Gott antwortet. Selbst am gottfernsten Ort.
Wir wissen nicht, was genau er antwortet. Aber Jona hat nun keine Angst mehr. Nicht mehr vor Gott, nicht mehr vor sich selber und auch nicht mehr vor seinem Auftrag.

Ich glaube, dass wir Gott nicht erst begegnen können, wenn wir an unsere Grenzen kommen – oder uns dorthin begeben. Bei Jona war es zwar so, aber er selbst hatte diese Wahl getroffen.
Und dort erlebte er Gott dann nicht so sehr in den Umständen, also in Sturm oder Fisch, sondern im Gespräch zwischen ihm und Gott. Als Jona begann Gott wirklich wahrzunehmen, da erlebte er ihn. Und das gilt heute so wie damals. Dafür braucht es keine krassen Umstände, es sei denn, wir bestehen darauf, so wie Jona.
Ich bin überzeugt, dass wir Gott da erleben, wo in uns das echte Bedürfnis erwacht, mit ihm in Kontakt zu treten. Diese Brücke hat Jesus für uns geschlagen und der Heilige Geist Gottes ist es dann, der in uns kommt.

So geht es in der Jona-Geschichte nicht nur um eine lehrhafte Erzählung. Sie ist auch Zeugnis tiefster Gotteserfahrung der Menschen, die sie an uns weitergegeben haben. Ich wünsche ihnen und mir, dass auch wir diese Erfahrung immer neu machen dürfen.
Amen


Solistisch: EG 503, 1-3+8

1 Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben;
schau an der schönen Gärten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschmücket haben, sich ausgeschmücket haben.

2 Die Bäume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem grünen Kleide;
Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.

3 Die Lerche schwingt sich in die Luft, das Täublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die Wälder;
die hochbegabte Nachtigall ergötzt und füllt mit ihrem Schall Berg, Hügel, Tal und Felder, Berg, Hügel, Tal und Felder.

8 Ich selber kann und mag nicht ruhn, des großen Gottes großes Tun erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt, und lasse, was dem Höchsten klingt, aus meinem Herzen rinnen, aus meinem Herzen rinnen.


Fürbitte

Wir danken dir Himmlischer Vater, dass du uns hörst, dass du uns begegnen möchtest und dies auch tust, wenn wir uns für dich öffnen oder wenn wir dich anrufen. Danke, dass kein Abgrund zu tief und keine Umgebung zu schwarz sein kann, für deine Begegnung mit uns. Wir bitten dich, durch Jesus Christus, deinen Sohn, dass wir immer neu die Begegnung mit dir erfahren, dass du uns dadurch stärkst und ermutigst, unterstützt und begleitest. Insbesondere für die Aufgaben, die du uns zutraust und manchmal auch zumutest.
Und alles, was uns sonst noch bewegt, legen wir in das Gebet, das du, Jesus uns gelehrt hast: Vater unser…

Abkündigungen

Segen

Es segne und behüte euch der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Musik zum Ausgang



Mitwirkende

Gesang: Anne Kuppe
Orgel und Klavier: Nils Kuppe
Lesung: Christiane Poetsch
Liturgie und Predigt: Pfr. Ulrich Hilzinger

Kommentare und Antworten

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