Christvesper für Kinder und Erwachsene um 16 und 17 Uhr aus der Elisabethkirche im Audiostream mit Standbildern

Christvesper für Kinder und Erwachsene. Fotos: Bernhard Dietrich

Wir feiern am 24. Dezember um 16 und 17 Uhr eine Christvesper für Kinder und Erwachsene in der Elisabethkirche. Sie wird mit beschränkter Teilnehmerzahl und unter Coronabedingugnen gefeiert. Gleichzeitig kann man den Gottesdienst per Audio/Video mitfeiern, das am Dienstag in der Kirche aufgezeichnet wurde.

Marburg. Für Heiligen Abend 16 und 17 Uhr hat Pfr. Achim Ludwig eine Christvesper vorbereitet, die sich an Kinder und Erwachsene wendet. Mit Liedern umrahmt wird die Weihnachtsgeschichte aus Lukas 2 erzählt.

Auf die gegenwärtige Coronasituation hin wird eine Geschichte erzählt und mit der Botschaft der Weihnacht "versprochen", sodass Kinder und Erwachene mitgenommen, getröstet und in die Zukunft geführt werden können.

Für alle die aus welchen Gründen auch immer nicht wie sonst am Gottesdienst in der Elisabethkirche teilnehmen können, bieten hier den gleichen zuvor aufgenommen Gottesdienst aus der Elisabethkirche als Video an.

Nehmen Sie sich Zeit, zünden Sie ein Kerze an und versuchen alles eventuell Störende auszublenden und dann feiern Sie - verbunden mit der in der Elisabethkirche feiernden Gemeinde - die Christvesper aus der Elisabethkirche auf ihren Tablets und Bildschirmen.

Christvesper für Kinder und Erwachsene aus der Elisabethkirche nachhören

Wer mitlesen will, kann das im Folgenden ebenso tun:

Begrüßung:
Heiliger Abend! Ein besonderer Tag, ein besonderer Abend in einem besonderen Jahr. Vieles ist anders, vieles muss anders sein.
Wir sind verbunden - wenigstens digital. Wo immer Sie uns zuhören, wo immer Sie gerade unterm Weihnachtsbaum sitzen – herzlich willkommen!
Wir feiern Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: Vom Himmel hoch (EG 24, 1-2.5)
Vom Himmel hoch, da komm ich her,/ich bring euch gute neue Mär;/
der guten Mär bring ich so viel,/davon ich singen und sagen will.

Euch ist ein Kindlein heut geborn/von einer Jungfrau auserkorn,/
Ein Kindelein, so zart und fein,/das soll euer Heiland selber sein.

So merket nun das Zeichen recht:/die Krippe, Windelein so schlecht,/
Da findet ihr das Kind gelegt,/das alle Welt erhält und trägt.

Weihnachtsgeschichte: Lukas 2, 1-20:
Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.
Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.
Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.“ Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.


Lied: Ihr Kinderlein kommet (EG 43, 1-3)
Ihr Kinderlein kommet,o kommet doch all,/zur Krippe herkommet, in Bethlehems Stall,/
und seht, was in dieser hochheiligen Nacht/der Vater im Himmel für Freude uns macht.

O seht, in der Krippe im nächtlichen Stall,/seht hier bei des Lichtleins hellglänzendem Strahl/
in reinlichen Windeln das himmlische Kind,/viel schöner und holder, als Engel es sind.

Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh,/Maria und Joseph betrachten es froh,/
die redlichen Hirten knien betend davor,/hoch oben schwebt jubelnd der Engelein Chor.

 

Ansprache:
Liebe Kinder und Erwachsene, liebe Gemeinde am Heiligen Abend,
„jedes Jahr zu Weihnachten feiern sie ein besonderes Fest in St. Piran;
sie nennen es das „Fest des Wales“. …die Dorfbewohner steigen den Hang hinauf zum alten Friedhof, und ein Kinderchor singt Choräle, so wie sie es immer getan haben, und alle Familien stehen da und applaudieren. …Die Kinder malen einen Wal auf eine riesige Papierrolle und hängen ihn an die Mauer der …Kirche, als Erinnerung an die Apokalypse und - den Wal.“
Diese Sätze stehen am Ende eines Romans, der in diesem mehr als besonderen Jahr zum geheimen Bestseller geworden, obwohl er bereits 2015 erscheinen ist: „Der Wal und das Ende der Welt“ von John Ironmonger. Für manche in diesem Jahr das Buch der Stunde!
Der Roman erzählt vom kleinen Dorf St. Piran in Cornwall in England und den Menschen, die dort leben, im Angesicht einer Pandemie. Das Dorf liegt jwd. Keine größere Straße führt dorthin. Kaum ein Mensch von außen hat sich je dorthin verirrt. Im Zentrum der Geschichte steht Joe Haak, seines Zeichens Software-Entwickler und Börsenanalyst für eine große englische Bank in London. Er hat ein Computerprogramm erfunden, mit dem die wirtschaftliche Entwicklung genaustens vorausberechnet werden kann. Als eine seiner Berechnungen ihm zeigt, dass seine Bank demnächst Milliardenverluste erleiden wird, macht er sich aus dem Staub und landet auf Umwegen in dem kleinen englischen Küstenort St. Piran. Und wie er dort landet – er weiß es selbst nicht: auf jeden Fall wird er nackt und bewusstlos am Strand liegend gefunden, und ohne, dass ihn jemand fragt, woher er kommt und wie er dorthin gekommen ist, wo er gelegen hat, nehmen die Dorfbewohner/innen ihn bei sich auf. Er wird im Dorf gesund gepflegt und wie selbstverständlich in die kleine Gemeinde integriert – außer vom Pfarrer, dem auffällt, dass seine Frau ein Auge auf den Fremden geworfen hat.
Als Joe wieder fit ist, leiht er sich einen Laptop aus, findet am Ortsrand auch den einzigen Punkt, an dem es Internet gibt, um nachzuforschen, was aus seiner Vorhersage geworden ist. Dabei stellt er aber fest, dass mittlerweile eine viele größere Bedrohung auf die Menschheit zukommt: eine Viruserkrankung wird in England ausbrechen, unzählige Menschenleben kosten und die Wirtschaft zusammenbrechen lassen.
Sein Job an Bank und Börse haben Joe das Schlimmste gelehrt. So glaubt er genau zu wissen, wie die Menschen mit so einer Bedrohung umgehen werden: einer wird des anderen Wolf werden; nur die Stärksten werden sich durchsetzen; jeder wird egoistisch, was er zum Leben hat, für sich hamstern und horten und die anderen Menschen werden ihm egal sein.
Joe fasst einen Plan. Er will den Menschen im Dorf, die ihn aufgenommen haben, helfen. Er mietet den ungenutzten Kirchturm an und von dem vielen Geld, dass er mal für sein Computerprogramm bekommen hat, kauft er einen großen Vorrat von Lebensmittelkonserven und lagert sie dort.
Natürlich bleibt in dem kleinen Dörfchen seine Arbeit nicht unbemerkt. Als er den Bewohnern/innen sagt, was in der Welt draußen gerade geschieht, beschließen fast alle, ihm zu helfen.
Und dann bricht weltweit der Virus wirklich aus, viel tödlicher noch als Corona. Von einem zum anderen Tag kollabiert die Wirtschaft, die weltweite Lebensmittel-versorgung bricht zusammen und auch die Versorgung mit Benzin und Strom. Und wie reagieren die Menschen?
Anders als Joe befürchtet hatte, ganz und gar nicht egoistisch. Außer ein paar kleineren Reibereien und 2-3 Kleindiebstählen (vielleicht Klopapier), verhalten sich die Bewohner/innen mitmenschlich: die gelagerten Lebensmittelvorräte teilen sie untereinander auf und ergänzen sie um von ein paar von Fischern des Dorfes frisch gefangene Fische – keiner bekommt was extra oder mehr als die Andern. Und das Ergebnis: die gemeinsame Arbeit in der Krise bringt ein noch nie so groß vorhanden gewesenes Gemeinschaftsgefühl mit sich. So reichen die Lebensmittel bis kurz vor Ende der Pandemie. Als alles Essen zur Neige geht, dann ja …dann..

dann war da ja noch die Sache mit dem Wal, den ich anfangs erwähnt hatte: zur Zeit, als man Joe am Strand gefunden hatte, war nämlich auch ein großer Wal in der Bucht von St. Piran gesichtet worden. (Joe hat ja nicht umsonst den englischen Namen des biblischen Jona.) Gemeinsam hatten die Menschen damals dem Wal, der sich in die Bucht verirrt hatte, ins offene Meer hinaus geholfen.

Als am Ende der Geschichte die Pandemie vorbei ist, liegt am Morgen des Weihnachtstages der tote Wal am Strand. Was sollen sie nun machen mit dem großen Tier? Wohin mit den Unmengen von Walfleisch? Bevor es verrottet, haben die Bewohner/innen eine Idee:

Sie laden den Nachbarort ein, kommen an einer großen Festtafel zusammen, und feiern gemeinsam Weihnachten. Und es wird ein Weihnachtsabend wie nie einer zuvor – im Roman heißt es: „Von überall her strömten sie zusammen…Sie kamen zu Fuß, in Zweier oder Dreiergruppen und als komplette Familien. Sie trugen Babys auf dem Arm, hielten sich gemeinsam an den Händen. …Dann nickten sie den aufgereihten Kindern zu. Aus der hintersten Reihe ertönte eine Klarinette und machte Musik. Dann war es still und plötzlich in die Stille hinein, fing der Gesang an – ein altes englisches Weihnachtslied: „O little town of Bethlehem…O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst du hier , du schläfst und goldne Sternelein ziehn leise über dir. Doch in den stíllen Gassen das ewge Licht heut scheint, für alle die da traurig sind, und die zuvor geweint.“ Und dann ruft Joe in die Menge hinein: „Frohe Weihnachten!“ Und alle stimmen ein und rufen es sich gegenseitig zu: „Frohe Weihnachten!“

Liebe Gemeinde, liebe Kinder und Erwachsene!

Noch können wir nicht in Scharen zusammenkommen wie sonst die Jahre, und um wie im Roman an Weihnachten das Ende der Pandemie zu feiern. Ganz im Gegenteil… Aber zusammensein mit Menschen, die uns am Herzen liegen. Das tun wir und können wir – live oder per Zoom.

Und an das Licht glauben, das mit Jesu Geburt in Bethlehem in die Welt gekommen ist, das können wir.

Und einander Mut machen dazu, mit-menschlich zu sein und – egal was noch kommt – mitmenschlich zu bleiben, Sorgen und Ängste zu teilen;

aufeinander zu achten mit Maske und in fürsorglicher Distanz, das können wir.

Und während wir gleich dem Lied von „der kleinen Stadt Bethlehem“ lauschen, uns still umschauen, wer neben, wer hinter oder vor uns sitzt –

und einander ein stilles „Frohe Weihnachten“ wünschen, ohne Worte, mit einem Lächeln in den Augen und von ganzem Herzen. Das können wir. Und das sollten wir tun. Es wird wirken! Dafür wird Gottes weihnachtlicher Geist sorgen! Amen.

 

Lied: O Bethlehem, du kleine Stadt (EG 55, 1-2):
O Bethlehem, du kleine Stadt,/wie lieblich liegst du hier,/
du schläfst, und gold’ne Sternelein /ziehn leise über dir./
Doch in den dunklen Gassen das ewge Licht heut scheint/
für alle, die da traurig sind/und die zuvor geweint.

Des Herren heilige Geburt/verkündet hell der Stern,/
ein ewger Friede sei beschert/den Menschen nah und fern;/
denn Christus ist geboren,/und Engel halten Wacht,/
dieweil die Menschen schlafen/die ganze dunkle Nacht.

Gebet und Vaterunser:
Gott, wir danken Dir für unsere Fähigkeit zum Miteinander, zur Mitmensch-lichkeit. Wir danken dir für den Geist des Kindes von Bethlehem, der uns Mut macht, solidarisch und barmherzig miteinander zu sein.  -
Wir bitten Dich für alle die, die in diesen Tagen in Krankenhäusern für andere da sind – oft über die eigenen Kräfte hinaus;
für die, die alt und pflegebedürftig sind, und die, die sich um sie kümmern;
für die, die allein sind und einsam – gerade an diesem Fest;
auch für die, die die Bedrohung nicht sehen können oder wollen und Verschwörungstheorien auf den Leim gehen;
und für uns selbst bitten wir Dich:

Lass es für uns alle Weihnachten werden!
Mach die Herzen weit und halte die Hoffnung wach!
Schenk uns genug Phantasie, wie wir Weihnachten feiern können, besonders mit denen, mit denen wir gerne am Tisch zusammensitzen würden und es in diesem Jahr so nicht können! Gerade sie befehlen wir Dir an! –

Was uns sonst beschäftigt legen wir in die Worte, die wir von Jesus haben und beten gemeinsam weiter:

Vater unser im Himmel
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft und die Herrlichkeit
in Ewigkeit. Amen.

 

Abkündigung/Segen:
Vor dem Segen habe ich noch eine Bitte: Kommen Sie doch in den nächsten Tagen mal in unserer Elisabethkirche vorbei und genießen sie ihren weihnachtlichen Glanz. Es wird Ihnen und Euch gut tun! Und da wir nicht (oder nur sehr begrenzt) in der Kirche feiern können und so auch nicht – wie jedes Jahr – für „Brot für die Welt“ sammeln können, werfen Sie Ihre Kollekte dann in einen der Opferkästen: Arme und hungernde Menschen in der sog. 3. Welt brauchen gerade jetzt unsere Hilfe. -

Und nun geht in diesen Heiligen Abend mit Gottes Segen: Gott segne dich und behüte dich. Er lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Er erhebe sein Angesicht auf dich und schenke dir seinen Frieden. G: Amen

 

Lied: O du fröhliche (EG 44, 1.3.)
O du fröhliche,/o du selige,/gnadenbringende Weihnachtszeit!/
Welt ging verloren,/Christ ist geboren:/
Freue, freue dich, o Christenheit.

O du fröhliche, o du selige,/gnadenbringende Weihnachtszeit!/
Himmlische Heere,/jauchzen dir Ehre:/
Freue, freue dich, o Christenheit.

Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest!

Orgel/Bläsermusik


Mitwirkende:

Bläser/innen des Posaunenchores der Elisabethkirche, Leitung: Leo Gatzke

Anne und Nils Kuppe (Gesang und Orgel)

Liturgie und Ansprache: Achim Ludwig

Tonaufnahme: Nils Hahmann

Bilder/Schnitt: Christian Lademann

Fragen und Komentare zur Christvesper für Kinder und Erwachsene

Kommentare und Antworten

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Bemerkungen :

  • user
    Anja Zehder 24.12.2020 um 17:48
    Von Herzen Danke schön für diesen wunderbaren Mitschnitt. Eine engelsgleiche Stimme die mich berührt hat.
    Frohe Weihnachten und bleiben Sie gesund,
    Anja Zehder