Zwischenstand Frühjahr 2022: Restaurierung der Rauschale der Elisabethkirche

Blick in den Hohen Chor während des Ausbaus der mittelalterlichen Glasfenster (Foto: Klee/Waschkowitz)

Glaswerkstatt für die Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien im nördlichen Seitenschiff (Foto: Klee/Waschkowitz)

Die erste Besprechung zur Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien fand im März 2022 statt. (Foto: Klee/Waschkowitz)

Nun ist es auch von außen sichtbar: Seit Anfang des Jahres 2022 sind alle Glasfenster der Chöre der Elisabethkirche ausgebaut.

Die Fenster des 19. Jh. wurden in die Glasrestaurierungswerkstatt der ausführenden Firma verbracht, die mittelalterlichen Glasmalereien verbleiben in der Elisabethkirche und werden dort überarbeitet. Ein klimatischer Wechsel und ein Transport wäre den wertvollen Gläsern nicht zuzumuten gewesen. Für diesen Zweck wurde eigens eine Restaurierungswerkstatt im nördlichen Seitenschiff mit der dementsprechenden Ausstattung eingerichtet. Diese bietet den Glasrestauratoren auch vor Ort beste Bedingungen zur Bearbeitung.

Sehr viel wird es neben der Reinigung  laut dem restauratorischen Fachbauleiter für die Glasmalereien der Elisabethkirche, Dr. Ivo Rauch, jedoch gar nicht zu bearbeiten geben: Die Fenster befinden sich nach der umfangreichen Überarbeitung in den 1980er Jahren in einem guten Zustand: Der Einbau der Schutzverglasung damals, die die wertvollen Chorgläser vor Vandalismus, aber vor allem vor Feuchtigkeitseintritt schützen sollte, zeigt jetzt seine positive Wirkung. Doch auch bei kleineren Schäden, wie beispielsweise kleineren Sprüngen im Glas wird jeder einzelne genau unter die Lupe genommen und mit allen Baubeteiligten diskutiert. Wie weit die einzelnen Reinigungs- und Sicherungsschritte gehen dürfen, um im Sinne des Denkmalschutzes möglichst wenig in den historischen Bestand einzugreifen und die Fenster dennoch für die kommenden Jahre ausreichend zu sichern, ist dabei die Grundlage jeder Entscheidung.

Die Schutzverglasung selber hat im Laufe der Jahre einige größere Sprünge und Risse bekommen. Diese werden in den kommenden Wochen repariert oder ausgetauscht. Im kommenden Monat wird die Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien in der Kirche beginnen. Für interessierte Besucher soll im Rahmen von speziellen Führungen die Möglichkeit bestehen, einen Blick in die Werkstatt zu werfen und den Glasrestauratoren bei der Bearbeitung der mittelalterlichen Glasfenster über die Schulter zu schauen.

Neben der Glaswerkstatt gibt es seit Ende letzten Jahres noch einen weiteren Blickfang im Kirchenschiff: Die Staubschutzwand, die die beiden großen Bauabschnitte voneinander trennt, hat einen Behang bekommen, der mit einem Foto bedruckt als optische Täuschung den Blick in die Vierung und den hohen Chor zeigt. Das Foto wurde vom Bildarchiv Foto Marburg vor Beginn der Maßnahme aufgenommen und bildet den bekannten Zustand der Kirche ab. Beim Eintritt in die Elisabethkirche sind einige Besucher verwundert, da es auf den ersten Blick den Anschein macht als gäbe es aktuell gar keine Restaurierungsmaßnahme.

Da vor der Gerüstfertigstellung noch keine Möglichkeit bestand die Gewölbeflächen genauer in Augenschein zu nehmen wird derzeit intensiv Bauforschung betrieben. Viele, neu entdeckte Fassungsbefunde untermauern die bisherigen Vermutungen zwar, jedoch konnten beispielsweise die Schlusssteine bis dato noch gar nicht genauer betrachtet werden.

Auch der Aufbau des gesamten Gebäudes soll noch einmal analysiert werden um eventuell noch weitere Rückschlüsse zur Bauabfolge zu erhalten. Über Steinmetzzeichen, Wind eisen im Fensterbereich und Einordnung von Bauteilen deren Sinn und Zweck noch nicht ganz erschlossen ist, erhofft man sich ebenfalls weitere Aufklärung zur Baugeschichte, aus der Parallelen zu ähnlichen Bauwerken aus der Entstehungszeit der Elisabethkirche gezogen und neue Erkenntnisse gewonnen werden könnten.

Außenansicht Landgrafenchor mit bereits ausgebauten Farbfenstern (Foto: Klee/Waschkowitz)

Blick in den Hohen Chor während des Ausbaus der mittelalterlichen Glasfenster (Foto: Klee/Waschkowitz)

Glaswerkstatt für die Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien im nördlichen Seitenschiff (Foto: Klee/Waschkowitz)

In der Glaswerkstatt für die Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien im nördlichen Seitenschiff (Foto: Klee/Waschkowitz)

Die erste Besprechung zur Bearbeitung der mittelalterlichen Glasmalereien fand im März 2022 statt. (Foto: Klee/Waschkowitz)

Die Montage und Aufhängung der ca. 120 kg schweren und insgesamt ca. 400 m2 großen Foto-Plane war kein leichtes Unterfangen. (Foto: Klee/Waschkowitz)

Blick auf die fertig montierte Fotoplane an der Staubschutzwand (Foto: Klee/Waschkowitz)

Figürlicher Schlussstein der Vierung (Foto: Klee/Waschkowitz)