Pilgersaison 2019 mit Gottesdienst eröffnet

Foto: Christian Lademann

Einzug der Pilgergruppe. (Foto: Christian Lademann)

Die Pilgergruppe stellt sich vor. (Foto: Christian Lademann)

Pilgersegnung. (Foto: Christian Lademann)

„Die Pilgersaison 2019 ist eröffnet!“ Beim Gottesdienst zur Eröffnung des Pilgerjahres 2019 am Sonntag Quasimodogeniti (erster Sonntag nach Ostern), zu dem die Elisabethkirchengemeinde zusammen mit dem Elisabethpfad e.V. eingeladen hatte, empfingen alle teilnehmenden Pilgerwilligen einen persönlichen Pilgersegen. Das Besondere bei diesem mittlerweile elften Pilgersaisoneröffnungsgottesdienstes war, dass erstmals eine bereits in Marburg eingetroffene Pilgergruppe anwesend war.

An dem von Pfarrerin Anna Müller, Pfarrer Bernhard Dietrich (auch Vorsitzender Elisabethpfad e.V.), Kirchenvorsteherin Inge Reifenberg, Kantor Nils Kuppe (Orgel) sowie - als Gast - Pfarrerin Roswitha Velte-Hasselhorn (Groß-Gerau, geistliche Begleiterin der teilnehmenden Pilgergruppe) gestalteten Gottesdienst nahmen aber auch noch weitere besondere Gäste teil: Pfarrer Dietrich begrüßte während seiner Predigt, in der er sich unter anderem auch gegen Hass und „fehlgeleiteten, falschen Fanatismus“ aussprach, Vertreterinnen und Vertreter der islamischen Gemeinde Marburg, darunter auch  Dr. Hamdi F. Elfarra. Großen Applaus seitens der Gemeinde gab es entsprechend für diese gezeigte Solidarität und Anteilnahme in Bezug auf die Opfer der terroristischen Anschläge an Ostern in Sri Lanka, welche christlichen Kirchen sowie Hotels galten.

Von Elisabethkirche zu Elisabethkirche gepilgert

Nach der Gottesdiensteröffnung durch Pfarrerin Müller zog die sechzehnköpfige Pilgergruppe samt blumengeschmücktem, hölzernem Pilgerkreuz in die Elisabethkirche ein.  Die Pilgerinnen und Pilger aus der heimischen Region aber auch aus Hamburg, Frankfurt/Main oder Gera hatten sich von Donnerstag bis Samstag auf eine von Sylvia Zwickel geführte Pilgerwanderung von der katholischen Elisabethkirche in Biedenkopf zur evangelischen Elisabethkirche in Marburg begeben. Der biblischen Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach“ (aus Psalm 34, Vers 15) folgend, beschäftigte sich die Gruppe auf ihrem Weg mit dem Thema Frieden. Immer wieder eingelegte Schweigeimpulse dienten entsprechend dem Innehalten, Nachdenken und auch dem Austausch persönlicher Gedanken dazu. „Innerhalb kurzer Zeit sind wir zu einer ganz harmonischen Gemeinschaft zusammengewachsen“, berichtet Zwickel über die Teilnehmer, die entweder der evangelischen, evangelisch-freikirchlichen oder katholischen Konfession angehörten oder auch konfessionslos waren. Die aufgebrachte Offenheit, das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Auf-dem-Weg-Sein war etwa auch für die mitpilgernde Ellen aus Gladenbach, Heike aus Ebsdorfergrund und Wilfried aus Korbach das, was die Gruppe zu etwas Besonderen machte. Der Korbacher brachte zum Thema Frieden - abseits vom Zusammenhang mit Kriegen - beispielsweise den Gedanken über teils tiefsitzende Gräben in familiären Beziehungen ein, warum man darüber in den Familien selbst nicht gern spricht und wie man wohl diese Gräben zuschütten könne. Auf der dreitägigen Pilgerwanderung wagte er es, dieses auch persönliche Thema mit den anderen zu diskutieren.

Erfahrung mit dem Pilgern hatten bereits einige aus der Gruppe: Entweder waren sie schon einmal auf dem Jakobsweg oder auf einen oder gar schon auf allen drei der Elisabethpfade (Frankfurt-Marburg, Eisenach-Marburg, Köln-Marburg) unterwegs. Es nahmen aber auch Pilgerneulinge an der Wanderung teil, wie etwa Isabell aus Marburg.

Ein erstes Mal gab es auch für Sylvia Zwickel - nicht als Pilgerin, sondern als Führerin einer Gruppe. Vor drei Jahren hatte die Biedenkopferin die Idee zu jener Pilgerwanderung bekommen, als sie an einem „lebendigen Adventskalender“ in der Elisabethkirche in Biedenkopf teilnahm. Hierbei erfuhr sie auch, dass diese Kirche eben jener Heiligen Elisabeth geweiht ist, die auch der Marburger Elisabethkirche ihren Namen gab. Davon sollten auch die Teilnehmer der Pilgerwanderung erfahren, weshalb der Weg am ersten Tag (Donnerstag) nachmittags zunächst vom Startpunkt (Gemeindehaus FeG Biedenkopf) in die Elisabethkirche Biedenkopf führte - samt Einzug und Abendandacht - und der Abend wieder im Gemeindehaus mit Abendessen und Abendliedern ausklang.

Am zweiten Tag (Freitag) führte die Pilgerwanderung, bei der Organisatorin Zwickel vor allem auf Waldwege und wenige Ortsdurchquerungen setzte, vorbei an Dautphetal, Mornshausen, Holzhausen mit Mittagsrast beim Insektenhotel, und weiter vorbei an Diedershausen bis nach Dilschhausen, wo es eine Abendandacht in der dortigen Dorfkirche gab.

Am dritten Tag (Samstag) ging es dann Richtung Elisabethkirche in Marburg über Elnhausen mit einer Pilgerrast im Garten der Dammühle bei Wehrshausen. Bei der Ankunft in Marburg schloss sich sogleich eine Flunkertour-Führung mit Christiane Peters durch die Altstadt an. Mit einem Abendgebet mit Liedern aus Taizé im Hohen Chor der Elisabethkirche und einen Vortrag über den Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela von Arno Hammer endete der Tag. Übernachtet haben die 16 Pilgerer auf Feldbetten in der Elisabethkirche - ein jeder an dem Ort, an der er mochte. Der Hohe Chor war dabei sehr beliebt.

Interesse an einer Wiederholung dieser Pilgerwanderung von Biedenkopf nach Marburg, von Elisabethkirche zu Elisabethkirche, wurde nach dem Gottesdienstag zum Pilgersaison-Start (Sonntag) mehrfach von dessen Besuchern bekundet.