Ketzerbachfest endet mit Festgottesdienst und Kinderfest

Was hatte die vierjährige Elisabeth (die spätere Heilige Elisabeth von Thüringen) wohl alles mit im Gepäck auf ihrem Weg von Ungarn nach Thüringen? Antwort: Mut, Neugierde, Verrücktheit sowie Gottes- und Menschenliebe. (Foto: Christian Lademann)

Viel los beim Spielfest rund die Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Mit einem Festgottesdienst für Kinder und Erwachsene in der Elisabethkirche am dritten Sonntag nach Trinitatis endeten die viertägigen Feierlichkeiten in Erinnerung an die Überwölbung der Ketzerbach vor 160 Jahren sowie aus Anlass des 125-jährigen Bestehens unserer gemeindlichen Kindertagesstätte Julienstift.

Mit einem Festgottesdienst für Kinder und Erwachsene in der Elisabethkirche am dritten Sonntag nach Trinitatis endeten die viertägigen Feierlichkeiten in Erinnerung an die Überwölbung der Ketzerbach vor 160 Jahren sowie aus Anlass des 125-jährigen Bestehens unserer gemeindlichen Kindertagesstätte Julienstift. Denn „Ketzerbach und Julienstift – die gehören zusammen“, ist Pfarrer Achim Ludwig überzeugt.

Dieser Abschlusstag des Ketzerbachfestes war zugleich mit einem besonderen Datum verknüpft: der 812. Geburtstag der Namensgeberin unserer Kirche, der Heiligen Elisabeth von Thüringen.

Pfarrer Achim Ludwig berichtete auch deshalb den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern - darunter auch Kinder und ihre Eltern sowie Erzieherinnen und Erzieher der Kindertagesstätte Julienstift sowie Vertreter der Ketzerbachgesellschaft - aus der Biographie Elisabeths, die 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas geboren wurde. Die aufgeweckt fröhliche und neugierige, manchmal zu ungestüme Prinzessin wurde nämlich bereits in diesem jungen Alter von vier Jahren - also etwa wie die anwesenden Kindergartenkinder - dem Sohn des thüringischen Landgrafen Hermann von Thüringen, Ludwig IV. von Thüringen, als Ehefrau versprochen. Als zukünftige Landgrafengattin sollte sie ihre Erziehung deshalb auch im weit entfernten Thüringen genießen, weshalb sie als Vierjährige ihr ungarisches Elternhaus verlassen musste. Doch in ihrem Gepäck soll sie nicht nur schöne Kleider und Spielsachen verstaut haben, sondern auch Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie zu der aufopferungsvollen und nächstenliebenden Frau werden lassen sollten, die sie später auch in Marburg – als Krankenschwester in dem von ihr gegründeten Krankenhaus - darstellte: Mut, Neugierde, Verrücktheit sowie Gottes- und Menschenliebe. Symbolisch holten Kinder während des Gottesdienstes eben jene „Gepäckstücke“ (in Form von Schrifttafeln) aus einem Reisekoffer und präsentierten diese der Gemeinde.

Passend dazu stimmten dann auch Kinder des Julienstiftes das Kirchenlied „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose erblüht“ an, welches auf das Rosenwunder der Elisabeth von Thüringen eingeht. Mit Orgelbegleitung (Bezirkskantor Nils Kuppe) wiederholten später auch alle Gottesdienstteilnehmer dieses Lied noch einmal.

Nach dem Festgottesdienst lud ein von Julienstift und Ketzerbachgesellschaft organisiertes Kinderfest rund um die Elisabethkirche zu Bastel-, Geschicklichkeits- und Sportspielen ein. Auch die Freiwillige Feuerwehr Marburg war mit zwei ihrer Einsatzfahrzeuge vorort, die bestaunt und erkundet werden durften.

Festgottesdienst (Foto: Christian Lademann)

Festgottesdienst (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Kindesfest an der Elisabethkirche (Foto: Christian Lademann)

Detlev „Teddy“ Scharlau (rechts), Präsident der Ketzerbachgesellschaft, überreicht Pfarrer Achim Ludwig symbolisch eine Spende zur Erneuerung der Dacheindeckung der St. Michaels-Kapelle (Michelchen) aus dem Erlös des Festkonzertes zum Ketzerbachfest. (Foto: Christian Lademann)