Förderverein "Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg" gegründet

Die Gründungsmitglieder des Fördervereins mit ihrem Vorstand (vorne sitzend, von links): Dr. Christian Ziegler (Schriftführer), Susan Steiß (Schatzmeisterin), Barbara Hesse (Vorsitzende) und Prof. Dr. Harald Renz (stellvertretender Vorsitzender). (Foto: Christian Lademann)

Der Förderverein „Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg“ ist am Elisabethtag gegründet worden. Vor allem steht die Förderung des Erhalts und der öffentlichen Präsentation der (beweglichen) historischen Kulturgüter in der Elisabethkirche auf der Agenda.

Die Stadt Marburg ist um einen Förderer in Sachen Denkmalschutz, Denkmalpflege und Religion reicher: Den Elisabethtag (19.11.), den Namenstag der heiligen Elisabeth von Thüringen, haben 20 Marburger und Marburgerinnen zum zeitlich passenden Anlass genommen, den Verein „Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg“ zu gründen. In der Oberkirche der Elisabethkirche (oberhalb der Sakristei) unterzeichneten am 19. November 2018 die Gründungsmitglieder nicht nur geschlossen die Vereinssatzung, sondern wählten auch unmittelbar einen Vorstand. Dieser setzt sich aus Barbara Hesse (Vorsitzende), Prof. Dr. Harald Renz (stellvertretender Vorsitzender), Susan Steiß (Schatzmeisterin) und Dr. Christian Ziegler (Schriftführer) zusammen. Als Kassenprüfer stellten sich Rolf Steubing und Falk Knüppel zur Verfügung. Hesse, Renz und Steubing sind bekanntermaßen auch im Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde tätig. Der Vorstand des Fördervereins, erklärte Hesse nachfolgend, werde automatisch durch zwei Beisitzer aus dem Kirchenvorstand erweitert – standardmäßig durch den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes (aktuell Pfarrer Bernhard Dietrich) und dessen Stellvertreterin (Anne Wollenteit), es sei denn, diejenigen wollen dieses Amt nicht übernehmen, dann könne der Kirchenvorstand andere Personen bestimmen.

Konkret geht es dem Verein gemäß Satzung um die Förderung von Maßnahmen zum Erhalt und zur öffentlichen Präsentation historischer Kulturgüter, die bewegliche Bestandteile der Ausstattung der Marburger Elisabethkirche sind. Außerdem sollen Mittel zur Unterstützung der Unterhaltung der Marburger St.-Michaelskapelle bereitgestellt werden. Hierzu soll der Verein als Schnittstelle in der Verbindung von Geldgebern und der evangelischen Elisabethkirchengemeinde als im Hinblick auf die Unterhaltung der vorstehend bezeichneten Kulturgüter unterfinanzierten Einrichtung tätig werden, heißt es in der Satzung weiter. Der Verein verstehe sich in diesem Sinne auch als Einrichtung zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements in der Zivilgesellschaft zum Erhalt historisch wertvoller Kulturgüter, deren zeitgemäßer Präsentation sowie deren Ausstattung zur Nutzung als christliches Gotteshaus. Der Satzungszweck werde darüber hinaus durch unmittelbare Förderung der gesamten christlichen Gemeindearbeit und des gesamten christlichen Gemeindelebens verwirklicht.

Barbara Hesse liege, wie den anderen Gründungsmitgliedern - darunter Kunsthistorikerin Prof. Dr. Katharina Krause als Präsidentin der Philipps-Universität Marburg und Jochen Schönleber vom Vorstand der Sparkasse Marburg-Biedenkopf - auch, die Elisabethkirche als weltweit bekanntes Denkmal am Herzen: „Wir müssen sie unterstützen, weil große Ausgaben auf uns zukommen, besonders finanzieller Art“. Um dies zu bewältigen, sei die Idee entstanden, einen Förderverein „für das große Gesamte“ zu gründen.

Dazu führte Pfarrer Bernhard Dietrich, ebenfalls Gründungsmitglied des Fördervereins, folgende Gegebenheiten auf: Aufgrund eines Patronatsvertrages von vier Kirchen in Hessen (die Elisabethkirche zählt dazu), bestehe zwar die Verpflichtung des Landes Hessens in der Nachfolge des Deutschen Ordens etc., zu 100 Prozent diese Bauwerke zu erhalten, aber nur betreffend der festen Kulturgüter – also das Gebäude an sich, das Dach, die Orgel. Alles was nicht fest sei, obliege in der Unterhaltung der zugehörigen Kirchengemeinde, Kirchenkreise oder Landeskirche. Da für den Erhalt solcher Kulturgüter und der Ausstattung in der Elisabethkirche, wie die reichlich vorhandenen Wappenschilde oder die Erneuerung der Beleuchtungsanlage im Zuge der geplanten Innenraumrenovierung ab 2020, vermutlich seitens der Landeskirche nur Zuschüsse aus Kirchensteuermitteln zur Verfügung gestellt werden, müsse ein Großteil der finanziellen Aufwendungen anderweitig aufgebracht werden. Und da setze die Arbeit des neugegründeten Fördervereins an. Ein „dicker Brocken“, so Dietrich, sei etwa der goldene Schrein in der Sakristei, der dringend restauriert werden müsse. Vermutliche Kosten: zwei Millionen Euro.

Den besonderen Stellenwert der Offenhaltung der Kulturgüter in der Elisabethkirche für die Allgemeinheit legte Dietrich anhand der Öffnungszeiten dar: Zu zwei Siebteln sei die Elisabethkirche im kirchlichen Interesse geöffnet, zu fünf Siebteln im Sinne der Besucher und der Kultur.

Bezüglich der laut Satzung angenommenen Förderung des gesamten christlichen Gemeindelebens und mit Verweis auf die vollzogene Kürzung einer halber Pfarrstelle, wolle der Förderverein auch dahingehend unterstützend wirken, um die bisherigen Angebote erhalten und finanziell stemmen zu können – insbesondere im Hinblick auf die gestiegene Zahl der Gemeindemitglieder.

Hesse freute sich, den anwesenden Gründungsmitgliedern mitteilen zu können, dass Landrätin Kirsten Fründt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) sowie der hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer bereits die Bereitschaft kundgetan hätten, dem Förderverein ebenfalls beizutreten.

Der Eintrag ins Vereinsregister – zur Erlangung des Zusatzes „e.V.“ (eingetragener Verein) – sowie die Beantragung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt stehen nach der Gründung als erste Aufgaben an.

Demnächst wird noch eine eigene Homepage des Fördervereins „Freunde und Förderer der Elisabethkirche in Marburg“ eingerichtet, die auch über die Webseite der Elisabethkirche erreichbar sein wird.

Dort finden Interessierte dann alle Information über den Förderverein und zur Mitgliedschaft.