Eli, Eli ... lama sabachtani

Mit diesem für die Passionszeit so zentralen Ausruf, den Jesus am Kreuz tut, endete am Samstag, den 10. März 2018 das Benefizkonzert der Kantorei der Elisabethkirche. Der Erlös des Abends ging an "Ärzte ohne Grenzen".

Eli, Eli,

lama sabachtani – Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Mit diesem für die Passionszeit so zentralen Ausruf, den Jesus am Kreuz tut, endete am Samstag, den 10. März 2018 das Benefizkonzert der Kantorei der Elisabethkirche. Bezirkskantor Nils Kuppe hat eine eindrucksvolle musikalische Collage zusammengestellt, die im Programm so vorgestellt wird:

Eli, Eli… verlassen ganz und gar … der Gerechte kommt um … und niemand achtet drauf … vielleicht, dass dein Kreuz allzu oft besungen … und so den wahren Sinn zerstört … gehorsam selbst bis zum Tod.

Damit sind die Teile dieser Collage umrissen. Alte Musik von Heinrich Schütz über Johann Kuhnau und Johann Sebastian Bach sind der eine Pol,  die Komposition von Georgius Bardos (1905 – 1991) sowie zeitgenössische Lieder aus dem neuen Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch der andere.

Dazwischen Stücke von Josef Gabriel Rheinberger, Felix Mendelssohn Bartholdy und Anton Bruckner. Ein musikalisch anspruchsvolles und vielgestaltiges Programm, das die Kantorei unter Nils Kuppes Leitung bewegend erklingen ließ. In einer Collage muss es ein einen Rahmen geben, sonst verwirren die einzelnen Teile – diesen musikalischen Rahmen schuf Stefan Rasch an der Orgel durch einfühlsame Improvisationen, die die Verbindung zwischen den Stücken und den Chören schufen.

Denn neben der Kantorei standen auch die Kinder des Kinderchores vor dem zahlreich erschienenen Publikum in der Elisabethkirche. Die Kinder sangen die rhythmisch mitreißenden neuen Lieder, deren Texte sie engagiert vortrugen. „Vielleicht, dass dein Kreuz allzu oft besungen, mit Tönen, die wir allzu oft gehört „– von derartiger Abnutzung war nichts zu spüren, „für die Ohren leer und von der Zeit und Tradition zerrieben“, hier war die alte Botschaft nicht leer, sondern klang, auch durch die lebendige Begleitung am E-Piano durch Stefan Rasch neu und glaubwürdig.

Glaubwürdigkeit, das haben wohl auch die Besucher gespürt. In seinen einführenden Worten erinnerte Nils Kuppe daran, dass die Worte Jesu Mein Gott, warum hast du mich verlassen Mitleid und Empathie als zentrale christliche Tugenden hervorrufen.Diese aber dürften nicht als rein gefühlte Emotionen verbleiben, sondern müssten sich in tätige Hilfe umsetzen. 
Deshalb habe der Förderverein Kirchenmusik an der Elisabethkirche die Kosten für dieses Konzert übernommen, der Eintritt sei frei, aber mit Spenden wolle man Menschen, die von der Weltöffentlichkeit verlassen worden seien, unterstützen. Die Menschen im Jemen, wo sich eine Hungerkatastrophe unvorstellbaren Ausmaßes nahezu im Verborgenen ereigne, sollten unterstützt werden. 

Dazu sprach die Ärztin Amala Neelsen, die für Ärzte ohne Grenzen Kontakte in den Jemen hält, einführende Worte. Für wenig Geld könne für sauberes Trinkwasser, für Nährlösungen oder Impfungen gesorgt werden.

Die Zuhörer waren von dem Abend so erfüllt, dass eine sehr ansehnliche Summe nun für die Menschen im Jemen überwiesen werden kann – 3.790 € konnten am Ende gezählt werden. So begegneten sich an diesem Abend künstlerisches und christliches Handeln.