Neues Orgelregister für die Klaisorgel jetzt spielbereit

Neue Mixtur auf der Orgelempore. Foto: Erhart Dettmering

Foto: Erhart Dettmering

Foto: Erhart Dettmering

Bezirksakantor zieht alle Register. Bisher 57. Jetzt 58. Mit drei Kurzkonzerten am 28. Juni um 11.15, um 13.15 und um 16.15 Uhr stellt er es vor. Es ist eine Mixtur, die den Klang der bisherigen 57 Register harmonisch ergänzt, so als wäre es nie anders gewesen. Lassen Sie sich einladen zum Genießen.

Klaisorgel der Elisabethkirche: Mit 57 Registern, verteilt auf drei Manuale und Pedal, sowie 3.769 Pfeifen war die Orgel in der Elisabethkirche schon bisher die größte in Marburg. Seit 2006 füllt sie bei Gottesdiensten und Konzerten mit ihrem wuchtigen Klang harmonisch den Raum. Nun hat sie ein weiteres Register mit über 400 neuen Pfeifen erhalten, das ihr Tonvolumen noch einmal steigert und abrundet. Damit geht ein lang gehegter Wunsch des Bezirkskantors Nils Kuppe in Erfüllung. Am kommenden Sonntag wird er in drei Kurzkonzerten die erweiterte Klangfülle vorstellen.

Seit 2016, als mit mehreren großen Konzerten der zehnjährige Geburtstag der Orgel gefeiert worden war, wuchs der Wunsch nach dem zusätzlichen Einbau einer besonderen Mixtur im Schwellwerk, die als Klangkrone einer Orgel gilt.

Nachdem Landesmusikdirektor Uwe Maibaum und der Orgelsachverständige Gerold Vorrath die Erweiterung als sinnvoll und notwendig befürwortet hatten und sowohl Denkmalschutz als auch das Hessische Baumanagement einverstanden waren unter der Bedingung, dass an der ursprünglichen Orgel nur geringfügige Veränderungen vorgenommen würden, musste die Finanzierung geklärt werden. Der Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde gab nach Abwägung verschiedener Möglichkeiten grünes Licht für die rd. 40.000 € teure Variante. Dafür stellte der Förderverein für Kirchenmusik 10.000 € zur Verfügung. Der Kirchenkreis und der Gesamtverband Marburg beteiligten sich und nicht zuletzt sicherten viele Einzelspenden das anspruchsvolle Projekt.

Drei Wochen lang verwandelten Orgelbaumeister Bernhard Althaus und die Auszubildende Melanie Goralski von der Orgelbaufirma Klais (Bonn) die Empore in der Elisabethkirche in eine Baustelle. Jede einzelne neue Pfeife musste auf den Raum der Kirche abgestimmt und dazu von Hand auf die richtige Länge geschnitten werden. Die Registerschilder wurden geändert und eine zusätzliche Windversorgung eingebaut. Die Integration des neuen Registers erforderte  schließlich auch eine neue Programmierung.

Als Nils Kuppe sich nach Abschluss der Arbeiten von den nun erweiterten Möglichkeiten des kunstvollen Orgelwerks überzeugte, geriet er ins Schwärmen: „Ich weiß gar nicht, wie ich es so lange ohne diese neue Mixtur ausgehalten habe, die sich so perfekt in den Gesamtklang einfügt, als sei sie schon immer dabei gewesen.“

Einladung zu drei Kurzkonzerten mit dem neuen Register

Da wegen Corona kein großes Konzert möglich ist, lädt Nils Kuppe am kommenden Sonntag zu drei Kurzkonzerten zu je 30 Minuten ein: Um

  • 11.15h,
  • 13.15h und
  • 16.15h.

Das Programm ist jedes Mal gleich: Louis Vierne: Finale aus der 1. Sinfonie. Vorstellung des neuen Registers. Leon Boellmann: Suite Gothique. Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um eine Spende für durch die Coronapandemie in Not geratenen Musikerinnen und Musiker gebeten.

Erhart Dettmering