Die Glocken der Elisabethkirche
Glockengeläut seit 1280700 Jahre Glockengeschichte in den Türmen der Kirche der heiligen ElisabethSeit 1965 hat die Elisabethkirche wieder ein Großgeläute von neun Glocken, wie es im 16. und 17. Jahrhundert schon einmal vorhanden war. Vier Glocken - zuletzt 1917 und 1965 - sind seitdem verloren gegangen: gesprungen oder im Krieg eingeschmolzen. Die Klangfolge war unharmonisch unterbrochen, bis sie 1965/66 endlich vervollständigt wurde mit vier Glocken aus der traditionsreichen Glockengießerei Rincker, die in Sinn im Lahn-Dill-Kreis ansässig ist.
Neben diesen neuen Glocken läuten in der Elisabethkirche fünf alte Glocken aus vorreformatorischer Zeit. Die Spannweite zwischen ältester (1280) und jüngster (1966) Glocke umfaßt also beinahe 700 Jahre. Das Elisabethgeläute gilt als ein Beispiel für eine gelungene Integrierung moderner Glocken in ein altes Geläut. Die Marienglocke im Südturm ist älter als die Doppelturmfassade selbst: sie wurde um 1280 gegossen und erklang - in einer vorläufigen Aufhängung im Turmstumpf - möglicherweise schon zur Weihe der Elisabethkirche 1283; 1965 gesprungen und geschweißt, ist die Marienglocke bis heute an jedem Sonntag zu hören. 1996 allerdings wurde sie aus dem sonntäglichen Geläut herausgenommen, weil ihre gekröpfte Aufhängung möglicherweise zu weiteren Schäden in der Krone hätte führen können. 1998 wurde dann das gekröpfte Metalljoch durch ein ungekröpftes Holzjoch ersetzt. Damit erklingt sie nun wieder ungefährdeter und in neuer Reinheit. Ebenfalls im Südturm hängt die größte Glocke der
Elisabethkirche, die Elisabethglocke; um 1330 gegossen, wurde sie in
den noch unfertigen Turm gehoben, den sie seitdem nie verlassen hat.
Die Elisabethglocke wird nur - und dies ist in einer Läuteordnung
genau festgelegt - an besonderen Tagen geläutet; ihr Klang ist
charakteristisch und tief anrührend. Pablo Kahl Die Glocken im EinzelnenIm Südturm
Sie trägt folgende gotischen Majuskeln um den Glockenhals: M.ALMA VIRGO VIRGINUM INTERCEDAT PRO NOBIS A.DM. Sie trägt folgende etwa 8 cm hohen gotischen Majuskeln um den Glockenhals: GRANDO NOCENS ABSIT UBICUMQUE SONUS MEUS ASSIT
Im Nordturm
Sie trägt folgende spätmittelhochdeutsche Inschrift: +BRUDER DIThERICh SAL hEyZEN ICh Im Dachreiter
Sie trägt folgende Inschrift: inhonore sancte elisabeth anno domini XVe XV Im Elisabethchor
AUF A+ 2 ERKLANG ICH/ 92 CM HÖHE MESS ICH/ 92 cm DURCHMESSER HAB ICH/ 470 KILO WIEG ICH/ VERSTUMMT STEH ICH HIER/ DOCH ICH BITT: MENSCHEN VERGESST DAS BETEN NIT.
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