Entstehung und 10 jähriges Jubiläum

Zu Pfingsten 2013 feierte die Elisabethkirchengemeinde das 10 jährige Bestehen des Treffpunkt - Kirchen - Kiosk. Hier auf dieser Seite ist die Entstehungsgeschichte und die Erfahrungen der über 30 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kirchen - Kiosk zusammengetragen:

 

  • Viele Gaben - ein Geist: wie der Kirchen-Kiosk entstand
  • Ehrenamtlich im Kiosk
  • Der Mitarbeiterkreis und seine Leitung
  • Bildergalerie vom Jubiläum
  • Der Bücherflohmarkt im Alten Kiosk
  • Gespräche mit Pilger
  • Mitarbeit beschenkt
  • Verbundenheit
  • Das Elisabeth Jubiläum - ihr 800. Geburtstag in 2007

Bis Ende des Jahres 2002 gab es im Pavillon vor der Elisabethkirche einen Trödelladen. Als er geschlossen wurde, sah der Kirchenvorstand das als eine Chance an.

Oben am Bürgersteig, am Übergang zwischen Kirchengrundstück und öffentlicher Straße, sollte eine Anlaufstelle entstehen: ein kleiner Kirchen-Laden.

Am 24. Mai 2003 wurde er eröffnet. In der Einladung zur Pressekonferenz kann man nachlesen, worum es damals ging: "Jedes Jahr besuchen ca. 100.000 Menschen die Elisabethkirche. Sie nehmen teil an den Kirchenführungen, besuchen die Gottesdienste, stellen Fragen, haben Wünsche. Viele von ihnen möchten den Besuch in der Kirche nachklingen lassen: mit der Betrachtung eines Bildes, mit dem Lesen eines Buches zum Leben Elisabeths oder Informationen zum gotischen Kirchenbau.

Über 30 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen stehen bereit zum Gespräch und zum Verkauf der angebotenen Waren. Der Kioskbetrieb ist nicht profitorientiert. Er soll zunächst nur die durch den Betrieb verursachten Kostendecken. Alles, was darüber hinaus erwirtschaftet wird, fließt ein in die neu zu gründende Stiftung für ein Kirchenzentrum an der Elisabethkirche."

Ebenfalls im Jahr 2003 entstand dann auf der anderen Straßenseite das Besucherbüro mit der Kircheneintrittsstelle.

Der enge Raum im Pavillon vor der Kirche reichte schon bald nicht mehr aus. In den Sommermonaten,
oder wenn Reisegruppe vorbeikamen, war der kleine Laden schnell überfüllt. Schon damals richteten
sich die Planungen aber auf das Jahr 2007. Zum 800. Geburtstag Elisabeths von Thüringen wurde ein
Ansturm von Besuchern erwartet. Wie konnte der Kiosk sich darauf einstellen?

Im Jahr 2005 bot sich dann die Gelegenheit, die Räume zu erweitern. Auf der gegenüberliegenden
Straßenseite, direkt neben dem Besucherbüro, wurde ein Laden frei.

Fast zwei Monate wurde dort umgebaut, renoviert und die Einrichtung installiert. Und am 19. April 2005 konnte der neue TreffpunktKirchen-Kiosk bei einem kleinen Festakt mit Schriftlesung und Gebet in Gebrauch genommen.

Der alte Kiosk diente danach versuchsweise an zwei Wochentagen als Bücherflohmarkt. 2007 wurde dort die Informationsstelle für die Besucher des Elisabethjahres eingerichtet. Aber die ersten Versuche mit einem Bücherflohmarkt hatten bereits viel Anklang gefunden. Und so fand sich im Jahr 2008 ein kleines Team, das sich dieser Aufgabe auch weiterhin annehmen wollte.Bis heute wird so auch der 'alte Kiosk' zweimal in der Woche mit Leben gefüllt.

Im Juni 2008 entstand dann der Förderverein Pilger- und Begegnungszentrum an der Elisabethkirche. Dort fließen jetzt alle erwirtschaften Einnahmen zusammen.

In den 10 Jahren ehrenamtlicher Arbeit wurden bereits mehr als 70.000,-- Euro zusammengetragen. Dazu kommt ein Warenbestand im Treffpunkt von ca. 19.000,- Euro. Das sind nüchterne Zahlen. In ihnen spiegelt sich aber nur bruchstückhaft das Leben, das an den beiden Standorten des Kirchen-Kiosk stattfindet.

Denn noch viel wichtiger sind die ungezählten Gespräche und Begegnungen, die in den letzten 10 Jahren dort stattgefunden haben. Aber davon hören wir gleich noch mehr...

Ehrenamtlich im Kirchenkiosk

Die Mitarbeit bei unserem umfangreichen ehrenamtlichen Projekt Kirchenkiosk – 10 Jahre unter der Leitung von Frau Hella Boßung - bringt für alle, die sich engagieren, viel Schönes mit sich, aber auch einiges an Herausforderungen. Z.Zt.  haben 43 gestandene, lebenserfahrene und sehr unterschiedliche Persönlichkeiten das gemeinsame Ziel, den Treffpunkt Kirchenkiosk mit Leben zu füllen: 7 Std. am Tag,  7 Tage die Woche, ca. 360 Tage im Jahr. Das sind 2.520  Std. ehrenamtliche Arbeit, die allein für die reinen Öffnungszeiten des Kirchenkiosk geleistet werden.

Hinzu kommen viele Stunden für die Vor-und Nachbereitung,  Mitarbeitertreffen und die gesamte Organisation, sowie der Einsatz bei besonderen Veranstaltungen der Elisabeth-Kirchengemeinde.

Für den Bücherkiosk, den Frau Inge Reifenberg managt, werden von ihr nochmals ca. 880 ehrenamtliche Stunden im Jahr eingebracht. So kommen insgesamt jährlich ca. 5000 Stunden ehrenamtliches Engagement zusammen!

Nicht immer ist es einfach für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,  die Balance zu finden zwischen der je persönlichen Arbeitsweise und den Vorgaben bzw. Regeln, die für alle gelten. Hinzu kommt, dass Frau oder Mann normalerweise allein im Kiosk ist.

Und dann sind da noch die unterschiedlichsten Besucherinnen und Besucher mit ihren Wünschen und Bitten, aber manchmal auch Ansprüchen. Da ist es auch schon zu unangenehmen Situationen gekommen, die einen herausfordern, Angst auslösen, ja: einen auch hilflos machen können.

Zum Glück  überwiegen die positiven und bereichernden Kontakte, so dass die Einzelnen in ihrer Motivation gestärkt werden. Viele von uns engagieren sich nun schon seit Jahren, eine ganze Reihe sogar seit der Öffnung des Kirchenkiosk vor 10 Jahren.

Ich bin froh, dass der gute Geist von Pfingsten uns immer wieder ermutig mit klarem Verstand - und mit Herz die Begegnungen im Kirchenkiosk zu meistern.

Esther Simon

Der Mitarbeiterkreis und seine Leitung

Ich möchte Ihnen etwas über die Mitarbeiterkreis erzählen, für den ich in den vergangenen zehn Jahren verantwortlich war.

Von Anfang an sind wir ein buntes Team gewesen. Die Mitarbeiter kommen nicht alle aus der Elisabeth Gemeinde sondern Ausgangs Marburg und darüber hinaus. Für unsere Gemeinschaft war das gut, den schon bei der Auswahl von Verkaufspraktiken sind die Ideen zahlreicher, als wenn alle aus der gleichen Gemeinde kommen.

So, wie wir in unterschiedlichen Gemeinden zuhause sein, so gehören wir auch zu verschiedenen Konfessionen. Dies ist pekuniär nächste Zusammensein hat viele gute, manchmal heftige, aber immer weiterführende Diskussionen bestimmt.

Mein Ziel war es, dass jeder sich bei uns zuhause fühlen kann. Drei Kriterien sollten dabei immer Beachtung finden:

  • man sollte gerne auf andere Menschen zu gehen, damit die Besucher des Ladens sich bei uns wohl fühlen können.
  • Man sollte mit einem ganz einfachen Kassensystem, dass handschriftlich erfolgt, umgehen können.
  • Man sollte sich darin üben, die Menschen zu lieben.


Genau an diesem Punkt hat der heilige Geist in den letzten Jahren am meisten Arbeit mit uns gehabt. Aber er hat es immer wieder geschafft, uns den Weg zu zeigen. Darüber freuen wir uns heute.

Hella Boßung

Mitarbeit beschenkt

Seit 15 Jahren würde ich zu Elisabeth Kirchengemeinde. Zuerst war es nicht ganz leicht, die Anonymität zu überwinden und bei der Gemeinde wirklich „anzukommen.“

Heute ist ein freudiger Tag für mich, den vor zehn Jahren trat eine lange verloren gegangenen gute Bekannte mit der Frage an mich heran, ob ich als ehrenamtliche an einem geplanten Kirchen Kiosk mitarbeiten würde. Im ersten Moment war ich etwas zaghaft, aber bald zeigte sich mir, wie bereichernd es sein kann, mit vielen anderen an  einer gemeinsamen Sache mit zu wirken.

Nun bin ich in die Gemeinde eingebunden und dankbar, dass wir jetzt schon zehn Jahre bestehen und hoffe darauf, dass sich immer wieder - auch jüngere - Menschen für unser Tun interessieren und mitmachen wollen.

Elisa Stender

Bücherflohmarkt im "Alten Kiosk"

Lesen gefährdet die Dummheit!

Der Bücherflohmarkt im Kiosk neben der Elisabethkirche entwickelte sich seit 2006 aus den reichlichen Sachspenden, die aus unserer Gemeinde und von anderen großzügigen Menschen gebracht wurden und verwertet werden sollten.

Zu dieser Zeit stand das kleine Ladenlokal leer, die günstige Lage "unter den Türmen" bot sich an. Auf das Förderkonto zum Ausbau eines Gemeindezentrums an unserer Kirche fliessen seitdem die Erlöse aus dem immer steigenden Angebot, auf Spendenbasis geben wir die unterschiedlichsten Schätze ab.

Es ist eine Freude, auf diese Weise auch kirchenfernere Menschen anzusprechen und ihnen den Zweck zu erläutern.

Über die Jahre hat sich ein fester Stamm von Freunden und Förderern etabliert. An Samstagen trifft sich ein kleiner "Salon" dort zum literarischen Austausch.

An Studierende geben wir alles besonders günstig ab, auch die Sommertouristen in unserer Stadt helfen mit, die gute Sache zu unterstützen.

Gespräche mit Pilgern im Kiosk

Schon beim Eintritt in den Kiosk sind sie zu erkennen: Die Pilgerinnen und Pilger mit Rucksack und Wanderstock, die gerade glücklich am Ziel ihrer Wanderung auf dem Elisabethpfad von Eisenach nach Marburg angekommen sind und nun eine Postkarte aus der Elisabethkirche oder ein Souvenir suchen. Vielleicht wollen sie auch nur den letzten Stempel in ihrem Pilgerpass haben.

Das ist immer ein Grund nachzufragen, wie es ihnen ergangen ist und ob sie weitere Pilgerziele im Auge haben, denn ich selber bin mehrfach auf den Jakobswegen zwischen Görlitz und Santiago de Compostela und damit auch auf dem Elisabethpfad unterwegs gewesen.

Schnell geht es dann um die eindrucksvollsten Wegstrecken, um prägende Erlebnisse und auch um die Gründe, die uns zum Aufbruch aus dem Alltag bewogen haben.

Die können ganz unterschiedlich sein: Spiritualität und Sinnsuche, kulturhistorische Interessen oder auch nur die Freude an sportlicher Herausforderung und Abenteuerlust.

Dabei entsteht immer wieder eine offene, vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre, die die Lust weckt, gleich morgen wieder aufzubrechen!

Ebenso gibt es auch Gespräche, die sich aus der Nachfrage nach einem Pilgerpass, nach Informationsmaterial über den Elisabethpfad und das Pilgern überhaupt entwickeln. Dann kann ich von meinen eigenen Erfahrungen berichten und vielleicht auch Ratschläge geben.

Natürlich gibt es auch andere Anlässe und Inhalte für unsere Gespräche.Dass es immer wieder dazu kommt, liegt sicherlich an der offenen, freundlichen Atmosphäre im Kiosk, um die wir uns alle – jeder auf seine Weise – bemühen.

Auch wenn einmal die Tageseinnahme fast bei Null liegt: Die Gespräche im Kiosk sind immer ein Gewinn!

Verbundenheit

Die Verbundenheit ist für eine wachsende Gemeinschaft ganz wichtig. Fröhlich und zuversichtlich haben wir die Arbeit im Kiosk und die an uns gestellten Anforderungen angenommen.

Durch gemeinsame Freizeitaktivitäten sind Erfahrung für den Aufbau gesammelt worden. Zum Beispiel durch Reisen, Besichtigungen und durch Vorträge in anderen Gemeinden fanden wir immer Anregungen für unsere Arbeit. Gemeinsam wurden Bastelarbeiten angefertigt zum Verkauf im Laden. Zum Beispiel für Ostern, Weihnachten.

Ganz wichtig sind die Gespräche mit den Mitarbeitern, um uns gegenseitig kennen zu lernen. So entstehen Freundschaften miteinander. Für die Mitarbeiter ist der Kioskladen ein zentraler Ort in der Gemeinde. Wir können selbstständig arbeiten und fühlen uns in der Gruppe wohl.

Charlotte Heldmann

Das Elisabeth Jubiläum - ihr 800. Geburtstag in 2007

Besonders gefeiert gefordert waren wir im Jahre 2007, zum 800. Geburtstag der heiligen Elisabeth. Viele Besucher kamen das ganze Jahr über in die Stadt (Circa 32.000), um an den zahlreichen Veranstaltungen teilzunehmen.

Es gab viele Führungen, Vorträge, Ausstellungen, Konzerte, einen Gottesdienst des deutschen Ordens und bin dir zu sagen Priester Tag aus Fulda, an dem 170 Priester teilnahmen.

Häufig stellten wir Verkaufstische an der Kirche oder zu Vorträgen auf, backten Kuchen und Waffeln, kochten Kaffee und mussten das Alles vom Kiosk über die Straße hin und her schleppen. Auch war es erforderlich zu zweit im Kiosk Dienst zu tun, weil der Andrang dort War. Aber wir haben es geschafft und packen es gern.

Renate Winkler