Dachstuhl der Elisabethkirche

Dachstuhl der Elisabethkirche

Ein besonderer Schatz der Elisabethkirche ist für den normalen Besucher nicht sichtbar. Er versteckt sich jenseits der Gewölbe und Gerippe: der Dachstuhl. Siehe Video rechts.

Der Dachstuhl der Elisabethkirche hat im Laufe der Jahrhunderte erstaunlicherweise keinen Schaden durch Brände oder andere Naturgewalten genommen. Er wird zu den ältesten Dachstühlen in ganz Europa gezählt.

Ab 1243 wurde er in verschiedenen Phasen über die fertiggestellten Mauern und Säulen der Chöre und des Langhauses gebaut. Erst wenn der Dachstuhl und damit der Schutz vor Witterung über einem Bauabschnitt fertiggestellt war, konnte man mit dem anspruchsvollen Bau der Gewölbe beginnen. Für den Bau des Dachstuhls wurden etwa 1000 Eichen benötigt, die zum Zeitpunkt der Fällung schon mindestens 200 Jahre alt sein mussten. Sie wurden vermutlich von weit her angeschafft.

Geschichte des Dachstuhls

Der Dachstuhl vom Südturm betrachtet

Der älteste Teil des Dachstuhls befindet sich über dem Langhaus und ist etwa 750 Jahre alt. Der Dachstuhl über den drei Chören wurde bei Renovierungen um 1660 erneuert, denn vermutlich war der Dachreiter zu hoch und schwer (er trug damals 5 Glocken), sodass die Stabilität nicht mehr gewährleistet war. Dabei wurde auch die Anzahl der Seitendächer über dem Langhaus von ursprünglich 5 (wie man immer noch an den Wasserspeiern erkennen kann) auf die heutigen 3 verringert. Finanziert wurden diese Renovierungsarbeiten kurioserweise durch den Verkauf der Bleibedachung. Seitdem ist die Elisabethkirche mit Schieferplatten bedeckt.

Die Dachbalken über dem Mittelschiff sind 9,70m lang und liegen auf den Mauern über den Säulenreihen auf. Sie brechen nur deshalb nicht durch, weil sie von den Mittelsäulen, die im Giebel mit den Dachsparren verbunden und in der Mitte in die Dachbalken eingelassen sind, entlastet werden. Es handelt sich um eine Hängekonstruktion.

Die letzte Renovierung wurde in den 1990er Jahren begonnen und war 2005 abgeschlossen. Dabei wurden zahlreiche Beschädigungen an den Balken beseitigt und in der ursprünglichen Bauweise ersetzt. So wurde ein wichtiger Schritt getan, um dieses einzigartige Zeugnis mittelalterlicher Bau- und Handwerkskunst auch für die kommenden Generationen zu erhalten.

Öffentlich zugänglich war der Dachstuhl der Elisabethkirche bislang nicht. Erst seit Anfang 2010 ist es möglich, ihn im Rahmen einer Führung zu besichtigen.

Nähere Informationen zu den Dachstuhlführungen finden Sie hier.