Elisabeth von Thüringen 1207-1231


Seite 1 | Seite 2 | Seite 3 | Seite 4 | Seite 5 | Seite 6

Elisabeth erhält das Gewand des 3. Ordens
Medallion vom goldenen Schrein

Als gegen Ende des Jahres 1228 das Hospital mit der dem Franziskus geweihten Kapelle eröffnet wurde, erhielt Elisabeth von Konrad das "graue Gewand" der Hospitalsschwestern und -brüder. Elisabeth arbeitete nun als Pflegerin der Ärmsten und Elendesten und verrichtete auch die schwersten und schmutzigsten Arbeiten. Manchmal war sie aus übergroßer Zuwendung zu einem geplagten Menschen Konrad ungehorsam: So nahm sie einmal heimlich ein aussätziges Mädchen bei sich auf, was von Konrad wegen der Ansteckungsgefahr streng verboten worden war. Seine strafenden Rutenschläge ertrug sie, weil sie sich von dem leidenden Christus getröstet fühlte.

Nach drei Jahren waren Elisabeths Kräfte aufgezehrt. Sie starb in der Nacht zum 17. November 1231, 24 Jahre alt, und wurde in der Kapelle ihres Hospitals beigesetzt.

Viele Menschen, die Elisabeths liebevolle Barmherzigkeit erfahren hatten, verehrten sie schon vor ihrem Tode. Bald nachher ereigneten sich an ihrem Grabe wunderbare Heilungen. Es kamen immer mehr Pilger nach Marburg, um an Elisabeths Grab zu beten und Heilung zu erbitten.

Konrad von Marburg bemühte sich um die Heiligsprechung seines Beichtkindes, und nach seinem Tode - er wurde 1233 erschlagen - setzten andere diese Bestrebungen fort. So wurde Elisabeth am Pfingstsonntag 1235 von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Als offizieller Festtag Elisabeths wurde der 19. November in der Urkunde bestimmt.

In heutiger Zeit wird an diesem Tage in der großen Elisabethkirche, die nach 1235 über Elisabeths Grab gebaut wurde, ein oekumenischer Gottesdienst gefeiert.

Elisabeth hatte sich gelegentlich "soror in seculo" (Schwester in der Welt) genannt. Es ist noch immer ein Wunder, wie viele Menschen auch heute von dem Leben dieser Frau angerührt werden.

(Anna Marie Goeze)


Quelle:

Broschüre "Elisabeth von Thüringen 1207-1231",
Kirchenvorstand der Elisabethkirchengemeinde 1993 (Hrsg.)


Bildnachweis:

Die ersten drei Bilder stammen vom linken Flügel des Elisabethaltar, gemalt von Johann von der Leyten (Anfang des 16. Jahrhundert) Das letzte Bild ist eines der goldenen Medallions vom goldenen Elisabethschrein (13. Jahrhundert), der in der Sakristei der Elisabethkirche zu bewundern ist.



pfeil_l.gif Homepage [Gemeinde] pfeil_r.gif Elisabethkirche

Copyright © 1998-2002 Elisabethkirchengemeinde Marburg
Letzte Änderung am 26.02.2002 11:19