Elisabeth von Thüringen 1207-1231
In Erinnerung an diese Legende steht heute an der Nordpforte eine Figur, die Elisabeth mit Rosen in der Schürze darstellt. Die Rose spiegelt sich aber auch auf vielfältige Weise in der Architektur der Elisabethkirche (wie in jeder gotischen Kirche). Im Tympanon über dem Hauptportal bildet auf einer Seite die Rose im Blattwerk den Hintergrund. Im Hochaltar ist im Mittelgiebel eine sechsblättrige Rose realisiert, wie sie in den französischen Kathedralen über dem Westportal zu finden ist. Die Rose gilt als Zeichen der Liebe und findet sich als solches auch im Chartelabyrinth im Zentrum. Auch Ludwig war von der Frömmigkeit seiner Zeit geprägt: Er hatte 1224 die Teilnahme an einem Kreuzzug gelobt und verließ 1227 Elisabeth und ihr noch ungeborenes drittes Kind, um ins Heilige Land zu ziehen. Auf dem Wege dorthin starb er noch im selben Jahr in Italien. Elisabeth war untröstlich: "Ludwig ist tot. Mit ihm ist mir die Welt gestorben..." Bei Ludwigs Brüdern Heinrich Raspe und Konrad, die nun die Herrschaft in Thüringen übernahmen, fand die junge Witwe kein Verständnis für ihre ungewöhnliche Art, in der Nachfolge Christi zu leben. Sie verließ mit ihren Kindern die Wartburg und ging hinab nach Eisenach. Niemand wagte sie aufzunehmen. Schließlich kam sie in einem ehemaligen Schweinestall unter. Nun war sie wirklich arm und schutzlos, aber auch frei, und es wird berichtet, daß sie die Franziskaner in Eisenach bat, den Jubelgesang "Te deum laudamus" anzustimmen (= Dich, Gott, loben wir).
Letzte Änderung am 26.02.2002 11:28 |