Elisabeth von Thüringen 1207-1231
Als sich 1225 die ersten Franziskaner in Eisenach niederließen, wurde Franziskus v. Assisi mit seiner Lehre von der befreienden Besitzlosigkeit ihr großes Vorbild. Elisabeth wünschte sich, in der Nachfolge ihres Herrn Jesus Christus in Armut leben zu können wie er. Sie war aber zu einem standesgemäßen Leben als Fürstin verpflichtet. Unter diesem Zwiespalt litt sie mehr und mehr, und in ihrer Bedrängnis wählte sie 1226 den Magister Konrad von Marburg zu ihrem Beichtvater. Er war ein berühmter Kreuzzugsprediger, ein strenger, unerbittlicher, kompromißloser Mann, der für sich selbst auf jeden Besitz verzichtete. Ihm gelobte Elisabeth mit Zustimmung ihres Mannes Gehorsam, soweit seine Gebote nicht gegen Rechte und das Ansehen der Ehe gerichtet waren. Seine Anweisungen, die Elisabeth als von Gott gegeben ansah, brachten ihr Hilfe in ihrem Zwiespalt und ihrem Gewissen Frieden. Auf Konrads Geheiß aß sie z.B. von den Speisen der landgräflichen Tafel nur, wenn sie rechtmäßig erworben waren, sonst hungerte sie am reichgedeckten Tisch. Daß Elisabeth in Erfüllung des göttlichen Willens in mancherlei Weise auf fürstliches Verhalten verzichtete, verstanden die meisten ihrer Standesgenossen überhaupt nicht. Sie verachteten sie und hielten sie für eine Törin. Ludwig, ihr Mann, aber liebte sie und schützte sie. Er verstand, daß sie jedem leidenden Mitmenschen begegnete, als sei es Christus selber, nach dem Jesuswort: "Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan!".
Letzte Änderung am 26.02.2002 11:31 |