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Von: Bernhard Dietrich, Montag, 14.11.2016

Nacht der Lichter - Vertrauen lernen in dunkler Zeit

Angesichts beunruhigender Zeiten und Krisen waren viele der Einladung gefolgt: "in einer Kirche gemeinsam zur Ruhe zu kommen, um Hoffnung und neuen Mut zu schöpfen, einander nahe zu sein in den Sorgen und Ängsten und mit den Lichtern für die Opfer zu beten und gemeinsam neu aufzubrechen auf den "Pilgerweg des Vertrauens" um die ganze Erde.

Nacht der Lichter in der Elisabethkirche 2016. Fotos: Bernhard Dietrich

Marburg. In der voll besetzten Elisabethkirche bei der "Nacht der Lichter" war das Kirchenschiff zu großen Teilen von der Bestuhlung befreit, an der Kanzel und den vorderen Säulen spannten sich Orangene Tücher  - das Zeichen der ökumenischen Bruderschaft in Taize - und hunderte Teelichter tauchten die Kirche in ein warmes, flackerndes Licht.

Viele Besucher hatten Gebetsbänkchen oder Kissen mitgebracht und suchten sich einen Platz in der stillen Kirche, bevor das meditative Abendgebet begann, bei dem neben Gebeten, Psalmen und Fürbitten die Gesänge der von Frère Roger gegründeten Bruderschaft ein wichtiger Bestandteil waren.

Die vierstimmigen, sich stets wiederholenden Lieder wurden von Piano, Gitarre, Cello, Fagot, Flöte und Querflöte begleitet und luden mit ihrer ganz eigenen Stimmung zum Innehalten ein. Weil jedes Stück mindestens zehnmal gesungen wurde, fiel es auch Ungeübten leicht, die mitunter fremden Worte zu singen - oder einfach nur mit geschlossenen Augen den beruhigenden Gesang zu genießen.

Gebete und Lieder wurden in verschiedenen Sprachen gesungen und gesprochen, denn die Taize-Gemeinschaft wendet sich an Menschen unterschiedlichster Herkunft. So gab es neben den klassischen lateinischen Gesängen auch Choräle in Deutsch, Schedisch und Englisch und die Lesung wurde außerdem in Russisch, Spanisch, Tschechisch und Französisch vorgetragen.

Die "Nacht der Lichter" ist Teil des "Pilgerwegs des Vertrauens" um die ganze Erde. Initiiert wird er seit vielen Jahren von der Bruderschaft in Taize, die sich in erster Linie an die Jugend in allen Ländern der Welt wendet. In diesen Tagen werden europaweit "Nächte der Lichter" gefeiert - als Station auf dem Weg zum Europäischen Jugendtreffen in Riga, das zur Jahreswende stattfinden wird. Dort werden zehntausende junge Menschen zwischen 17 und 35 Jahren erwartet, die dann fünf Tage lang gemeinsam beten, singen und einander begegnen wollen.

Die Brüder aus Taizé hatten eine Grußbotschaft gesandt, die von einer Jugendlichen vorgetragen wurde. Die Brüder luden auch zum Europäischen Jugendtreffen zur Jahreswende nach Riga ein.

All jene Besucher der Marburger "Nacht der Lichter", deren Interesse geweckt wurde, konnten sich nach Segen und Gebet bei einem Treffen in der Oberkapelkapelle bei Tee und Keksen über Teilnahmemöglichkeiten informieren.

Die gibt es aber auch hier: Infos zum Treffen in Riga unter www.taize.fr/de

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