Ausgabe Nr 4: Sommer 2015

Liebe Leserin, lieber Leser

Elisabeth ist mutig. An der Landgräflichen Tafel verweigert sie das Essen, das aus unfairen Verhältnissen stammt. Foto: Bernhard Dietrich

Jesus ist mutig! Da lagern weit über 5000 Menschen um ihn herum, es ist Abend und dunkel geworden, es gibt hier draußen nichts zu essen. Die äußeren Bedingungen sind schwierig. Die Jünger sind besorgt, es kann Unruhe geben, sie weisen Jesus hin auf diese Not, diesen Mangel und haben eine entsprechende Lösung parat: „Lass doch die Volksmenge gehen.“

Jesus will sich darauf nicht einlassen. Er widersteht dem Mangel. Und sucht nach dem, was da ist. „Fünf Brote und zwei Fische hat hier ein kleines Kind!“, findet darauf einer der Jünger. Kann man damit was anfangen? Was ist das schon für so viele Menschen?

Die Menschen sollen sich in Gruppen zu etwa 50 aufs Gras niederlassen. Er ordnet und schafft Übersichtlichkeit, damit sich die Menschen untereinander wahrnehmen können. Jesus dankt für das Brot, das da ist, und gibt es an die Menschen und auch von den Fischen, „wieviel sie wollten“.

Das Erleben der Gegenwart Gottes scheint nicht zusammen zu passen mit Mangel und Aufsparen. Jesus zählt nicht. Er vertraut darauf, dass aus dem, was da ist, Überfluss werden kann.

Wie ist es mit uns? Betrachten wir unser Leben von dem her, was fehlt? Oder wagen wir das Vertrauen, dass aus Kargheit und scheinbarem Mangel eine verlockende Fülle entstehen kann.

Unsere Kirche ist entstanden wegen dieses ‚mutigen‘ Jesus. Werden wir auf den Mangel schauen und ihn verwalten? Oder uns verlocken lassen von der Hoffnung, dass aus der kleinen Gabe, die ich einbringe, eine große Fülle werden kann?

Dieser Brief möchte Sie in diese Frage hineinlocken.

mit herzlichem Gruß,
Ihr Team Öffentlichkeitsarbeit

Mutig und entspannt

Wir haben Glück. Uns ist eine große Fülle geschenkt.

Unsere Elisabethkirche ist großartig und bedeutsam. Das muss kaum begründet werden. Sie hat so viele schöne und besondere Facetten, dass es für die Kunst und Musik Liebenden leicht ist, einen guten Platz in ihr zu finden. Wir finden Schätze wie in einem Museum, Hintergründiges wie mittelalterliche Graffiti, Gemälde und filigrane Schnitzereien. Großartig ist der Raum, den dieses Bauwerk schafft, Raum für Stille in unserer Stadt. Sie hat eine großartige Namensgeberin, die uns auf Dauer mit ihrer Art der Menschlichkeit herausfordert.

Und in diesem allen ist sie ein Ort des Gottesdienstes. Sie schafft Raum für den Einzelnen und für eine Gemeinschaft der Feiernden.

Bevor – Sie ahnen es schon, dass noch etwas anderes kommt als nur lobende Worte – Überlegungen für Neues hier Platz haben, gilt dieses Lob uneingeschränkt dem Bestehenden. Für die vielen Menschen, die all das ermöglichen durch ihren Einsatz und durch ihre Gaben, durch Ideen und auch Ertragen von nur halb Geglücktem. Auch weiterhin ist das Ziel, dass viele Menschen sagen: unsere Kirche!

An einer Stelle wird uns die Suche nach einem neuen Weg aufgenötigt: Die finanziellen Ausgaben steigen, aber die Einnahmen nicht. Also gilt es zu sparen. Oder?

Schön wäre es, wenn dieser relative Mangel uns reizen würde, ‚selbstständig‘ zu werden, ein sicheres Standbein zu bekommen jenseits der notwendigen und wichtigen Zuwendungen durch die Kirchensteuer.
Durch viele Unterstützerinnen und Unterstützer werden wir dann nicht die Verlegenheit des Mangels haben, sondern wir werden reich sein. Reichtum bedeutet aber nicht, eine besonders hohe Summe Geldes zu haben, sondern durch die vielen gemeinsam suchenden und gebenden Menschen werden wir immer wissen: es reicht! Für das, was wir brauchen, sind Menschen und Gaben da!

Es geht eben nicht, so mutig will ich es mal sagen, um die Höhe einer Spende. Sonst könnten wir versuchen, möglichst reiche Sponsoren zu finden (aber auch diese sind herzlich eingeladen!). Sondern die Zugehörigkeit zu unserer Kirche ereignet sich – neben unserer Mitarbeit und unserem Dabeisein – auch durch unser Geld: Unsere Spende verbindet uns mit all den Dingen, die in und um diese Kirche geschehen. Es stimmt ja: der Gebende hat selbst viel davon. Wir können etwas Gutes machen aus Ihrem Geld! Das ist doch was!

Die Spendenbereitschaft für gezielte Projekte (wie z. B. die neuen Antependien) ist groß. Das ist sehr schön. Andererseits ermöglicht die Zusage einer regelmäßigen Spende die erforderliche Planung, um (zum Beispiel) für die Öffnungszeiten der Kirche auch Personal einstellen zu können.

Daher unsere Bitte: Werden Sie Unterstützerin und Unterstützer der Elisabethkirche.

Meistermannfenster über dem Hauptportal der Elisabethkirche, 1965. Foto: Bernhard Dietrich

Der Geist bewegt und öffnet

„Und er setzte sich auf einen jeden von ihnen und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist.“ Apg 2,3b-4a

An Pfingsten kamen sie alle zusammen an einem Ort, Fremde und Freunde begegnen sich, Gottes Geist bewegt, erschafft gegenseitiges Verstehen trotz verschiedener Sprachen und Kulturen, macht bunt und froh.

So erzählt das Meistermann Fenster über dem Portal der Elisabethkirche von Pfingsten und dem Beginn einer für alle Menschen offenen Kirche.

In Musik und Kunst kann bis heute Gottes Geist Menschen berühren. Er kann öffnen und bewegen.

Helfen Sie mit, dass diese besondere Kirche für viele Menschen offen sein kann.

Was die Elisabethkirche (mir) bedeutet

„Wir stehen hier an dieser großen Kirche mit den beiden Türmen gegenüber von McDonald‘s“.

Originalton jugendlicher Fußballfans - nicht in Marburg - sondern in Köln aufgeschnappt.

Das könnte in Marburg nicht passieren - oder? Die Elisabethkirche, neben dem Schloss eines der beiden Wahrzeichen der Stadt, ist sicher im Alltagsbewusstsein der Menschen in Marburg fest verankert. Jeder, der an ihr vorbei geht oder fährt, nimmt sie wahr. Wenn ich aber einen Augenblick innehalte, frage ich mich, was sie mir bedeutet? Und was bedeutet sie uns, den Gemeindemitgliedern, den Bürgern der Stadt, den Menschen der Region und schließlich den vielen Fremden, die sie jährlich besuchen?

Wenn ich durch die mächtigen Türen den großen, immer geheimnisvoll-feierlich wirkenden Kirchenraum betrete, schwinden die Alltagsgeräusche und  Stille breitet sich langsam aus. Die leisen Gespräche verhallen langsam im weiten, hohen Raum. Die hohen Pfeiler, die Bögen, die bunten Glasfenster, das gedämpfte Licht lassen mich etwas von dem Geheimnis des Ortes und seiner Geschichte ahnen. Die Stille in der Gebetsnische, die flackernden Kerzen und schließlich der Altar, das Kruzifix, die Kerzen auf dem Altar lassen Andacht spürbar werden.

„Besinnung, Andacht, Ahnung vom Geheimnis Gottes, Geborgenheit, Gemeinschaft, anders als andere Gebäude, heilsame Insel...“, so lauten Aussagen, die Menschen über ihre Kirchen machen. Sie lassen sich sicher so auch über unsere Elisabethkirche sagen, und noch viel mehr.

Ist unsere eigene Lebensgeschichte mit dieser Kirche verbunden, kommen uns die Lebensabschnittsfeiern wie Taufe, Konfirmation, Hochzeit, aber auch Trauer und Gedenken in den Sinn. Als Gemeindeglieder verbinden wir Gottesdienste und Feiern damit. Als Besucher vielleicht ‚nur‘ die Kunstschätze oder die zahlreichen Konzerte, die aber, denke ich, auch etwas von dem Geheimnis des Ortes bei ihnen hinterlassen.
Die Elisabethkirche ist eine ‚offene Kirche‘, d.h. sie kann jederzeit, während der Öffnungszeiten, besucht und besichtigt werden, daher kommen täglich viele Menschen.

Die Kirche offenzuhalten ist aber mit Kosten verbunden. Personal-, Heizung- und Stromkosten  addieren sich zu beachtlichen Summen, die die Gemeinde vor erhebliche Probleme stellt. So wurden in den vergangenen Jahren und werden auch heute immer einmal reduzierte Öffnungszeiten oder gar tageweise Schließungen diskutiert.

Soweit soll und darf es nicht kommen, denn es würde der Stadt etwas Entscheidendes fehlen, wenn die Elisabethkirche nicht immer geöffnet wäre. Helfen Sie uns, Ideen und Konzepte zu entwickeln, die dies verhindern.

Übrigens -  was bedeutet Ihnen die Elisabethkirche? Lassen Sie es uns wissen.

‚Wertpapier‘ für eine offene Kirche zeichnen

Eine offene Elisabethkirche ist Ihnen etwas ‚wert‘. Sie wollen uns dabei unterstützen, sie offen zu halten - nicht nur für Gottesdienste und Konzerte, sondern auch für Menschen, die Stille suchen oder die Rückbindung an eine reiche Kultur der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe.

Dann sollten Sie wissen: Die Elisabethkirche ist etwas mehr als 2500 Stunden im Jahr geöffnet.. Dafür müssen etwa 250000 € aufgewendet werden. Zwei Fünftel der Aufwendungen entfallen auf Betriebskosten. Drei Fünftel werden gebraucht, damit ein Team von 2,5 hauptamtlichen und 5 nebenamtlichen Küstern die Kirche jeden Tag öffnen, die Kunstschätze behüten und den Besuchern begegnen kann.

Mit der Zeichnung eines ‚Wertpapiers‘ von 100€ helfen Sie die Kirche eine Stunde offen zu halten. Regelmäßig gezeichnet wird ihre Unterstützung nachhaltig. Als ‚Dividende‘ möchten wir Ihnen ‚besondere Zeit‘ schenken, z.B. ein besonderes Konzert, eine besondere Führung. oder anderes.

Wir werden Sie persönlich ansprechen.

Besondere Termine und Veranstaltungen

Neben den regelmäßigen Veranstaltungshinweisen in der ökumenischen Zeitung KiM und hier auf unserer Webseite: www.Elisabethkirche.de möchten wir Ihnen hier einige besondere Veranstaltungen nahebringen:

Führungen

  • Sonntags nach dem Gottesdienst und werktags um 15.00 Uhr

Orgelführung

  • am Samstag, dem 11.07; 15.08.; 05.09.; 17.10. jeweils um 12 Uhr (Eintritt 3,50 €)

Dachstuhlführungen

  • am Samstag, dem 11.07+18.07; 08.08. + 15.08; sowie am 12.09 + 19.09 jeweils um 10 Uhr. Teilnehmen können Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahre. (Eintritt: 3,50 €) Bitte in der Küsterstube, Tel. 65573, anmelden.

Sonderführungen

  • Hl. Katharina, am 19.7. um 16 Uhr
  • Landgrafengräber, am 16.8. um 16 Uhr
  • Engel, am 20.9. um 16 Uhr
  • Rund um die Elisabethkirche, am 18.10. um 16 Uhr

Tag des offenen Denkmals

  • am 13.9.2015: von 12 Uhr an stündlich Dachstuhlführungen und Sonderführungen

Kirchenmusik

  • So. 13.09. 16.00 Uhr ‚Dem Himmel entgegen...‘ Konzertante Führung
  • So. 13.09. 19 und 20 Uhr ‚Dem Himmel ganz nah...‘ Dachstuhlführung mit Orgelmusik
  • Sa. 19.09. 18.00 Uhr Orgelkonzert
  • Sa. 03.10. 18.00 Uhr Orgelkonzert
  • Sa. 10.10. ab10.00 Uhr Jungbläsertag + Kreisposaunenfest.
  • Am So 11.10. 10 Uhr Bläser im Gottesdienst der Elisabethkirche

    Gottesdienste

    • Elisabethkirche 10 Uhr mit Kirchencafé am 12.7. / 9.8. / 13.9. / 18.10.
    • Meditativer Gottesdienst Elisabethkirche 18 Uhr am 19.7. / 6.9. / 11.10.
    • 19.07. 10 Uhr Elisabethkirche: Goldene Konfirmation
    • 13.09. 10 Uhr Elisabethkirche: Gottesdienst am Tag des Offenen Denkmals mit 500. „Silberglockenjubiläum“
    • 20.09. 10 Uhr Elisabethkirche: Pilgerkirche mit Pilgerfest
    • 04.10. 10 Uhr Elisabethkirche: Erntedank mit Konfirmandenbeteiligung